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Grevesmühlen Kaufhaus erinnert an Rudolph Karstadt
Mecklenburg Grevesmühlen Kaufhaus erinnert an Rudolph Karstadt
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00:05 06.06.2017
Filialgeschäftsführerin Heike Pepic und Heinrich Bodenberger neben der neuen Büste von Rudolph Karstadt. Der Kopf befindet sich jetzt in einer Vitrine vor dem Kontor im Erdgeschoss des Stammhauses. Quelle: Fotos: Norbert Wiaterek, Jens Büttner/dpa
Wismar

Überraschung für die Kunden des Karstadt-Stammhauses in Wismar: Ein langer roter Teppich leitete sie am Sonnabend in das Warenhaus, ein Portier begrüßte die Gäste. Grund war der erste Rudolph-Karstadt-Tag in Wismar.

Gedenktag künftig immer am Sonnabend vor Pfingsten in Wismar

Am 14. Mai 2016 gab es in Wismar den Auftakt zum Jubiläumsjahr „135 Jahre Karstadt“. Der gebürtige Grevesmühlener Rudolph Karstadt hatte sein erstes Warenhaus am 14. Mai 1881 in der Krämerstraße 4 in Wismar eröffnet. „Wir wollten nicht bis zum 140. Jubiläum warten, um wieder feiern zu können“, sagte Eleonore Jennes. „Deshalb der Beschluss, mit einer Tradition zu beginnen und in Wismar künftig am Pfingstsamstag den Rudolph-Karstadt-Tag zu begehen“, erklärte die Leiterin des Verbundes Bremen, zu dem elf Karstadt-Filialen gehören, darunter auch die in Wismar. „Unser Unternehmen kann eine interessante Geschichte aufweisen. Dies wollen wir würdigen und an den Gründer erinnern“, betonte Filialgeschäftsführerin Heike Pepic.

Während die Kunden von Angeboten profitierten, sparte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) während des Empfangs im nicht mit Lob: „Der Rudolph-Karstadt-Tag ist eine tolle Idee. So wird die Erinnerung wachgehalten, vor allem nach außen.“ Für die Wismarer sei Karstadt sehr präsent. „Viele bleiben hier mit Gästen stehen und zeigen das Stammhaus. Es ist in das Stadtgedächtnis eingezogen, darauf sind wir stolz.“

Wie Eleonore Jennes berichtete, ist das Stammhaus eine der erfolgreichsten Filialen im Unternehmen. „Das hat auch damit zu tun, dass die Mitarbeiter für ihre Filiale leben.“ Eine Nachricht, die Beyer freut. „Ich bin froh, dass Karstadt immer zu seinem Stammhaus gestanden hat. Die Mitarbeiter, die Wismarer und die Gäste danken das. Wenn sich Karstadt gut entwickelt, ist es auch ein Zeichen dafür, dass sich Wismar gut entwickelt“, so der Verwaltungschef.

Auch Pepic sprach von einer „erfolgreichen Entwicklung“ des Stammhauses. Nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen hätten der Filiale in den vergangenen Wochen gute Umsätze beschwert. „Wir bauen das Sortiment mit neuen Marken weiter aus“, versprach die Filialleiterin. „Die Zukunft ist definitiv gesichert!“ Laut Jennes wolle Karstadt im Internet-Zeitalter auf Emotionen und Erlebnisse setzen:

spüren, riechen, schmecken, Kommunikation. Bei der Feierstunde waren auch der Schifffahrtskaufmann Holger-Philipp Bergt (51) aus Bremen, Heinrich Bodenberger aus Grevesmühlen und Birgit Lang vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Wismar dabei. Bergt, der Objekte aus der Karstadt-Historie sammelt, zeigt noch bis zum 10. Juni einige Exponate im Stammhaus. Bodenberger stellte eine neue, schwarze Büste von Rudolph Karstadt vor. Sie befindet sich auf einem Sockel in einer Vitrine vor dem Kontor. „Ich habe 30 bis 40 Stunden daran gearbeitet und einige Veränderungen im Vergleich zur bisherigen Büste vorgenommen, zum Beispiel die Augen anders gestaltet. Nun wirkt er freundlicher“, so der Künstler.

Birgit Lang freute sich, dass Karstadt in Wismar weiterhin den SkF im Rahmen der Aktion „Mama ist die Beste“ unterstützt, etwa mit dem Erlös aus dem Kuchen- und Sekt-Verkauf am Sonnabend. Bislang hatte der Verein knapp 5000 Euro erhalten, unter anderem für seine Frauen- und Familienarbeit.

Bewegte Geschichte

Am 14. Mai 1881 eröffnete Rudolph Karstadt (1856 bis 1944) sein „Tuch-, Manufaktur- und Confectionsgeschäft“ in der Krämerstraße. 1884 folgte die erste Filiale in Lübeck. 1931 gab es schon 89 Karstadt-Filialen.

Das Warenhaus in Wismar wurde 1907/1908 nach den Plänen des Architekten Johann Busch am heutigen Standort errichtet.

1945 waren 22 Filialen in der sowjetischen Besatzungszone enteignet. Im Westen waren mehr als 30 der verbliebenen 45 Häuser zerstört. Mit der Wiedervereinigung kehrte das Unternehmen 1990 an seinen Gründungsort in Mecklenburg zurück.

Norbert Wiaterek

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