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Grevesmühlen Kleine Impulse mit großer Wirkung
Mecklenburg Grevesmühlen Kleine Impulse mit großer Wirkung
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11:16 20.03.2017
Die bayerische Unternehmensberaterin, Referentin und Autorin Eva-Maria Popp hielt vor Grevesmühlener Publikum im Rathaus der Stadt einen Impulsvortrag zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

Viele Eltern kennen das: Man hat einen extrem wichtigen Termin, zu dem man auf keinen Fall zu spät kommen sollte, das Kind muss noch in den Kindergarten - und ausgerechnet an diesem Morgen will es einem zeigen, dass es nun endlich eine Schleife binden kann.

Über diese Art von Problemen sprach die bundesweit gefragte Unternehmensberaterin, Autorin und Referentin Eva-Maria Popp aus Niederbayern vor einem Grevesmühlener Publikum.

Eingeladen wurde Popp von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Dorina Reschke, anlässlich des Frauenaktionstages, der in jedem Jahr im März im Grevesmühlener Rathaus stattfindet.Zugute kam Reschke dabei, dass Popp auf ihr normalerweise übliches Honorar verzichtete - unter anderem, weil sie eine persönliche Verbindung zu Grevesmühlen hat. Popps Schwiegermutter (94) ist gebürtige Grevesmühlenerin.

Die Lösung der Situation um Termindruck und ein Schleifen bindendes Kind war, wie sich zeigte einfach. „Man muss nur einmal gründlich darüber nachgedacht haben“, meinte Popp und empfahl: „Sie sagen ihrem Kind, wie stolz sie sind, dass es endlich eine Schleife binden kann, und dass sie das auch unbedingt sehen wollen - aber nicht jetzt. Sie nennen einen Zeitpunkt am Abend oder am nächsten Tag und vielleicht sagen sie ihrem Kind auch, dass sie das den Erfolg auch mit einem Eisbecher feiern. Sie werden sehen, das Kind freut sich und hat kein Problem damit, die Demonstration zu verschieben. Sie müssen sich allerdings dann auch an diesen Termin mit ihrem Kind halten.“

Ähnlich übersichtlich strukturierte Lösungen für Probleme, die beim Thema Familie und Beruf auftauchen, zauberte Popp auf unterhaltsame Weise, ohne erhobenen Zeigefinger, aus dem Hut. Es ging um Zeitmanagement, den Umgang mit Partnern und Kindern, die nie den Mülleimer runterbringen, obwohl es ihr Job ist. Es ging darum, was man selbst tut, um Situationen eskalieren zu lassen, „weil Sie selbst keine klare Position beziehen.“

Popps Stärke dabei ist, dass sie aus eigenem Erleben und nicht nur über theoretisch erworbenes Wissen spricht. Sie selbst hat den Spagat zwischen Familie und Beruf gemeistert - und das im bayerischen Freistaat, wo das für Frauen durchaus heute noch nicht selbstverständlich ist. Sie hat auch ihre Eltern, wie sie erzählt, bis zum Schluss gepflegt und mahnt unter anderem einen entspannteren Umgang mit Demenz an.

Annett Meinke

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