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„Im Amt gibt es unhaltbare Zustände“

„Im Amt gibt es unhaltbare Zustände“

Michael Stange war kommissarischer Amtswehrführer im Amt Schönberger Land / Neuwahl am 10. Juni abgesagt

Herr Stange, am 10. Juni ist erneut eine Amtswehrführerwahl im Amt Schönberger Land geplant. Die Bewerbungsfrist ist zu Ende. Wie viele Kandidaten gibt es?

 

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Michael Stange

Michael Stange: Leider keinen. So, wie es zu erwarten war.

Wie geht es jetzt weiter?

Stange: Statt der Amtswehrführerwahl wird es am 23. Juni eine Wehrführerberatung geben. Dort sollen die Wehrführer des Amtes beraten, wie es im Amt ohne Amtswehrführer weitergeht.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Stange: Eine Idee ist, dass die vier Wehrführer der Stützpunktwehren, also die Feuerwehrchefs aus Schönberg, Dassow und Selmsdorf sowie der Gemeindewehrführer aus Lüdersdorf, mehr Verantwortung übernehmen. Mein Vorschlag wäre, dass sie sich die Arbeit eines Amtswehrführers teilen und den kleinen Feuerwehrwehren auf die Finger schauen. Jörn Stange (Schönberg, Anm. d. Red.), Daniel Selzer (Dassow), Daniel Zabel (Selmsdorf) und Michael Schinke (Lüdersdorf) haben ja die Ausbildung für einen Amtswehrführer. Sie könnten dann in einer Doppelfunktion tätig werden.

Müsste ein Amtswehrführer nicht auf lange Sicht gewählt werden?

Stange: Das Amt braucht aber jetzt jemanden. Deshalb müsste erst einmal einer kommissarisch eingesetzt werden, bis eine Wahl stattgefunden hat. Ob der- oder diejenigen für zwei Jahre eingesetzt werden, ist offen. Fakt ist: Es muss jemand machen.

Das heißt, Sie stehen in Zukunft nicht länger als kommissarischer Amtswehrführer zur Verfügung?

Stange: Nein. Ich habe gesagt, ich stehe bis zur nächsten Amtswehrführerwahl zur Verfügung. Die hatten wir, aber die Mehrheit der Feuerwehren war gegen den Kandidaten. Mir persönlich tut das sehr leid. Denn einen besseren Kandidaten als Michael Manfraß hätten wir nicht haben können. Er ist fachlich sehr gut geeignet, Ausbilder beim Kreis, hat also auch einen sehr guten Draht zum Kreisfeuerwehrverband. Dass so ein Mann nicht gewählt wurde, also dümmer geht es nicht. Da haben die Feuerwehren im Amt eine sehr große Chance verpasst.

Wird es schwer werden, einen neuen Kandidaten zu finden?

Stange: Ich denke, wir werden in den nächsten fünf, sechs oder zehn Jahren keinen Amtswehrführer mehr finden. Das tut sich bestimmt niemand mehr an. Ob das Karsten Slotta bei der ersten Wahl war, Udo Gutschke bei der zweiten oder Michael Manfraß jetzt. Sie alle waren geeignete Kandidaten. Und trotzdem wurden sie nicht gewählt.

Was glauben Sie, welche Gründe gibt es dafür?

Stange: Was im Amt Schönberger Land bei den Feuerwehren los ist, das gibt es nirgendwo sonst im Kreis. Es kann doch nicht sein, dass sich dreimal Kandidaten stellen, und dreimal fallen sie durch. Die Feuerwehren schaufeln sich dadurch ihr eigenes Grab. Und dass sich ein Kandidat zur Wahl stellt, der die Voraussetzungen gar nicht erfüllt, ist noch die Krönung.

Sie sprechen von Jens Hillbrecht, dem Wehrführer der kleinen Wehr Grieben?

Stange: Er muss erst einmal in seiner eigenen Feuerwehr aufräumen. Die Wehr ist gar nicht einsatzbereit. Und dann will er die Wehren des Amtes führen. So etwas geht ja gar nicht. Das ist für mich eine Frechheit hoch drei.

Grieben ist nicht die einzige Wehr im Amt , die nicht einsatzbereit bereit ist. Auch in Groß Siemz, in Roduchelstorf und weiteren Gemeinden gibt es Probleme. Wie stehen sie zum Thema Fusionen?

Stange: Ich finde, kleine Feuerwehren sollten fusionieren. Zum Beispiel Grieben und Menzendorf. Grieben hat ein großes Feuerwehrgerätehaus, das die Kameraden gar nicht brauchen, weil sie nicht genügend Atemschutzgeräte-Träger haben. Menzendorf dagegen hat Leute, aber kein Feuerwehrgerätehaus. Also im Amt Schönberger Land gibt es Zustände bei den Feuerwehren. Die dürfte man gar nicht mehr zulassen.

Was meinen Sie damit?

Stange: Im Amt gibt es unhaltbare Zustände. Das kann so nicht weitergehen. Einige Feuerwehren machen, was sie wollen, und der Kreis macht nichts. Wenn der Kreis sagt: Wir sind zuständig für die Prüfungen bei den Feuerwehrleuten, dann sollen die zuständigen Personen das auch richtig prüfen und danach handeln. Was die Feuerwehren angeht, wird viel zu oft ein Auge zugedrückt. Das muss endlich aufhören. Sonst brauchen wir keine Gesetze, keine Dienstvorschriften und auch keinen Amtswehrführer mehr.

Sie meinen, dass es im Kreis zahlreiche Feuerwehrleute gibt, denen die Ausbildung fehlt, die aber in Führungspositionen ehrenamtlich tätig sind?

Stange: Ja. Und da wird einfach weggeschaut. Ob das der Kreisfeuerwehrverband ist oder Mitarbeiter für den Brandschutz beim Landkreis. Sie alle lassen viel zu viel durchgehen, drücken ganz viele Augen zu. Das wäre eigentlich mal eine Sache für das Innenministerium in Schwerin. Denn das darf nicht sein und kann auch nicht so weitergehen. Deshalb habe ich auch keine Lust mehr als Amtswehrführer. Ich wollte gerne helfen, aber als Alleinkämpfer ist man oftmals verloren.

Die Geschichte

Amtswehrführer des Amtes Schönberger Land wollte Michael Manfraß werden. Ende April stellte er sich zur Wahl. Er erhielt sechs von 15 Stimmen. Somit wurde weiter nach einem Kandidaten gesucht – der sich nicht fand.

Seit Ende 2009 gibt es keinen gewählten Amtswehrführer. Damals war der Schönberger Kurt Steinbrück aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Anschließend gab es zwei Wahlen.

Karsten Slotta und Udo Gutschke verfehlten die einfache Mehrheit. Mehr als vier Jahre gab es keinen Kandidaten. Im Februar 2014 erklärte sich Michael Stange, ehemaliger Wehrführer von Schönberg, bereit, die Position kommissarisch zu übernehmen. Seine zwei Jahre endeten im Februar.

Interview von Steffen Oldörp

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