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Grevesmühlen Kita-Zuschuss für 2200 Lübecker Kinder
Mecklenburg Grevesmühlen Kita-Zuschuss für 2200 Lübecker Kinder
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00:01 15.11.2016
Julia Matthießen, hier mit ihrer Tochter Maile (2), findet, dass Kitas grundsätzlich beitragsfrei sein sollten.

Michaela Strauch hat drei Kinder in Kitas. „Ich finde den Krippenzuschuss gut“, sagt die junge Mutter, die ihre Elsa aus der Kita St. Aegidien abholt. Auch Tim Hoffmann findet das Kitageld von bis zu 100 Euro im Monat, das die Landesregierung ab Januar für Kinder unter drei Jahren spendiert, grundsätzlich richtig. „Kinderbetreuung muss für die Familien auch erschwinglich sein“, sagt Hoffmann, während er den zweijährigen Magnus anzieht. „Das ist ein guter Anfang und eine deutliche Entlastung“, erklärt eine andere Mutter. „Kitas sollten beitragsfrei sein“, sagt Julia Matthießen. Die Physiotherapeutin hat nur noch ein paar Monate etwas von dem Kitageld, weil ihre Maile dann drei Jahre alt wird. „Wenn Frauen in Teilzeit arbeiten und zwei Kinder in der öffentlichen Betreuung haben, arbeiten sie nur für die Elternbeiträge.“

Anbieter von Kita-Plätzen würden Geld lieber in mehr Erzieher und die Qualität der Betreuung investieren

68000 Familien bekommen in diesen Wochen Post vom Landesamt für Soziale Dienste. Nach Angaben der Lübecker Verwaltung kommen 2200 Kinder unter drei Jahren in den Genuss des Kitageldes. Das ist bei den Eltern durchaus beliebt, bei Anbietern von Kitas und Verbänden aber umstritten. Die Kreiseltern- und die Stadtelternvertretung der Kitas begrüßen grundsätzlich die Bemühungen der Landesregierung, schrittweise die beitragsfreie Kita einzuführen. „Gerade die Krippenbeiträge in Lübeck sind im deutschlandweiten Vergleich viel zu hoch“, sagen die Vorsitzenden Stefanie Berndt und Kai Daut. Allerdings würde die Stadt als Träger von 28 Kitas einen Teil der 100 Euro Zuschuss durch die geplante, dreiprozentige Anhebung der Elternbeiträge gleich wieder einstreichen. „Wir schlagen daher vor, die Elternbeiträge seitens des Landes zu deckeln“, erklären Berndt und Daut, „um die Belastung der Eltern nachhaltig zu begrenzen.“ Der Kita-Zuschuss der Albig-Regierung könnte besser für mehr Personal in den Einrichtungen eingesetzt werden. Gerade in der Erkältungszeit komme es in den Kitas zu prekären Situationen. „Träger wie die Stadt müssen größere Anstrengungen unternehmen, um ungeplante Personalausfälle kompensieren zu können“, so die Vorsitzenden. Dafür müsste das Land die Kommunen finanziell besser ausstatten. Daut und Berndt: „Dafür wäre das Geld, welches das Land ab 2017 für die Entlastung der Eltern von Krippenkindern aufwendet, gut angelegt.“

Auch das Kitawerk der Gemeindediakonie, mit 38 Einrichtungen größter Anbieter in Lübeck, sieht das Vorhaben der Landesregierung kritisch. „Momentan muss vordringlich in die Qualität, vor allem eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Kitas, investiert werden“, fordert Nadine Wiederhold, pädagogische Leiterin des Kitawerks. „Sicherlich bedeutet der Krippenzuschuss zunächst eine finanzielle Entlastung für die Eltern, für deren oft schwierige Situation wir als Träger deutlich Verständnis zeigen“, erklärt Wiederhold, „so werden Eltern in Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern für die Kita-Betreuung überdurchschnittlich hoch zur Kasse gebeten.“

Auch Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) sieht andere Schwerpunkte, wie das Land sein Geld ausgeben sollte. „Grundsätzlich bin ich dafür, dass das Land den Kommunen mehr Geld gibt, um die personelle Ausstattung in den Kitas weiter zu verbessern und am besten auch noch Frühstück und Mittagessen für die Kinder sicherzustellen“, sagt die Senatorin.

Das Kita-Geld

Zur Entlastung der Familien erstattet das Land ab dem 1. Januar 2017 bis zu 100 Euro im Monat der Gebühr/des Entgeltes für die Betreuung eines Kindes unter drei Jahren in öffentlich geförderter Kindertagesbetreuung oder bei einer öffentlich geförderten Tagespflegeperson. Die Erstattung wird den Personensorgeberechtigten monatlich auf Antrag direkt vom Landesamt für soziale Dienste ausgezahlt. Soweit diese Kosten – zum Beispiel aufgrund der Inanspruchnahme einer Sozialstaffel – niedriger sind als 100 Euro, sollen nur die tatsächlich entstandenen Kosten erstattet werden.

Kai Dordowsky

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