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Grevesmühlen „Kellergeister“ aus Boltenhagen
Mecklenburg Grevesmühlen „Kellergeister“ aus Boltenhagen
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00:13 15.03.2018
Mitglieder des Sozialverbands Boltenhagen/Klütz beim Besuch des Kellergewölbes der Hanse Sektkellerei in Wismar. Quelle: Fotos: Sylvia Kartheuser
Wismar/Boltenhagen

Die Mitglieder des Sozialverbands Boltenhagen/Klütz wissen jetzt, wie der Sekt in die Flasche kommt. Gut 30 der 58 Frauen und Männer haben die Hanse Sektkellerei in Wismar besucht. „Wir geben quasi die Kellergeister“, sagte Verbandsmitglied Waltraud Witt und lachte. Geschäftsführerin Astrid Ratz erklärte ihnen, wie in der Flasche aus Wein Sekt wird, wie sich Hefe bildet, was das Rüttelverfahren ist und dass beim Sekt andere Süßegrade gelten als beim Wein. Jährlich verlassen etwa 15000 Flaschen das Kellergewölbe – alle wurden mit viel Handarbeit in mindestens neun Monaten zur Reife gebracht.

Gut 30 Mitglieder des Sozialverbands zu Besuch in der Wismarer Hanse Sektkellerei

Viel über Sekt gelernt

„Das ist ein spannender Besuch. Hier erfährt man vieles, was einem gar nicht so bewusst war“, urteilte Klaus-Dieter Grashoff, der Vorsitzende des Sozialverbands Boltenhagen/Klütz. Zum Beispiel, dass der Flaschenhals vereist wird, um die Hefe unter dem Kronkorken zu entfernen, oder dass Sektflaschen wegen des Drucks generell aus dickerem Glas sein müssen. „Jetzt weiß ich endlich, warum Sektflaschen am Boden immer so eine tiefe Einbuchtung haben“, sagte Verbandsmitglied Waltraud Witt. Astrid Ratz hatte erklärt, dass auch das wegen des Drucks bei der Gärung nötig sei. „Ein flacher Boden könnte glatt herausgedrückt werden.“

Der Sozialverband veranstaltet regelmäßig Ausflüge. Zwei Mitglieder hatten Prospekte der Sektkellerei in der Kurverwaltung des Ostseebades gesehen und so kam es zu der Fahrt nach Wismar. „Die Führung zu buchen, war eine gute Idee“, sagte Waltraud Witt.

Auch ohne solche Touren treffen sich die Mitglieder regelmäßig. Alle 14 Tage geht es zum Kegeln nach Wohlenberg und zum Kartenspielen ins Hotel John Brinckman. Außerdem bietet der Verband monatlich besondere Veranstaltungen. So gibt es im April im Gemeindehaus der Kirche in Boltenhagen Tipps zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. „Im Mai wollen wir nach Bad Doberan und mit dem Molli fahren und im Juni steht unser großes Grillfest beim Tarnewitzer Hof auf dem Programm“, zählt Waltraud Witt auf.

Im Einsatz für andere

Wie lange es den Sozialverband Boltenhagen/Klütz schon gibt, wusste keiner. „Aber mit Sicherheit seit mehr als 20 Jahren“, war die einhellige Meinung. Sein Hauptanliegen ist, dass sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen. „Wenn es gewünscht wird, begleiten wir sie bei Amtsbesuchen oder übernehmen Fahrdienste“, erklärte Klaus-Dieter Grasshoff. Auch Besuche zu Geburtstagen und Jubiläen gehören zu den Aufgaben. „Ich freue mich immer auf unsere Treffen. Wenn sie mal ausfallen, fehlt mir was“, sagte Bibiana Steiner.

Die Mitglieder im Sozialverband Boltenhagen/Klütz sind zwischen 50 und mehr als 90 Jahre alt. „Und wir sind immer offen für weitere Mitglieder“, so Waltraud Witt, Schatzmeisterin und Ansprechpartnerin. Wer Lust hat, im Verband mitzumachen, kann sie oder ihren Anrufbeantworter telefonisch unter 038825/29809 erreichen.

Der Besuch in der Hanse Sektkellerei in Wismar endete stilecht. Im Gewölbekeller erwartete die Gäste eine Sektprobe – sowie Kaffee und Kuchen.

Kellerei-Geschichte

1648 war die Geburtsstunde der Wismarer Sektkellerei. Das alte Kellergewölbe war vermutlich Teil der Stadtbefestigung, die im 17. Jahrhundert unter schwedischer Herrschaft entstand.

Von 1860 bis 1920 diente das Kellergewölbe einer Brauerei. 1995 wurden die historischen Kellergewölbe restauriert. Seitdem werden im „Alten Gewölbe“ Sekte im traditionellen Flaschengärverfahren hergestellt.

Die Hanse Sektkellerei verwendet fast ausschließlich Rieslingweine aus besten Lagen der Pfalz. Sie reifen nach langem Hefelager zu einer sortentypischen Qualität.

Sylvia Kartheuser

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