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Grevesmühlen Haus gehört der Hansestadt — mit testamentarischen Auflagen
Mecklenburg Grevesmühlen Haus gehört der Hansestadt — mit testamentarischen Auflagen
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00:01 10.03.2016

Das Gebäude, 1355 errichtet, wurde um 1575 im Renaissancestil gestaltet und nachweislich seit 1648 als Weinhandlung genutzt. Besonders sehenswert ist die Diele des „Weinberges“

mit seiner bemalten Balkendecke.

1710 wurde das Haus umgebaut und die heute noch sichtbare barocke Fassade zur Straßenansicht errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch die Figur des Weingottes Bacchus über dem Eingang. 1751 erhielt das Haus erstmalig die Bezeichnung „Zum Weinberg“.

Am 1. Oktober 1822 kaufte Ferdinand Gustav Michaelis Haus und Weinhandlung. Die Weinhandlung behielt zwar den Namen „Zum Weinberg“, aber die Firma hieß „F.G.Michaelis“. Bis 1953 war die Familie Michaelis Eigentümer der späteren Weingroßhandlung „F. G. Michaelis“. Sie prägte die geschmackvolle Innenausstattung des Hauses und besonders der Renaissancediele mit ihrer 1923 eingebauten barocken Treppe in das Obergeschoss.

Gustav und Lilly Michaelis hatten zwei Söhne, die jung verstarben. So war dieser Familienzweig ohne Nachkommen. Am 19. Dezember 1941 nahm der Wismarer Rat die Verfügung des Testamentes der am 22. August 1941 verstorbenen letzten Eigentümerin des Hauses, Lilly Michaelis, an, wonach diese der Stadt Wismar das Haus mit Grundstück „auf ewig“ mit der Auflage vererbte, es innen wie außen zu erhalten.

1953 setzte eine regelrechte Hetzjagd auf private Unternehmer ein und Michaelis wurde „beschuldigt“, Kronenkorken zu horten. Die Familie floh in den Westen. Im gleichen Jahr wurde die Enteignung des Traditionsunternehmens „Weingroßhandel F. G. Michaelis“ angeordnet. Im Januar 1954 übernahm der VEB „Wismaria“ dieses Haus.

Am 7. Mai 1966 wurde im „Weinberg“ eine „Verköstigungsstube“ des VEB Wismaria eröffnet, 1973 die Gaststätte von der damaligen Handelsorganisation (HO) eingerichtet.

Am 16. April 2014 ist das Haus nach einem Sanierungsaufwand von 3,6 Millionen Euro übergeben worden. Nicht nur das Vorderhaus wurde saniert, sondern auch der Kemladen. 45 Prozent der Gesamtkosten zahlte der Bund aus dem „Investitionsprogramm nationale Unesco-Welterbestätten“ und 45 Prozent steuerte das Land Mecklenburg- Vorpommern bei, zehn Prozent die Stadt Wismar.

OZ

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