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Keine Mehrheit für den Amtswehrführer

Schönberg Keine Mehrheit für den Amtswehrführer

Michael Manfraß hatte für den Posten im Amt Schönberger Land kandidiert / Er erhielt sechs von 15 Stimmen

Schönberg. Das Amt Schönberger Land sucht weiterhin einen gewählten Amtswehrführer. Bei der Wahl am Freitagabend im Hinterhaus des Rathauses in Schönberg entschieden sich die Feuerwehren gegen den einzigen zur Wahl zugelassenen Kandidaten Michael Manfraß.

 

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Michael Manfraß (r.) war enttäuscht. Der einzige Kandidat bei der Wahl zum Amtswehrführer bekam keine Mehrheit. Schönbergs Wehrführer Jörn Stange (l.) nannte das „traurig“.

Quelle: Steffen Oldörp

Für den 38-jährigen Schönberger stimmten sechs Feuerwehrleute, neun waren gegen ihn. Michael Manfraß war sichtlich enttäuscht. Er ist Schönbergs stellvertretender Wehrführer und war im Vorfeld zu allen Feuerwehren des Amtes gefahren, hatte sich vorgestellt, wollte wissen, welche Probleme die Ortswehren haben und ob sie ihn bei einer Wahl zum Amtswehrführer unterstützen. Sein Eindruck: „Es klang alles sehr wohlwollend.“ Mit Blick auf das aktuelle Wahlergebnis hatten ihm die Feuerwehren offenbar im Vorfeld aber nicht die Wahrheit gesagt.

Michael Stange, der bis Februar amtierender Amtswehrführer war, fand nach der Abstimmung deutliche Worte: „Das ist schade, das ist zwar Demokratie, aber ich finde es nicht gut, wie es hier im Amt mit den Feuerwehren läuft.“ Sein Bruder, Schönbergs Feuerwehrchef Jörn Stange, sagte: „Ich bin sehr enttäuscht von dieser Runde hier. Das was wir abgeliefert haben, finde ich mehr als traurig.“

Amtsvorsteher Frank Lenschow hatte vor der Abstimmung noch die Bedeutung der Wahl deutlich gemacht. „Wir sind seit fast einem halben Jahrzehnt ohne Amtswehrführer. Deshalb sind wir froh, dass wir jemanden haben, der bereit und qualifiziert ist, um diese Aufgabe zu übernehmen“, sagte er. Lenschow sprach von großen Herausforderungen beim Thema Brandschutz im Amt Schönberger Land. „Das wird alles nicht einfacher. Deshalb denke ich, dass ihr die Chance nutzen solltet, diese langjährige Vakanz zu beenden“, sagte er den Feuerwehrleuten.

Zwei Kandidaten hatten sich für den Posten beworben. Neben Michael Manfraß auch Jens Hillbrecht. Er ist Wehrführer in Grieben und Mitarbeiter beim Amt Schönberger Land, war dort jahrelang für Feuerwehren zuständig. Hillbrechts Bewerbung ließ die Verwaltung nicht zu, weil er im Gegensatz zu Michael Manfraß keinen Zugführerlehrgang absolviert hat. Diese Qualifikation ist notwendig für das Amt des Amtswehrführers.

Insgesamt durften 15 Vertreter von Feuerwehren des Amtsbereiches darüber abstimmen, ob sie Michael Manfraß als neuen Amtswehrführer haben wollen. Darunter die Wehrführer von Groß Siemz, Grieben, Lockwisch, Menzendorf, Herrnburg, Lüdersdorf, Palingen, Neuleben, Schattin, Schönberg, Harkensee, Selmsdorf sowie Lüdersdorfs Gemeindewehrführer Michael Schinke. Die Dassower Wehr hatte zwei Stimmen.

Wehrführer Daniel Selzer für die Gemeindewehr, sein Stellvertreter Peter Müller für die Ortswehr. Nicht wahlberechtigt war dagegen die Feuerwehr Roduchelstorf. Sie hat zurzeit weder einen Wehrführer noch einen Stellvertreter.

Seit Ende 2009 hat das Amt keinen gewählten Amtswehrführer. Damals war der Schönberger Kurt Steinbrück aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten. Anschließend gab es zunächst zwei Wahlen. Die Selmsdorfer Kandidaten Karsten Slotta und Udo Gutschke verfehlten die einfache Mehrheit. Mehr als vier Jahre lang wollte sich anschließend niemand dem Votum der Feuerwehren stellen und den Posten übernehmen.

Im Februar 2014 erklärte sich Michael Stange, ehemaliger Wehrführer von Schönberg, vor dem Amtsausschuss bereit, die Position des Amtswehrführers kommissarisch zu übernehmen. Seine zwei Jahre endeten im Februar. Deshalb war eine erneute Wahl notwendig - die inzwischen dritte.

Nach dem misslungenen Versuch am Freitag steht das Amt Schönberger Land weiterhin ohne Koordinator für die Wehren da. Auf die Frage der Lübecker Nachrichten, wie es jetzt weiter geht, erklärte der Leitende Verwaltungsbeamte Frank Lehmann: „Ich habe jetzt Wochenende.“ Auch Amtsvorsteher Frank Lenschow war für eine Stellungnahme nicht bereit. Nach Angaben von Wahlleiter Michael Schinke wollen sich die Feuerwehren des Amtes in sechs Wochen erneut treffen. Für Jörn Stange ein fragwürdiger Termin: „Ich glaube, wir brauchen uns in dieser Runde erst einmal nicht mehr treffen. Das hat keinen Zweck, weil wir einfach nicht fair miteinander umgehen. Ich weiß nicht, wen wir jetzt noch zur Wahl finden wollen. Denn jeder Kandidat, jeder geeignete wohl gemerkt, muss ja Angst haben, von der Runde hier in der Luft zerrissen zu werden und wie ein Idiot dazustehen.“

Von Steffen Oldörp

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