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Hildas Flohmarkt wächst und gedeiht

Grevesmühlen Hildas Flohmarkt wächst und gedeiht

Ein Laden mit Second Hand-Kleidung und Nähstübchen gehört nun dazu – plus eine neue Mitarbeiterin

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Auch Doris Schuldt (r.) ist jetzt eines von Hilda Papes „Mädels“. Sie sortiert und ändert Kleidung in Hildas Flohmarkt.

Quelle: Annett Meinke

Grevesmühlen. Für Hilda Pape, die im August ihr Geschäft „Hildas Flohmarkt“ neu eröffnete, läuft es gut. Inzwischen betreibt sie einen zweiten Laden in der August-Bebel-Straße 48 – genau neben dem Flohmarkt (ehemals Freja Dänische Mode und Meer).

„Ja, was soll ich sagen, die Leute bringen immer noch so viele Sachen vorbei, dass ich einfach mehr Raum brauchte“, freut sich die 79-jährige Wahlgrevesmühlenerin – die nach drei Jahren in Kanada nach Kreihnsdörp zurückkehrte und hier noch einmal ganz von vorn anfing (die OZ berichtete). Doch nicht nur die Puppen in allen Formen und Größen fanden Platz im zweiten Geschäft – auch ein Nähstübchen und einen Second Hand-Bekleidungs-Shop gibt es dort. Das stößt auf ebenso viel Resonanz wie der Flohmarkt.

Im Nähstübchen arbeitet Doris Schuldt – und ist mit Chefin Hilda Pape nun die Dritte im Bunde. „Wir sind ein echtes Dream-Team hier im Laden“, sagt Doris Schuldt begeistert. Sie ist einigen aus Grevesmühlen und Umgebung auch bekannt, weil sie bei der Grevesmühlener Tafel mitarbeitet. „Donnerstag, Freitag und Samstag bin ich hier in Hildas Laden und nehme Änderungswünsche für Bekleidung entgegen. Ich nähe auch für Aufträge, die wir bekommen, und sortiere die abgegebene Kleidung, die zum Verkauf geeignet ist.“

Der neue Näh-Service in Hildas Flohmarkt hat sich bereits herumgesprochen. Reiner Wolff, Gemeindepädagoge aus Grevesmühlen, orderte erst kürzlich für die Chorkinder der St.-Nikolai-Gemeinde Ponchos (Überwürfe). Die sollen die Kinder anlässlich der zahlreichen Auftritte im kommenden Luther-Jahr tragen. „Doch es kommen auch Leute, die einfach eine Lieblingshose oder ein anderes Lieblingsstück haben, das sie repariert oder aufgearbeitet haben wollen und sich freuen, dass das noch jemand macht“, sagt Doris Schuldt.

Hilda Pape nennt ihre Mitarbeiterinnen Marita Kalies und Doris Schuldt liebevoll „meine Mädels“ – und sie sagt: „Ich bin froh, dass das alles so gut läuft. Dass ich mit den beiden Geschäften die Miete für die Läden zahlen kann und das etwas für die Mädels rumkommt.“ Sie selbst, sagt sie, braucht nicht so viel – und lehnt es rundherum ab, die Preise zu erhöhen. Immerhin ist ein Euro für zehn gebrauchte Bücher ein mehr als moderater Preis. Zudem nimmt sie die Bücher auch wieder zurück, wenn sie ausgelesen sind, und manch einer nimmt sich dann erneut zehn Bücher für einen Euro mit. „Das finde ich in Ordnung“, sagt Hilda Pape. „Ich erhalte schließlich so viel geschenkt, davon will ich etwas abgeben.“

Diese Einstellung teilt die Flohmarkt-Betreiberin mit ihren beiden Mitarbeitern. „Es ist einfach auch ein Ort zum miteinander sprechen. Viele Menschen kommen nicht nur hierher, weil sie das ein oder andere brauchen und günstig erwerben wollen. Sie kommen auch hierher, weil sie sich von der sozialen Kälte, die man derzeit allerorten spürt, erholen wollen. Sie trinken einen Kaffee und reden sich ihre Probleme von der Seele.“

Annett Meinke

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