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Grevesmühlen Kampf gegen Ölpest an der Ostsee
Mecklenburg Grevesmühlen Kampf gegen Ölpest an der Ostsee
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00:00 17.10.2016
Ein Einsatzboot des Havariekommandos verlegt eine Ölsperre auf den Wogen der Ostsee bei Wohlenberg.

Er ist jederzeit möglich: Ein schwerer Unfall mit Öl, das auf die Ostseeküste zutreibt. „Die Ostsee ist eines der am dichtesten befahrenen Meere. Es besteht immer die Möglichkeit, dass etwas passiert“, sagt Ralf Hecht, Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg in einer mobilen Einsatzzentrale an der Wohlenberger Wiek. In der Ostsee und auf dem alten Anleger übten am Sonnabend 57 Einsatzkräfte aus Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Behörden für den Ernstfall.

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Einsatzkräfte und Behörden proben an der Wohlenberger Wiek für den Ernstfall / Er ist jederzeit möglich

„Wir gehen davon aus, dass beim Betanken ein Unfall passiert ist“, erklärt Ralf Hecht. Mehrere hundert Liter Öl sollen ins Meer geflossen sein. Die Einsatzkräfte proben, eine Ölsperre aufs Wasser zu bringen, Flüssigkeit aufzunehmen, in mobilen Behältern zwischenzulagern und den Strand zu säubern. Und sie üben, wie sie sich mit Schutzbekleidung und Masken vor gesundheitlichen Gefahren bewahren, die von Unfällen mit Rohöl und Betriebsstoffen von Schiffen ausgehen. Die Folgen der Havarien können von Hautreizungen bis zu schweren Gesundheitsschäden reichen. Deshalb hat das Havariekommando in Cuxhaven eine neue Ausstattung beschafft: Container mit Technik und Vorzelten zum Schutz und zur Dekontamination. „Es geht auch um einen Stresstest“, erläutert Ralf Hecht. Geübt werde jährlich in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Am Sonnabend waren auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks Rostock, des Technischen Hilfswerks Bad Doberan sowie der freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Kalkhorst und der Stadt Klütz viele Stunden im Einsatz. Als Beobachter waren Angehörige der Bundeswehr und der Wasserschutzpolizei dabei. Schwerpunkte der Übung: Geräte zur Ölbekämpfung beherrschen, alle eingesetzten Kräfte und Behörden koordinieren. Ralf Hecht erklärt: „Wenn wir größere Schadensfälle hätten, würden wir weitere Kräfte mit einsetzen.“ Zu großen Havarien sei es bisher zum Glück nicht gekommen, aber: „Es gibt regelmäßig kleinere Ölschadensfälle hier an der Küste – meistens mit Motorbooten.“

Die waren gestern auf der unruhigen See nicht unterwegs. Das Wetter war ungemütlich: Regen, Kälte, steife Brise aus Nordost. Die Einsatzkräfte an der Wohlenberger Wiek nahmen’s sportlich. Roger Brückner vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg sagte, in einen dicken, leuchtroten Anorak gehüllt: „Das Wetter nimmt auch keine Rücksicht auf Havarien. Wir müssen bei jedem Wetter ran.“

V

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