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Grevesmühlen Kindesmissbrauch: Fünf Jahre Haft gefordert
Mecklenburg Grevesmühlen Kindesmissbrauch: Fünf Jahre Haft gefordert
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00:00 24.10.2017
Lübeck / Herrnburg

Im Lübecker Prozess um den sexuellen Missbrauch mehrerer Kinder hat die Staatsanwaltschaft am Montag für den Angeklagten eine Haftstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten gefordert.

Der 42-Jährige hatte in dem Prozess vor dem Lübecker Landgericht gestanden, zwischen 2016 und Anfang 2017 insgesamt fünf Mädchen sexuell missbraucht oder genötigt zu haben.

„Mir ist bewusst, dass es für meine Taten keine Entschuldigung gibt“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort: „Ich verspreche, dass ich alles tun werde, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Zu Prozessbeginn hatte der Familienvater seine Taten damit begründet, dass er den Opfern Angst einjagen und sich ihnen überlegen fühlen wollte.

Die Anklage wirft dem 42-Jährigen unter anderem vor, ein sieben Jahre altes Nachbarmädchen in seinem Haus in Herrnburg im Kreis Nordwestmecklenburg in sein Schlafzimmer gelockt, ihm die Augen verbunden und es sexuell missbraucht zu haben.

Unter dem Vorwand eines Spiels, das er „Hören, Fühlen, Schmecken“ nannte, ließ er sich von der Siebenjährigen oral befriedigen und filmte das Geschehen mit seinem Handy. Auch eine neun Jahre alte Freundin seiner Tochter missbrauchte er auf ähnliche Weise. In drei weiteren Fällen verfolgte er junge Mädchen, hielt ihnen von hinten den Mund zu und berührte sie im Intimbereich.

Die Verteidigung beantragte fünf Jahre Haft. Die beiden Nebenklagevertreterinnen stellten keine konkreten Anträge zum Strafmaß. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

Eine der Nebenklagevertreterinnen vertrat am Montag die Überzeugung, die hier verhandelten Taten seien nur die Spitze des Eisbergs. Eine psychiatrische Sachverständige hatte an einem der vorangegangenen Verhandlungstage von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bei dem Angeklagten gesprochen, ihn aber für voll schuldfähig erklärt. Der 42-Jährige hatte im Prozess ausgesagt, er habe seinen Opfern nur Angst einjagen wollen, um sich überlegen zu fühlen.

OZ

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