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Integrationsbüro geplant: Asylberechtigte finden Hilfe

Wismar Integrationsbüro geplant: Asylberechtigte finden Hilfe

Im Jobcenter NWM kümmern sich dessen Fachkräfte, Landkreis-Mitarbeiter und Awo-Integrationslotsen gemeinsam um Flüchtlinge / Sozialministerin Hesse: Super Idee

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Integrationsfachkraft Souleimane Brahim erläutert einem Syrier auf Arabisch seine Rechte und Pflichten, zum Beispiel wie er eine Wohnung findet, wie groß sie sein darf, dass er seinen Lebenslauf schreiben und bei Krankheit eine Krankschreibung vom Arzt vorlegen muss. Der 22-Jährige möchte mit seinem Bruder zusammen wohnen, seine Buchhalterausbildung beenden und seine Frau aus Syrien nachholen.

Quelle: Fotos: Werfel, Oz

Wismar. Als im Herbst 130 Flüchtlinge auf einmal in Nordwestmecklenburg ankamen, bildete das Jobcenter ein Migrationsteam. Dazu gehören die Integrationsfachkräfte Souleimane Brahim, der in Wismar sein Ingenieurstudium beendet hat, Adil Farah, ein Marokkaner mit deutscher Staatsbürgerschaft, und die gebürtige Wismarerin Noura Sedrati als Übersetzerin. Laut Geschäftsführer Martin Greiner ist es das einzige Migrationsteam in Westmecklenburg.

OZ-Bild

Im Jobcenter NWM kümmern sich dessen Fachkräfte, Landkreis-Mitarbeiter und Awo-Integrationslotsen gemeinsam um Flüchtlinge / Sozialministerin Hesse: Super Idee

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„Die Asylanträge in Mecklenburg-Vorpommern werden so zügig bearbeitet, dass die Flüchtlinge schnell bei uns im Jobcenter ankommen“, sagt Greiner. Deshalb ist jetzt ein Integrationsbüro geplant, um die Asylberechtigten noch schneller in die Gesellschaft zu integrieren. Darüber informierten Landrätin Kerstin Weiss (SPD) und Martin Greiner gestern Birgit Hesse (SPD), Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in MV. In dem Büro sollen sich die beiden Integrationsfachkräfte des Jobcenters gemeinsam mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung und den beiden Integrationslotsen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) um die Belange der Migranten kümmern. Einen entsprechenden Antrag von SPD und CDU hat der Kreistag beschlossen (die OZ berichtete).

„Etwa fünf, sechs Mitarbeiter werden sich als zentrale Ansprechpartner um die Bewilligung der Leistungen des Jobcenters und des Landkreises kümmern, wenn es um Sprachkurse, die Beschaffung von Wohnraum, Kita-Plätzen und um Beschulung geht“, erläuterte Kerstin Weiss. Auch Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) bot Hilfe aus dem Fachdienst Jugend an.

Das Integrationsbüro ist „eine super Idee“, lobte Ministerin Hesse. „Wir müssen viel mehr mit den Leuten reden. Das ist eine große Chance, denn wir haben im Land Arbeit und Wohnungen.“ Es sei ernüchternd für sie gewesen, in der Unterkunft in Groß Stieten am Donnerstag zu hören, dass die Lehrerin, der Elektriker und der Security-Mann aus Syrien lieber in Großstädte umziehen wollen, als hier im Land zu bleiben. Während es in München weder Wohnraum noch Arbeit gibt, würden in Wismar laut Bürgermeister etwa 1000 Wohnungen zur Verfügung stehen.

Laut Greiner soll das Konzept fürs Integrationsbüro Mitte Juni von der Trägerversammlung, der der Landkreis und die Hansestadt angehören, beschlossen werden. Das Büro wird im Jobcenter gleich hinter dem Empfangsbereich eingerichtet. Wenn die Flüchtlinge den Asylstatus haben, kommen sie ins Jobcenter. Auch jene, die aus den Großstädten zurück nach Wismar kommen, melden sich hier.

Sowohl Geschäftsführer Greiner als auch Bürgermeister Beyer wiesen mit Sorge auf die nicht ausreichende Finanzierung des Jobcenters für die Asylberechtigten hin. 678 sind laut Greiner als Kunden registriert, kalkuliert habe er ursprünglich mit 400. „Zum Jahresende rechnen wir mit einer vierstelligen Zahl. Wir haben für den Bereich Asyl schon dreimal mehr Geld ausgegeben.“ Eigentlich sei das Jobcenter schon jahrelang unterfinanziert, ergänzte Thomas Beyer. „Langzeitarbeitslose kosten Geld, wenn man sie integrieren will.“

Birgit Hesse setzt ihre Hoffnungen auf das Integrationsgespräch der Ministerpräsidenten nächsten Freitag mit Kanzlerin Merkel. Der Bund müsse sich mehr an den Integrationskosten beteiligen, fordert Hesse, entweder mit einer Pauschale pro Flüchtling oder mit Fördermitteln für konkrete Projekte. Landkreise und kreisfreie Städte seien zudem bei den Kosten der Unterkunft, die sie für asylberechtigte Leistungsempfänger aufbringen, zu entlasten. Mehr Druck müsse laut Greiner auch auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ausgeübt werden. „Es gibt nicht genug Integrationskursangebote, weil Träger dafür fehlen. Sie finden nicht genug Lehrer mit Deutsch als Fremdsprache.“ Hinzu komme die unattraktive Bezahlung. Asylberechtigte würden 22 Wochen auf einen Kurs warten.

Von Haike Werfel

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