Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Hitze lässt Grevesmühlener Wasserversorger kalt
Mecklenburg Grevesmühlen Hitze lässt Grevesmühlener Wasserversorger kalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:13 14.06.2018
Tilmann Lucas (40) hat im Prozessleitstand auf dem rechten PC-Bildschirm eine Grafik für einen Tagesverbrauch aufgerufen. FOTOS (2): ROXIN
Grevesmühlen

Verbandsvorsteher Eckhard Bomball wehrt lachend ab. Die lang anhaltende Trockenheit der zurückliegenden Wochen und Probleme bei der Wasserversorgung? Das ist kein Thema für den Grevesmühlener Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. „Das ist normal, das ganz normale Tagesgeschäft“, betont der 64-Jährige.

Zweckverband noch lange nicht an seiner Höchstkapazität angelangt

„Kein Problem, wirklich nicht“, legt der Chef des Zweckverbandes noch einmal beruhigend nach. 22000 Kubikmeter Trinkwasser könnten die drei Wasserwerke in Wotenitz, Dassow und Klütz täglich insgesamt rausgeben. Das sei die technisch mögliche und genehmigte Höchstkapazität. Der jüngst gemessene Spitzenwert stammt mit 13349 Kubikmetern vom 8. Juni, verdeutlicht Eckhard Bomball, dass da noch Luft nach oben ist und sich niemand sorgen müsse.

Auch kein „schlechtes ökologisches Gewissen“ sei angesagt ob des Mehrverbrauches. Denn: Die zurückliegenden drei Jahre seien laut Bomball mit einer hohen Grundwasserneubildung einhergegangen. „Wir sind mit dem Pegel noch über dem Normalstand“. Für Eckhard Bomball steht wegen erster Meldungen über Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung in Norddeutschland fest, dass das nur passieren könne bei zu wenig Grundwasser oder technischen Versäumnissen, wenn zum Beispiel etwas mit den Leitungsquerschnitten nicht stimme.

Seit dem 9. Mai werden beim Zweckverband in diesem Jahr Spitzenwerte beim Wasserverbrauch erreicht. „Wir sind jetzt voll im Sommerverbrauch“, betont der Verbandsvorsteher, der für die Wintermonate von um die 8000 Kubikmeter täglich im Verbandsbereich spricht. Normal für einen Augusttag seien 10000 Kubikmeter. Im Vorjahr zum Beispiel habe es am 20. Juni mit 10853 Kubikmetern den Jahresspitzenwert gegeben.

Hält die Trockenheit weiter an, ist das für Eckhard Bomball auch kein Grund zur Beunruhigung. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Spitzenverbrauchswerte viel höher werden. Das meiste Wasser ginge in die Gärten, er glaube nicht, dass dann viel mehr gegossen werde als jetzt. Denn wer jetzt nicht gewässert hat, habe später dann sowieso nichts mehr zu gießen, lässt er verschmitzt lächelnd wissen. „Im Moment ist es nicht vorstellbar, dass es bedrohlich werden könnte“, sagt Bomball und lässt sich seinen Optimismus nicht nehmen.

Dass der gestiegene Wasserverbrauch übrigens wirklich ein Indiz für des Gärtners häufigeres Gießen ist und nicht am verstärkten Duschen der hitzegeplagten Bürger festzumachen ist, belegen auch die Werte aus dem Grevesmühlener Klärwerk. „Dort kommt nicht mehr an als sonst“, erklärt Eckhard Bomball. Der täglich eingehende Mittelwert für Abwasser liege bei 4600 Kubikmeter. Sonntag zum Beispiel waren es nur 4100.

Eckhard Bomball hat schon ganz andere Sachen erlebt. Zu DDR-Zeiten sei der Jahrestrinkwasserverbrauch, der heute im Verbandsgebiet bei 3,5 Millionen Kubikmeter liegt, doppelt so hoch gewesen. Da habe er in Trockenzeiten in den Gartenanlagen kontrollieren müssen, ob wirklich keine Sprenger liefen. Weit über die Hälfte der Kunden habe damals mit Pauschalpreisen für den Kubikmeter Wasser gelebt. Von 40 bis 60 Pfennig sprechen er und Verbandsingenieur Andreas Lachmann . Da kümmerte sich manch einer nicht um das Gießverbot. Die Folge: Im zweiten Stock eines Neubaublocks kam kein Wasser mehr an.

So niedrig war der Druck.

Aktuell sind nach vier Wochen Hitze beim Zweckverband keine Meldungen über Druckschwankungen aufgelaufen. Einer OZ vorliegenden Beschwerde sollte aber sofort nachgegangen werden. Und damit wirklich nichts anbrennt, haben die Ingenieure Tilmann Lucas und Remo Borgwardt am zentralen Prozessleitstand beim Zweckverband auch immer ein Auge drauf, dass sich hinter plötzlich auftretenden Verbrauchsspitzenwerten keine Rohrschäden verbergen. Aber es sei ja immer auch noch die „künstliche Intelligenz“ da, die Alarm schlage, setzt Tilman Lucas auf doppelte Sicherheit.

Gartenwasser jährlich neu beantragen

Das Versorgungsgebiet des Grevesmühlener Zweckverbandes umfasst 700 Quadratkilometer und ist in etwa identisch mit dem Altkreis Grevesmühlen. Rund 46000 Einwohner werden versorgt, hinzu kommen

sogenannte 70000 Einwohnergleichwerte, die sich auf Gewerbe und Industrie

beziehen.

Auf Antrag gewährt der Zweckverband Gartenwasser. Es muss jährlich bis zur Jahresendabrechnung neu beantragt

werden. Je gemeldetem Einwohner gehen dann lediglich jeweils 30 Kubikmeter in die Wasser- und Abwasserberechnung ein. Der Rest wird als Gartenwasser behandelt und nicht für die Abwasserberechnung herangezogen.

Cornelia Roxin

Fast eine Stunde haben Anwohner am späten Montagabend aus einem Wohnblock an der Hauptstraße in Lüdersdorf ein Tier beobachtet, das zwischen Fahrzeugen umherschlich und keine Angst zeigte.

14.06.2018

Beim Gestalten der grünen Oasen geht es um Qualität und eine gemütliche Atmosphäre

14.06.2018

Gemeinden Schlagsdorf und Zierow erhalten Förderungen

14.06.2018