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Kiefer gebrochen: 16 Monate Haft für Ex-Freund

Grevesmühlen Kiefer gebrochen: 16 Monate Haft für Ex-Freund

Weil er seiner Lebensgefährtin mit einem Faustschlag den Kiefer dreimal gebrochen hat, muss ein Grevesmühlener ins Gefängnis.

Grevesmühlen. „Nein“, sagt Daniel M., „so war das nicht. Sie hat mich gewürgt, und ich wollte sie nur beiseite schieben, dabei habe ich sie wohl mit der Gipsschiene getroffen.“

Richter Hinrich Dimpker zieht die Augenbrauen hoch. „Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass Sie ihrer Freundin rein zufällig einen dreifachen Kieferbruch verpasst haben!?“ Der 23-Jährige blickt auf den Boden, sein Anwalt blättert in den Akten, viel zu sagen gibt es nicht mehr. Außer: „Ich meine, es war so.“

Ein Jahr und vier Monate Haft lautet am Ende das Urteil des Grevesmühlener Amtsgerichtes für Daniel M. Die Schläge, die seine damalige Freundin so schwer verletzt haben, sind dabei längst nicht alles, was die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann aus Grevesmühlen vorwirft.

Denn Streit gab es öfter in der Beziehung mit Melanie T. Und immer wieder musste die Polizei eingreifen. Die zierliche junge Frau umreißt im Gerichtssaal nur kurz die Zeit mit Daniel M., der seit einigen Monaten arbeitslos ist. „Er hat viel getrunken, dann war es schlimm.“ Trotzdem verzieh sie ihm. Schließlich hatte er ihr versprochen, mit dem Alkohol aufzuhören. Die junge Frau glaubte ihm, glaubte an eine gemeinsame Zukunft. „Ich habe ihm sogar einen Heiratsantrag gemacht.“ Das war wenige Wochen nach dem Kieferbruch, der ihr mehrere Operationen beschert hatte. Doch Daniel M. hört nicht auf zu trinken. Es gibt wieder Streit, Melanie T. zieht die Konsequenzen, macht Schluss mit ihm. „Dann bin ich zu der Wohnung und wollte wissen, warum sie Schluss gemacht hat“, so M. Er sperrt sie ein, sie ruft ihre Mutter per SMS um Hilfe, die Polizei beendet das Drama. Freiheitsberaubung sagt die Justiz dazu. „Ich wollte nur reden“, beteuert M. „Das hat auch nur ein paar Minuten gedauert.“

Es ist nicht das einzige Mal, dass er mit der Polizei aneinandergerät. Als die Beamten ihn nach einem Streit mit seiner Freundin aus dem Hausflur holen, wehrt er sich und beschimpft die Polizisten.

So steht es im Bericht der Beamten. „Da war gar nichts“, sagt M. „Aber die haben mir Handschellen angelegt, dabei hatte ich mir doch die Mittelhandknochen gebrochen, bloß die Schiene nicht um.“ Und weil er Schmerzen durch die Handfesseln hatte, habe er wohl ein paar unschöne Worte gesagt.

Das Gericht fasst die einzelnen Taten zu einer Gesamtstrafe zusammen, ein Jahr und vier Monate lautet schließlich das Urteil. Zusätzlich muss er 1500 Euro Schmerzensgeld an seine ehemalige Freundin zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 



Michael Prochnow

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