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Jobben für den Traumberuf Erzieher

Grevesmühlen Jobben für den Traumberuf Erzieher

Anika Kühnapfel (21) hat sich in vielem versucht, um ihre Ausbildung zu finanzieren

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Anika Kühnapfel (hinten l.) und Janin Nüske mit den Kindern der Mittelgruppe aus der Kita „Am Lustgarten“.

Quelle: Fotos: Jana Franke

Grevesmühlen. Sie sind Mangelware, werden in zahlreichen Kitas händeringend gesucht. Doch warum gibt es so wenig Erzieher? Ein Grund ist die Vergütung während der Ausbildung – es gibt nämlich keine. Und zwar vier Jahre lang nicht, wenn zunächst die Ausbildung zum Sozialassistenten und dann zum Erzieher absolviert wird.

 

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Anika Kühnapfel (21) mit ihrer Tortenkreation. Bis Mitte Juli absolviert sie noch ihr Praktikum in der Kita „Am Lustgarten“ in Grevesmühlen.

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Sie ist sehr beliebt bei den Kindern. Ich persönlich fin- de es sehr schade, dass sie nicht bei uns anfängt.“ Janin Nüske (32), Erzieherin in der Kita „Am Lustgarten“ und Mentorin von Anika Kühnapfel

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Gut ist der dran, der finanzkräftige Eltern oder Partner hat – oder BaföG zumindest für die Erzieherausbildung bekommt, das allerdings zu zwei Drittel zurückgezahlt werden muss. Letztgenanntes steht Anika Kühnapfel zur Verfügung – 624 Euro im Monat. Davon sind 418 Euro Kredit, der ab 2018 zurückgezahlt werden muss. Dennoch war für die 21-Jährige schon immer ihr Berufswunsch klar: Ich will Erzieherin im Kindergarten werden.

„Ich komme aus einer Pädagogenfamilie“, begründet sie lächelnd. Oma war Erzieherin, Mutti ist Lehrerin, ebenso ihre Schwester. Ihr Cousinen sind auch Erzieherinnen. „Lehrerin kam für mich nicht in Frage“, verdeutlicht sie. Zu ihrer Mutter habe sie immer gesagt, dass ihr die großen Kinder zu viel erzählen, sagt sie lächelnd. Obwohl bei den Kindern in der städtischen Kita „Am Lustgarten“ in Grevesmühlen der Mund auch nicht unbedingt stillsteht. Dort absolviert die junge Frau aus Schwerin gerade ihr Abschlusspraktikum in der Mittelgruppe. Wenn alles gut läuft, hat sie am 15. Juli ihr Zeugnis in der Tasche – und beginnt dann ihre Festanstellung in Gadebusch.

Anika hat sich in vielem versucht, sich in ihrer Ausbildung – überwiegend theoretisch, zwölf Wochen im Jahr drückte sie die Schulbank – finanziell über Wasser zu halten. „Wenn ich bis 15.15 Uhr Schule hatte, habe ich im Anschluss bis 20 Uhr und länger in einem Einkaufszentrum gejobbt. Außerdem auch sonnabends und mitunter sonntags.“

Außerdem hat sie sich mit einer Freundin als Hobbybäckerin versucht. „Wir haben Torten für Kindergeburtstage, Hochzeiten oder andere Anlässe gebacken“, erzählt sie. Wegen der Abschlussprüfungen musste Anika aber alles zurückschrauben. „Meine Eltern haben die Miete gezahlt, mein Freund einen Großteil der Lebensunterhaltungskosten. Der Großteil meines BaföGs geht für Spritkosten drauf“, schildert sie. Und trotzdem: Die Lebensfreude der Kinder reizt sie vor allem an dem Job. „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht fröhlich aus der Kita rausgehe“, beschreibt Anika. Die Kinder würden ihr immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und: „Jeder Tag ist anders.“

Von ihren Backkünsten konnten sich auch die Erzieher in der Grevesmühlener Kita überzeugen. Mit dunklem Teig, einer Zuckerrohmasse, Schokolade und Lebensmittelfarbe zauberte sie eine Torte mit dem Logo der Kita. „Ich glaube, dass die lecker war. Jedenfalls war nur noch ein Stück übrig“, erzählt sie stolz lächelnd.

Ihre Tage in der Kita „Am Lustgarten“ sind gezählt. Mit etwas Wehmut schaut sie zurück. „Es hat mir gefallen, ich hatte mich auch beworben. Aber die Stadt meldete sich lange nicht auf meine Bewerbung und ich habe mich anderweitig umgeguckt und wurde in Gadebusch genommen“, sagt sie. Ihre Betreuerin Janin Nüske (32) bedauert das persönlich sehr. „Bei den Kindern war sie sehr beliebt.“ Sie wurde hier geherzt und dort gedrückt. „Den Kindern wird es schwerfallen, wenn sie geht“, glaubt Nüske.

Ausbildung

In einer zweijährigen Ausbildung werden Frauen und Männer zunächst als pädagogische Assistenzkräfte qualifiziert. Aufbauend auf diesen Beruf folgt eine zweijährige Ausbildung zum Erzieher.

In einem durchgehenden Zeitraum von sechs Wochen führen Teilnehmer ein Praktikum durch. Der praktische Teil beträgt insgesamt 48 Wochen – zwölf Wochen pro Jahr.

Schulische Ausbildungsstätten gibt es in Schwerin, Rostock, Greifswald, Waren, Güstrow, Neubrandenburg und Stralsund.

Jana Franke

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