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Grevesmühlen Kleine Krebspatienten als Superhelden
Mecklenburg Grevesmühlen Kleine Krebspatienten als Superhelden
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13:13 11.03.2018
Sebastian Kairies besucht mit seiner Frau Lucia (r.) und Fotografin Manuela Pagels (l.) den kleinen Krebspatienten Noel (2 Jahre alt) und seine Mutter Carmen Sela in der Kinderkrebsklinik. Quelle: Foto: Privat
Wismar

Der kleine Felix aus Schwerin möchte noch einmal die Berge sehen und im Schnee toben, bevor er sein Augenlicht für immer verliert. Der Junge ist gerade einmal zweieinhalb Jahre alt. Er leidet an einem Augentumor, der ihn erblinden lässt. Auch Noel aus Torgelow muss als Kind schon einiges durchmachen – eine Chemotherapie in der Kinderkrebsklinik Rostock.

Seine Mutter ist stets an seiner Seite. Sein Vater besucht ihn, wann immer er kann, muss aber für die Übernachtung in Rostock selber bezahlen. 100 Euro pro Wochenende, 3000 Euro sind es für die gesamte Zeit der Chemotherapie seines Kindes. Ein Wismarer Verein steht den Betroffenen zur Seite, finanziert Reisen, Ausflüge, Spielzeug, erfüllt Herzenswünsche. „Wir wollen den Familien die schwere Zeit ein wenig erträglicher machen“, sagt Sebastian Kairies vom Verein „Tätowierte gegen Krebs“.

45 000 Euro haben die Vereinsmitglieder in den vergangenen drei Jahren gesammelt – mit Veranstaltungen, Spenden und mit dem Verkauf von Kalendern, in denen Tätowierer bei der Arbeit zu sehen sind. 3300 Euro haben jetzt das Fotostudio Manuela Pagels und Fotograf Heiko Richter überreicht – das Geld stammt von diesem Kalenderprojekt. Und ein neues Projekt ist schon in Arbeit: Kinder, die wie Felix und Noel an Krebs erkrankt sind, schlüpfen in Kostüme ihrer Superhelden, die sie aus dem Fernsehen kennen, und werden dabei fotografiert. Die ersten Bilder sind bereits gemacht. Das Motto lautet: Kleine Kämpfer als Superhelden. Auch auf der Hanseschau, die vom 8. bis zum 11. März in Wismar stattfindet, wird an einem eigenen Stand Geld gesammelt – mit Tätowieren, Fotografieren, Kinderschminken, Kalenderverkauf.

2014 hat Sebastian Kairies angefangen, Geld zu sammeln, um Krebspatienten zu unterstützen und auch das Hospiz Schloss Bernstorf. Auslöser ist der Tod seiner Mutter gewesen, die kurz zuvor an Krebs gestorben ist. Er entschließt sich, sein Leben umzukrempeln, Gutes zu tun und anderen zu helfen. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Lucia. Zusammen fahren sie regelmäßig zu den Kinderkrebsstationen in Rostock und Greifswald, besuchen und beschenken kleine Patienten, kümmern sich um deren Eltern.

Ein Großprojekt ist das Spendenwochenende im Sommer mit Tätowierern, die vor Ort zu Nadel und Farbe greifen. Mit fünf Tätowierern haben sie vor drei Jahren angefangen – mittlerweile beteiligen sich 22 an der Aktion. Auch fast 80 Firmen aus Wismar und der Umgebung sind als Unterstützer dabei.

Information: Betroffene Familien, die Hilfe brauchen, können sich im Tattoo-Studio von Sebastian Kairies in Wismar melden.

Viele Neuerkrankungen

Heute ist internationaler Kinderkrebstag.

500 000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs, davon rund 2000 Kinder und Jugendliche. In der Altersgruppe unter 15 Jahren ist Krebs besonders bösartig: Die Tumorzellen vervielfachen sich rasend schnell. Am häufigsten werden Leukämien (Blutkrebs), Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert.

Vier von fünf jungen Leukämie-Patienten überleben ihre Erkrankung.

Kerstin Schröder

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