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Jobcenter verschickt Pendlerbriefe

Wismar Jobcenter verschickt Pendlerbriefe

Rund 15 000 Nordwestmecklenburger pendeln täglich oder wochenweise zur Arbeit, vor allem nach Schleswig-Holstein oder Hamburg. Mit einem „Pendlerbrief“ wollen der Landkreis, die Arbeitsagentur und das Jobcenter nun versuchen, Pendler zur Rückkehr in die heimische Region zu gewinnen.

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1000 dieser Pendlerbrief werden in den nächsten Wochen verteilt. Die Arbeitsagentur hofft auf eine große Resonanz.

Wismar. „Im ,Pendlerbrief‘ zeigen wir die Chancen auf Arbeit und Berufsausbildung in der Region auf“, sagte gestern Dirk Heyden (49), Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Schwerin.

In dem Faltblatt werden die Unternehmen euroimmun in Dassow und Egger Holzwerkstoffe in Wismar vorgestellt, vielfältige Arbeitsangebote in einer Top 10 aufgeführt sowie „....echte freie Stellen“

aufgelistet. 1000 Exemplare des „Pendlerbriefs“ sollen in der Woche vor Ostern auf den Pendlerparkplätzen an der Autobahn hinter die Windschutzscheibe der Pkw geklemmt sowie an Tankstellen nahe der A 20 verteilt werden. „Unser Landkreis bietet sehr gute Möglichkeiten, Beruf und Familie zu verbinden. Das ist in Hamburg sehr viel schwerer“, so Landrätin Birgit Hesse (38). „Dort verdient man zwar mehr, aber das Leben ist teurer. Unsere Region bietet die Chance, sich ein Leben aufzubauen.“

Die Unternehmen im Landkreis suchen händeringend Arbeitskräfte. Das ist zum einen der demografischen Entwicklung geschuldet, zum anderem würden sich laut Heyden die Firmenansiedlungen der vergangenen Jahre jetzt auswirken. 2012 registrierten Arbeitsagentur und Jobcenter einen Zugang von 3565 offenen Stellen, 98 mehr als im Vorjahr. Der Arbeitsagenturchef geht davon aus, dass das Wachstum an Beschäftigung moderat weitergehe. Die Fachkräftesicherung sei daher die zentrale Herausforderung. „Der werden wir uns noch engagierter stellen“, erklärte Martin Greiner (47), seit 1. März neuer Geschäftsführer des Jobcenters. Bei weiter rückläufigen Bundesmitteln wolle es nun noch stärker in die Betreuung der unter 25-jährigen Arbeitslosen sowie in die Qualifizierung von Erwachsenen bis 35 Jahren investieren. Greiner fordert die Wirtschaft auf, das Jobcenter dabei zu unterstützen, Frauen und Männern bis 35 Jahren eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Er kündigte an, auch eine betriebliche Einzelumschulung zu ermöglichen.

Nordwestmecklenburg konnte 2012 den landesweit größten Rückgang der Arbeitslosigkeit aller Landkreise verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt waren 9052 Menschen erwerbslos gemeldet, 887 weniger als im Vorjahr. Im Bereich der Grundsicherung ging die Arbeitslosigkeit um 653 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote in Nordwestmecklenburg sank um 7,5 Prozent und lag bei 10,6 Prozent. Auch die Hilfebedürftigkeit konnte im vergangenen Jahr nochmals um 4,8 Prozent gesenkt werden. So bezogen im Jahresdurchschnitt 16 199 Personen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Das waren 823 weniger als 2011.

„Unser Kreis bietet sehr gute Möglichkeiten, Beruf und Familie zu verbinden.“
Landrätin Birgit Hesse

Haike Werfel

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