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Grevesmühlen Investor will Seminarcenter umbauen
Mecklenburg Grevesmühlen Investor will Seminarcenter umbauen
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09:48 16.04.2018
Die Baracke am Ploggensee steht seit mehreren Jahren leer, nun könnte ein Therapie-Zentrum dort entstehen. Quelle: Foto: M. Prochnow
Grevesmühlen

Seit mehreren Jahren steht es leer, das ehemalige Seminarcenter am Ploggensee. Die Baracke, in der vor der Wende die Versicherung untergebracht war, könnte bald zu einem Therapiezentrum umgebaut werden. Marcel Sass, Unternehmer aus Ludwigslust, betreibt bereits mehrere dieser Zentren in Norddeutschland. „Der Standort am Ploggensee ist ideal für das, was wir machen“, erklärte der Geschäftsführer der Sanitas Intensivpflege.

„„Ein vorhaben- bezogener B-Plan ist notwendig, aber ich denke, dass wir der Ansicht sind, dass die Idee für dieses Gebäude Zustimmung findet.“Erich Reppenhagen, Vorsitzender Bauausschuss

Das Geschäftsfeld, das Sass abdeckt, hat nichts mit den Pflegediensten zu tun, die beispielsweise das DRK anbietet. Die Intensivpflege kümmert sich um Menschen, die nicht mehr auf der Intensivstation liegen müssen, aber in einem herkömmlichen Heim nicht ausreichend betreut werden können. „Wir haben vom Frühchen bis zum Rentner mit Schlaganfall Patienten mit neurologischen Störungen“, so Sass. In Grevesmühlen könnten zwölf Pflegeplätze entstehen, um die sich dann mehr als 30 Pflegekräfte kümmern würden. Die Intensivpflege arbeitet mit einem Pflegeschlüssel von 1:3. Bedeutet: Drei Pflegekräfte für einen Patienten. Davon können konventionelle Heime nur träumen.

Wie Marcel Sass im Bauausschuss der Stadt Grevesmühlen schilderte, sei ihm das leer stehende Gebäude am Ploggensee schon länger ins Auge gefallen. Inzwischen hat er sich mit Maklerin Kerstin Hinze in Verbindung gesetzt. „Ich würde es kaufen, wenn ich von der Stadt das Signal bekomme, dass das hier gewollt ist.“ Denn nicht überall sind die Anwohner mit einer Intensivpflege in der Nachbarschaft einverstanden. „In Schwerin mussten wir gerade umziehen, weil es nicht funktioniert hat.“ Die Mitglieder des Bauausschusses in Grevesmühlen sehen die Idee durchaus positiv. Erich Reppenhagen, Vorsitzender des Gremiums: „Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan ist meiner Meinung nach notwendig, aber ich denke, dass wir der Ansicht sind, dass die Idee für dieses Gebäude Zustimmung findet.“

Laut Marcel Sass sei die Nähe zum Krankenhaus, zur Badeanstalt sowie zur Stadt und zur Festwiese der große Vorteil der Immobilie. „Natürlich geht es hier um Patienten, die viel und besondere Pflege brauchen. Aber was sie auch brauchen ist der Kontakt zum normalen Leben, und da sind das Freibad und der Zirkus auf der Festwiese genau das Richtige. Das Krankenhaus sowie die Fachärzte in Grevesmühlen sind ebenfalls ein Riesenvorteil.“

Mit der neuen Nutzung könnte das Areal am Ploggensee endlich wieder genutzt werden. Denn nachdem das Seminarcenter den neuen Richtlinien der Arbeitsagenturen zum Opfer gefallen war – die Förderungen für den zweiten Arbeitsmarkt waren vor Jahren drastisch zusammengekürzt worden – stand das Gebäude leer. Zwischenzeitlich hatten sich bereits Träger von Pflegeeinrichtungen für die Baracke interessiert. Doch mehr als eine Idee wurde daraus nicht. 2012 hatte das Seminarcenter nach 21 Jahren den Betrieb eingestellt. In direkter Nachbarschaft plant die Stadt Grevesmühlen übrigens einen Wohnmobilstellplatz.

Michael Prochnow

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