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Grevesmühlen Janne Brandt und ihre Künste
Mecklenburg Grevesmühlen Janne Brandt und ihre Künste
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14:34 16.05.2018
Janne Brandt mit Fisch aus Pappmaché in ihrem Garten in Klütz - der an Pfingsten zu Kunst offen Besucher in der Zeit von 11 bis 17 Uhr, jeweils am Pfingstsamstag und Pfingstsonntag empfängt. Außer den Figuren aus Pappmaché gibt es noch Kleidungsstücke aus Wolle und Filz und vielerlei Accesssoires zu sehen. Quelle: Annett Meinke
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Klütz

Janne Brandt, Künstlerin aus Klütz öffnet an Pfingsten, wie viele andere Künstler Mecklenburgs wieder Haus und Garten (Pfingstsamstag- und sonntag in der Zeit von 11 bis 17 Uhr), um Besucher zu empfangen, die sich für Kunst aus der Region interessieren. „Um das Verkaufen geht es dabei weniger“, sagt sie. „Die meisten wollen eher ein paar Tipps, wie man dieses oder jenes macht. Männer fragen nach den Sachen aus Pappmaché, Frauen nach dem Stricken und Filzen.“

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Seit acht Jahren lebt die ehemalige Hamburgerin Tanzpädagogin in Klütz. Seitdem sie pensioniert ist, widmet sie sich ganz der Kunst - der Strickkunst, Filzkunst und ihren Figuren aus Pappmaché. An Pfingsten lädt sie wieder in ihren Garten ein.

Die ehemalige Hamburger Tanzpädagogin hat es vor acht Jahren gen Osten gezogen. Ursprünglich stammt die 76-Jährige aus Pommern. „Im Alter ein bisschen näher Richtung Heimat“, sagt sie und ist immer noch froh, dass sie das kleine Haus in der Klützer Innenstadt gefunden hat. Dazu gehört ein schmaler, langer Garten, der sich hinter dem Haus befindet, von dem aus sie die Kirchturmspitze sehen kann. Die Ställe, die es dort auch gibt, beherbergen jetzt Kunst anstatt von Tieren. Kater Putzi ist der einzige tierische Gefährte, den Janne Brandt an ihrer Seite hat.

Janne Brandt heißt eigentlich Helga Marianne Brandt. Den Künstlernamen hat sie sich schon in Hamburg zugelegt: „Einfach weil es in Hamburg imTelefon zu viele Helga Brandts gab und mich und mein Atelier keiner so einfach finden konnte.“

Mit dem Stricken fing alles an - zunächst „ganz normal“, wie sie sagt: „Die Kinder (sie hat drei und auch einige Enkel inzwischen) mussten bestrickt werden.“ Danach wanderte die Strickmaschine auf den Boden. Es gab genug anders zu tun, ein eigenes Tanzstudio aufzubauen, Geld zu verdienen.

An die Initialzündung, sich in Richtung Kunst konsequent weiter zu bewegen, erinnert sich Janne Brandt noch genau. Es war im Februar 1987, als sie wie elektrisiert vor einem Schaufenster in Hamburg-Eppendorf stehenblieb, das komplett bestrickt war - und für sie deshalb sehr bestrickend. „Nicht so wie andere Fenster mit langweiligen Stickauslagen. Da waren ganz tolle, verrückte gestrickte Sachen zu sehen.“ Sie rannte nach Hause, holte die alte Maschine vom Boden, knüpfte zwei alte Pullover aus schwarzer und grauer Wolle auf und legte los. Machte was ganz Eigenes daraus.

So hielt sie es fortan mit dem, was sie strickte und später auch mit dem Filzen und dem Pappmaché. Das Eigene, der eigene Stil ist Janne Brandt ungemein wichtig. Sie mag es verschiedene Materialien zu Strukturen zu verbinden, die außergewöhnlich sind. Das sagt sie, spielt eine größere Rolle als Farben und Muster. „Wer bei mir herkömmliche Strickmode erwartet, wird enttäuscht sein“, sagt sie. Sie strickt auch nicht auf Auftrag. Sie hat eine Idee, eine Intuition und legt los. Und dann entstehen sie, die Kleider mit auffälligen Strukturen oder Mäntel, Schals und vieles mehr.

Wer sie dann besuchen kommt und sich von einem Stück angezogen fühlt, probiert es an und kauft es, wenn es passt. Bei Hüten ist sie nicht ganz so streng. „Wenn einer partout eine bestimmte Farbe haben will, dann kann ich da schon mal den entsprechenden Filz auf Bestellung verarbeiten“, sagt sie.

Janne Brandt hat schon einige öffentliche Beachtung mit ihrer Kunst gefunden. „Einmal war sogar der NDR hier und hat gefilmt“, erzählt sie. Damals ging es vor allen Dingen um ihre Kleider, Mäntel, Hüte, Schals und um ihr Model - eine Nachbarin - weniger um die Figuren aus Pappmaché, von denen einige fast lebensgroß sind, andere wieder kleiner.

Einen Wunsch hat Janne Brandt - und vielleicht erfüllt er sich an Pfingsten. Sie sucht noch mehr Models, die sie inspirieren - die die Dinge tragen können und wollen, die sie kreiert und sich dann darin fotografieren lassen. Denn das Fotografieren ihrer tragbaren Kunst ist ihr fast das Liebste sagt sie. Sie besitzt einige Kataloge, die zeigen, was alles an Fantastischem sie schon erschaffen hat.

Kunst offen an Pfingsten:

Textile Unikate

Janne Brandt, Predigerstraße 14, Nähe Kirche Klütz

ansonsten: Offen nach Vereinbarung oder einfach auf gut Glück

Meinke Annett

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