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Kinder schreiben mit Feder und Tinte

Schönberg Kinder schreiben mit Feder und Tinte

Volkskundemuseum gewährt Einblicke in alte Schrift-Techniken

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Unter Anleitung von Peter Frank schreiben Pia-Jasmin Pfingsten (8), Martha Berger (8) und Sarah-Sophie Pfingsten (13, v. l.).

Quelle: Foto: Dirk Hoffmann

Schönberg. In den Ferien möchten die Kinder vor allem Spaß haben und möglichst viel erleben. Die Lust auf Abenteuer und Entdeckungen ist bei ihnen dann besonders groß. Und manchmal werden sie auch neugierig auf Dinge gemacht, die ihnen vorher unbekannt waren. So wie zum Beispiel im Schönberger Volkskundemuseum, wo der Nachwuchs gestern unter anderem einen Bürgerbrief schreiben und ihn auch versiegeln konnte.

Schönberger Bürgerbrief

Wer früher nach Schönberg zog , der musste sich seine Rechte erst erkämpfen beziehungsweise erkaufen. Möglich war das über einen sogenannten Bürgerbrief, den er gegen einen Gebühr erwerben konnte. Erst dieser Brief räumte auch dem Neubürger gewisse Rechte ein.

Zunächst ging es für die Kinder und Jugendlichen bei ihrem Ausflug im Rahmen des Winterferienprogramms einige Jahrhunderte zurück. Museumspädagoge Peter Frank nahm sie mit auf eine kleine Zeitreise.

So zeigte der 36-Jährige ihnen den Gebrauch der schon in der Antike benutzten Feder ebenso wie den bereits im Mittelalter genommenen Kalligrafen und den heute immer noch verwendeten Füllfederhalter zum Schreiben.

„Früher hat man ganz viel Schnörkel verwendet“, meinte Frank mit Blick auf die damaligen Schriften. Einige Kinder staunten, die Neugier war bei ihnen geweckt. „Ich habe vorher noch nie mit Feder geschrieben“, meinte zum Beispiel die achtjährige Martha Berger aus Groß Siemz. Gekonnt setzte sie mehrere Buchstaben in alter Schrift nebeneinander, ehe sie die Feder an Pia-Jasmin Pfingsten übergab. Auch das gleichaltrige Mädchen aus Schönberg fand Gefallen daran und schrieb munter drauflos.

Derweil hielt die 13-jährige Sarah-Sophie Pfingsten ein kirchliches Siegel in der Hand. Auf diesem und anderen Siegeln war der Absender des Schriftstücks zu erkennen, wie der Museumspädagoge den Kindern erklärte. Diese zeigten sich sehr interessiert und machten sehr gut mit, wie er selbst meinte. Und wer wollte, der konnte einen Bürgerbrief der Stadt Schönberg verfassen, wie ihn früher die Neubürger gegen eine Gebühr erhielten. Damit erlangten sie Bürgerrechte, erklärte Peter Frank den anwesenden Kindern.

Darüber hinaus gab Frank den Kindern zwei Bücher voller Wappen in die Hände, die sie sich ansehen durften. Auch da ließ sich der Nachwuchs nicht zweimal bitten und begab sich darin gerne auf die Suche nach Bezeichnungen, die ihren eigenen Namen ähnelten.

Neu ist es nicht, dass die Kinder im Rahmen des von der Stadtjugendpflege unter der Leitung von Rabea Kielblock erarbeiteten Programms auch das Volkskundemuseum besuchen. Das war in der Vergangenheit mehrfach der Fall, zuletzt im Sommer beim Brotbacken.

Dirk Hoffmann

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