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Grevesmühlen Kindheit ade, willkommen Erwachsenen-Welt
Mecklenburg Grevesmühlen Kindheit ade, willkommen Erwachsenen-Welt
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00:00 06.06.2016
Bundestagsabgeordneter Frank Junge (SPD) hielt im ersten Durchgang die Festrede und gratulierte den Jugendweiheteilnehmern. Quelle: Fotos: J. Franke

„Kopf hoch, Schultern nach hinten, Brust raus“, lauteten die letzten Anweisungen von Martina Fischer, Jugendberaterin beim Verein Jugendweihe MV, bevor die Grevesmühlener Gymnasiasten die Mehrzweckhalle betraten, in der bereits Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkel, Tanten und andere Verwandte und Freunde der Familie aufgeregt auf die Hauptpersonen des Tages warteten. 83 Schüler des Grevesmühlener Gymnasiums sind am Sonnabendmorgen mit ihrer Jugendweihe in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen worden. Einen zweiten Durchgang gab es zweieinhalb Stunden später – mit 75 Schülern der beiden Regionalen Schulen Grevesmühlen und Klütz sowie der Allgemeinen Förderschule Grevesmühlen.

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158 Schüler aus Grevesmühlen und Klütz feierten am Sonnabend ihre Jugendweihe in der Mehrzweckhalle in Grevesmühlen

In seiner Festrede im ersten Durchgang ließ der Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD) verlauten, dass die Jugendweiheteilnehmer die Kindheit hinter sich lassen und in die Welt der Erwachsenen treten. Aber was heißt eigentlich erwachsen sein? „Fast die gleichen Rechte wie die Eltern zu haben“, erklärt Luca Antonius Maaß (15) aus Arpshagen. Nicht jedoch, den nötigen Respekt zu verlieren, ergänzt er. Anders behandelt zu werden und mehr Mitspracherecht zu haben – so sieht Nathaly Babekuhl (14) aus Grevesmühlen das Leben eines Erwachsenen. Ja, das Loslassen fällt den einen oder anderen Eltern schwer. „Sie müssen ihre eigenen Erfahrungen machen, auch wenn das nicht immer einfach ist“, sagt Bärbel Schoof (46) aus Moor, deren Tochter Dorit (15) Jugendweihe feierte. In der Familie ist es die vierte Jugendweihe, „aber es ist immer wieder aufregend“, gibt sie zu.

Aufregend ist es auch immer wieder für Martina Fischer, die plötzlich so erwachsen wirkenden Jugendlichen in der Feierstunde zu sehen. In diesem Jahr organisierte die 57-Jährige bereits zehn Feierstunden – in Wismar, Neukloster, Dorf Mecklenburg, Schönberg, Grevesmühlen und in der nächsten Woche in Neuburg. Seit 1991 bereitet sie den Teilnehmern und ihren Verwandten einen der schönsten Tage im Leben; zunächst ehrenamtlich, seit 2003 hauptamtlich. Als Festredner konnte sie neben Frank Junge Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg (Die Linke) gewinnen, die es im zweiten Durchgang schaffte, alle 75 Vornamen der Jugendweiheteilnehmer in ihre Rede einzubauen, für die sie Reinhard Meys Lied „Du bist ein Riese, Max“ als Vorlage nahm.

Im Publikum des ersten Durchgangs saß Sabrina Elsner, die Viertplatzierte von „Germanys next Topmodel“ im Jahr 2013. Sie modelt hauptberuflich und studiert nebenbei in Hamburg, wie sie erzählte. Für ihre Cousine hatte sie extra freigenommen, verriet sie.

• Fotogalerie: www.ostsee-zeitung.de

J.Franke

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