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Hofleben mit ungarischem Obstbrand

Stepenitztal Hofleben mit ungarischem Obstbrand

NDR 1 Radio MV Moderator Thomas Lenz und sein Partner Zoltán Székely leben gemeinsam mit ihren beiden großen Hunden und einem Freund auf einem Hof in Roxin. Lenz ist dort als Kind aufgewachsen.

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Prost auf Ungarisch heißt „Egészségedre“: Beim Kaffee mit ungarischem Obstschnaps „Pálinka“ mit Radiomoderator Thomas Lenz (l.) und Zoltán Székely auf ihrem Hof in Roxin.

Quelle: Annett Meinke

Stepenitztal. Wer Thomas Lenz und Zoltán Székely auf ihrem Hof im nordwestmecklenburgischen Roxin besucht – dem wird früher oder später Pálinka serviert. Wer bereits in Ungarn Urlaub gemacht hat, wird wissen, was das ist. Pálinka heißt der berühmte ungarische Obstbrand - und „Egészségédre“ heißt Prost auf Ungarisch. Allerdings, auf die Betonung des Wortes sollte man achten – aber das wissen Ungarnliebhaber auch.

Der Pálinka, der auf dem Hof von Lenz und Székely serviert wird, hat 52 Prozent! „Da hat eine Erkältung keine Chance mehr“, ist Lenz überzeugt. Ungarn ist auch ansonsten allgegenwärtig in dem alten Bauernhaus, in dem Lenz mit Eltern und Großeltern schon aufgewachsen ist. Ungarn findet sich in den farbenprächtig bemalten Möbeln des Esszimmers – oder in der Küche, die im Haus zelebriert wird. Das hat einen guten Grund – Zoltán Székely ist Ungar. Er kommt ursprünglich aus dem heute rumänischen Siebenbürgen, in dem neben Deutschen, auch viele Ungarn leben.

Székely selbst hält es für einen gelungenen Witz, dass er – der irgendwann nach seinem Wirtschaftsstudium und verschiedenen Jobs, unter anderem im Marketingbereich in Bukarest, Reiselust verspürte, die ihn gen deutschen Westen zog – letztlich doch wieder „im Osten“ gelandet ist. Nur die Liebe kann einen eben an Orte bringen, an die man vorher nicht im Leben gedacht hat.

Thomas Lenz ist ohne Frage der „prominenteste Einheimische“ in dem kleinen Dörfchen Roxin, das zur Gemeinde Stepenitztal gehört. Wobei sein Gesicht den meisten in Mecklenburg-Vorpommern vielleicht nicht so viel sagen wird – dafür möglicherweise seine Stimme. Lenz ist Radiojournalist und Radiomoderator unter anderem für NDR 1 Radio MV. Eine seiner bekanntesten und beliebtesten Radiorubriken – zu der auch bereits mehrere Bücher erschienen sind – heißt: „Kaum zu glauben – Wissen zum Weitersagen“.

Dass Lenz, der in der DDR kein Abitur machen konnte und zunächst Waldarbeiter wurde, den Weg ins Radio finden würde, ist auch eine dieser interessanten Geschichten in seiner Vita. „Ich habe nach dem Fall der Mauer mein Abitur in Lübeck gemacht und bin dann zum Theologiestudium nach Kiel“, erzählt er. In Kiel fiel er einer Redakteurin der NDR 1 Welle Nord auf, die von den plattdeutsche Reportagen gehört hatte, die Lenz damals neben seinem Studium für eine Kirchensendung produzierte. Mit dem guten alten Platt fing also alles an.

Immer noch spielt Platt eine wichtige Rolle für Thomas Lenz. Er spricht es gern, auch privat und immer wieder beruflich – und er predigt dann und wann „up Platt“ in verschiedenen Nordwestmecklenburger Kirchen. Am 2. Advent wieder, in der Kirche in Kirch Stück, Heiligabend dann auch in Hochdeutsch – in Kirch Mummendorf.

Den Bezug zur Kirche und die Einstellung zur Gemeinschaft teilt Thomas Lenz mit seinem Mann Zoltán. „Vielleicht sind wir ein bisschen die bunten Vögel im Dorf“, sagt Lenz, „und das ist in Ordnung. Fakt ist, wir sind Teil von allem hier. Und das wissen die Leute. Wir sprechen mit jedem und jeder ist uns willkommen.“ Und letztlich sind sie dann tatsächlich auch nicht „so anders“ – der Radiomann und sein ungarischer Mann. Sie bewirtschaften ihren Hof, werkeln und bauen, bestellen den Garten – und denken darüber nach, was sie noch so alles tun könnten.

Auf dem Hof leben auch noch ein Freund der Beiden und die zwei großen Hunde Pelle und Lasse. Die laufen den ganzen Tag draußen herum, schließlich sind sie „Hofhunde und keine Schoßhunde“, wie Thomas Lenz lakonisch bemerkt. Ins Haus kommen sie eher selten. Und auch über die Hunde, sagt Lenz, entsteht Kontakt, zu anderen Hundebesitzern zum Beispiel, die mit ihren Vierbeinern am Hof vorbeispazieren. Für ein Gespräch am Zaun ist meistens Zeit. Gelegentlich auch für den ein oder anderen Pálinka.

Annett Meinke

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