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Grevesmühlen Holz-Azubis sind erstklassig in zwei Klassen
Mecklenburg Grevesmühlen Holz-Azubis sind erstklassig in zwei Klassen
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00:05 19.10.2016
Zwei neue Klassenräume für die Holztechnik am Berufsschulzentrum Nord – genug Platz für die jungen Leute im dritten Lehrjahr und die 36 „Neuen“, die in diesem Herbst mit ihrer Ausbildung begonnen haben. Fotos (6): Nicole Buchmann

Am Berufsschulzentrum Nord in Wismar haben in diesem Herbst so viele angehende Tischler, Holzmechaniker und Holzbearbeitungsmechaniker begonnen, dass nach zehn Jahren erstmals wieder zwei Klassen eingerichtet wurden. Pünktlich zum Ansturm sind auch die beiden Klassenräume neben der Werkstatt fertig geworden. „Der Grund für die steigende Zahl von Azubis in Holzberufen ist, dass Firmen im westlichen Landkreis Rostock ihre Lehrlinge zu uns schicken statt nach Waren an der Müritz“, sagt Uwe Segert nicht ohne Stolz. Für den stellvertretenden Schulleiter ist das ein Ergebnis jahrelanger guter Arbeit.

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Tischler stellen Landessiegerin / Nach zehn Jahren ist das erste Lehrjahr zweizügig

Die spiegelte sich auch beim Landeswettbewerb des Tischlernachwuchses am vergangenen Wochenende wider. Gleich drei Teilnehmer aus Wismar gingen an den Start. Platz eins ging an Manja Klein, die mit ihrer Funktionswand die Jury überzeugte.

Auch der zweite Platz ging an eine Tischlergesellin, die in Wismar die Schulbank drückte. Sandy Ring wurde für ihre Ess- und Schreibtischkombination belohnt. Sechs Stunden Zeit hatte Jan Hellmann, um eine Wiege auf Kiefernholz zu fertigen – Platz drei gab es für ihn. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so überragende Leistungen haben. Solche Wettbewerbe sind auch Motivation für unsere Azubis“, sagt Lehrer Jan Voß. Sein Blick wandert zu Benjamin Baur und Leon Löhnert. Beide im dritten Lehrjahr, wollen sie im kommenden Jahr ihre Gesellenstücke mit Preisen krönen lassen.

Dabei wusste wenigstens Benjamin lange nicht, was er eigentlich will. Also erst einmal Bundeswehr nach der Schule. Am Ende waren es mit Onkel und Opa die Tischler in der Familie, die ihn zum Holz brachten. „Ich habe die Entscheidung nie bereut“, sagt der 23-Jährige. Etwas mit eigenen Händen zu erschaffen, das auch noch das eigene Leben überdauert, das mache für ihn den Reiz des Tischlers aus, erklärt Leon Löhnert seine Berufswahl. „Ich wollte immer etwas machen, womit ich wirklich glücklich bin – das ist kein Beruf des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung.“

Hätte ein Kumpel Roman Funk nicht erzählt, dass im Holzbereich noch so viele Lehrlinge gesucht würden, er wäre vielleicht woanders gelandet. „Ich habe dann in der zehnten Klasse ein Praktikum gemacht und war so begeistert, dass ich mich beworben habe“, blickt der 19-Jährige zurück. Die riesigen Maschinen, die innerhalb eines Tages unzählige Baumstämme zu Brettern verarbeiten, die fachmännische Suche nach blauen Streifen oder Käferbefall auf dem Holz, das Nachmessen. Klar, sagt Roman Funk, sei es auch manchmal stressig.

„Aber es macht Spaß.“ Auch er wird im kommenden Jahr seine Prüfung zum Holzbearbeitungsmechaniker absolvieren. Die Aussichten auf einen Job im Vier-Schicht-System schrecken ihn nicht. „Nach der Nachtschicht gibt es fünf Tage frei.“ Und auch das Geld reiche aus, um sich den ein oder anderen Wunsch erfüllen zu können.

Für Lehrer Jan Voß sind die jungen Leute Bestätigung der Bemühungen am Berufsschulzentrum. In den vergangenen Jahren sank die Zahl der Auszubildenden im Holzbereich kontinuierlich. Das Werben um Ausbildungsbetriebe, die gute Kooperation mit Handwerkskammer und Innungen nennt Voß als wichtige Voraussetzung dafür, dass die Ausbildung in den Holzberufen auf derart hohem Niveau fortgeführt werden kann.

„Auch für die Betriebe ist es wichtig, die Berufsschule mehr oder weniger in der Nähe zu haben. Wenn die ihren potenziellen Lehrlingen erklären müssten, dass sie für die Schule quer durchs Land reisen dürfen, hätten die meisten jungen Leute das Interesse verloren“, sagt Voß. Diese Erfahrung gebe es auch in anderen Ausbildungsbereichen.

Nicole Buchmann

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