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Grevesmühlen Jugendzentrum: Träger zieht sich zurück
Mecklenburg Grevesmühlen Jugendzentrum: Träger zieht sich zurück
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00:05 03.02.2018
Für das Jugendzentrum in der mittleren Etage des Bahnhofsgebäudes in Grevesmühlen wird ein Betreiber gesucht. Quelle: Fotos: Jasmin Nörenberg,dirk Hoffmann
Grevesmühlen

Mit einem personellen Wechsel im Verein für Jugendeinrichtungen Nordwestmecklenburg kam der Stein ins Rollen. Der Träger des Jugendzentrums im Bahnhofsgebäude in Grevesmühlen äußerte gegenüber der Stadt den Wunsch, das Engagement nicht fortsetzen zu müssen. „Daher war uns klar, dass die bisherige Konstellation mit einer zweigeteilten Trägerschaft aus Stadt und dem Verein für jeweils einen Mitarbeiter nicht mehr aufrechterhalten werden kann“, erklärt Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler auf Nachfrage.

Stadt Grevesmühlen sucht Nachfolger / Bürgermeister: Interesse sei da

Bislang war die Jugendsozialarbeit durch die Stadt in Kooperation mit dem Verein durchgeführt worden. Zwei Arbeitsplätze mit jeweils 40 Wochenstunden wurden vorgehalten. Nachdem zuerst eine Fachkraft zum 31. Oktober 2017 ihr Arbeitsverhältnis mit dem Verein beendet hatte und die städtische Fachkraft im Dezember den Wunsch eines internen Arbeitsplatzwechsels äußerte, musste die Stadt reagieren.

Nun sucht sie für die Jugendarbeit einen privaten Betreiber.

Die Chance, jemanden zu finden, der diese Aufgabe übernimmt, sei gegeben, so der Bürgermeister. „Das Interesse von Vereinen ist durchaus vorhanden.“ Es werde ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren beabsichtigt – wenn die Stadtvertretung diesem zustimmt. „Danach können wir erst konkret sagen, wie viele Interessenten es gibt. Wir haben uns aber im Vorwege in informellen Gesprächen vergewissert, dass überhaupt Interesse möglicher Träger besteht und können dies aus heutiger Sicht bejahen“, resümiert Lars Prahler.

Mit sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung signalisierte der Hauptausschuss der Stadt in seiner jüngsten Sitzung bereits, dass der Bürgermeister beauftragt werden soll, ein solches Interessenbekundungsverfahren zur Übernahme der Trägerschaft durchzuführen. Gibt auch die Stadtvertretung grünes Licht, könnte der Wechsel noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Was wird sich für die Jugendlichen ändern? „Das lässt sich erst sagen, wenn wir wissen, wer der neue Träger ist“, nimmt Lars Prahler vorweg.

Wichtig für die Stadt sei, dass die Jugendarbeit im Bürgerbahnhof mit hoher Qualität fortgesetzt wird. „Dazu gehören aus unserer Sicht attraktive, niederschwellige Angebote zur Freizeitgestaltung, aber auch kulturelle Veranstaltungen und dass die Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes da abgeholt werden, wo sie sind. Wichtig ist uns auch eine gute Netzwerkarbeit mit den Schulen und den Vereinen in unserer Stadt“, fasst das Stadtoberhaupt zusammen.

Lukas Kalies besucht das Jugendzentrum regelmäßig und wäre traurig, wenn es das Angebot in der Stadt nicht mehr geben würde. Am liebsten spielt der Zehnjährige dort Tischkicker. „Manchmal bastele ich auch, obwohl mir das nicht ganz so viel Spaß wie Kickern macht“, gibt der Grundschüler zu. Zu bemängeln hat er am dortigen Angebot nichts. „Es ist alles gut, es gefällt mir dort sehr.“ Das Jugendzentrums hat Gina Gießner besonders gern in den Ferien besucht. Die Bastel-, Koch- und Werkaktionen haben der Neunjährigen richtig viel Spaß gemacht, sagt die Grevesmühlenerin. „Vor allem sind die neuen Räume im Bahnhof viel besser als die alten an der Bürgerwiese“, ergänzt sie. Jetzt sei alles viel gemütlicher.

Campus: An Plänen gefeilt

In der Kreisverwaltung sei das Vorhaben der Stadt Grevesmühlen, unterschiedliche Schulformen räumlich zusammenzuführen, wohlwollend zur Kenntnis genommen worden, informierte Bürgermeister Lars Prahler die Mitglieder des Hauptausschusses in der jüngsten Sitzung. „Wir wollen einen Schulcampus bauen. Das können wir aber definitiv nicht allein“, resümierte er. Der Ausbau des Standortes am Ploggenseering mit der dortigen Grundschule, der Regionalen Schule „Am Wasserturm“, der Mosaikschule der Diakonie und der Förderschule „An den Linden“ in der Wismarschen Straße zu einem Schulcampus wird die Stadt wohl noch einige Jahre beschäftigen. Für ein derartiges Vorhaben hatte sich die Arbeitsgruppe „Schulentwicklung 2030“, die sich aus politischen Mandatsträgern, Elternvertretern aus Schulen und Hort, Schulleitungen sowie Vertretern der Diakonie, des Landkreises und der Stadtverwaltung zusammensetzt, ausgesprochen. Ziel sei es, optimale Lern- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. So könne das gemeinsame Lernen im Sinne der Inklusionsstrategie des Landes MV vom Mai 2017 vom Anfang der schulischen Laufbahn bis zu ihrem Ende gelebt werden, so Prahler.

Dh Jana Franke und Dirk Hoffmann

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