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Grevesmühlen Kleines Kätzchen mit großer Abenteuerlust
Mecklenburg Grevesmühlen Kleines Kätzchen mit großer Abenteuerlust
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00:01 11.12.2017
Die kleine Streunerin „Niki“ liebt Abenteuer: 40 Kilometer fuhr sie im Unterbodenschutz eines Geländewagens bis nach Santow. Besitzerin Birgit Salzwedel ist überglücklich, ihr Kätzchen jetzt wiederzuhaben. Quelle: Foto: Felix König
Santow/Kücknitz

Das acht Wochen alte Kätzchen „Niki“ liebt Abenteuer: 40 Kilometer nach Santow in Mecklenburg-Vorpommern fuhr die Katze im Unterbodenschutz eines Geländewagens. Familie Read fand die kleine Streunerin und nahm sie auf. Am Freitag ging es dann zurück nach Hause.

Katze „Niki“ reist von Kücknitz 40 Kilometer nach Santow bei Grevesmühlen

„Sie ist eine richtige kleine Streunerin“, sagt Besitzerin Birgit Salzwedel. Die schwarz-weiße Abenteurerin ist gerade mal acht Wochen alt und hat schon ihre erste große Reise hinter sich. Am Montag war die Katze in Salzwedels Firma und bekam gerade ihr Abendessen, als sie sich unter den Geländewagen von Manuel Teudt, einem Mitarbeiter, versteckte. „Wir dachten erst, sie säße darunter.

Aber sie muss über die Achse in die Unterbodenabdeckung geklettert sein“, sagt Salzwedel. Sie und Teudt haben alles versucht, um das Kätzchen hervorzulocken. Sogar die Motorabdeckung haben sie abgebaut und versucht, das Tier mit Druckluft herauszupusten. „Die Katze wollte partout nicht raus. Und der Mitarbeiter musste nach Hause.“

Also ging die Streunerin auf große Fahrt: Mitarbeiter Teudt wohnt nämlich in Santow in Mecklenburg-Vorpommern – gut 40 Kilometer von Kücknitz entfernt. Unterwegs hielt er auf einem Parkplatz an. „Die Katze war noch da und hat miaut.“ In Santow angekommen, wollte sie aber immer noch nicht aus ihrem Versteck klettern. „Als ich dann später Holz geholt habe, war alles still.“ Die Baby-Katze war weg.

„Ich habe mir große Sorgen gemacht. Aber das ist ja ein kleines Kätzchen. Das plärrt, wenn es Hunger bekommt.“

Währenddessen hoffte Katzenmama Salzwedel, dass jemand ihre Streunerin finden würde. Und tatsächlich: Nach zwei Nächten im Freien, am Nikolausmorgen, fand Andrea Read das Kätzchen beim Gassigehen mit ihrem Hund. „Sie miaute ganz laut“, erzählt sie. Die Rentnerin nahm das total verdreckte und ausgehungerte Tier auf. „Wir haben sie „Niki“ getauft, weil ja Nikolaus war.“ Sie kümmerte sich um „Niki“, badete, fütterte sie und brachte sie zur Tierärztin. „Sie war so verschmust und ist mir nicht von der Seite gewichen. Aber irgendjemandem musste das Kätzchen ja gehören.“ Read fragte in ihrer Nachbarschaft, ob ein Kätzchen vermisst werde. Parallel suchte auch Teudt nach dem Kätzchen. Schließlich gab eine Nachbarin den entscheidenden Hinweis. „Ich war so glücklich, dass sie jemand gefunden hat und sie noch lebt“, sagt Salzwedel.

Gestern ging es für „Niki“ zurück nach Hause. Teudt sammelte sie frühmorgens bei Familie Read ein. Liebevoll staffierte Andrea Read den Korb mit Decken aus. Der Abschied fiel ihr schwer. „Aber wir haben eine alte Katze und einen alten Hund. Da war klar, dass wir die quirlige „Niki“ irgendwann abgeben müssen.“

Teudt fuhr die kleine Abenteurerin – diesmal im warmen Körbchen und auf dem Beifahrersitz – zurück nach Kücknitz. Salzwedel war überglücklich. „Ich habe sie erstmal in den Arm genommen und gedrückt“, erzählt sie. „Sie ist ein so liebes Tier.“

In den nächsten Tagen wird „Niki“ aber wohl keine neuen Abenteuer unternehmen. „Sie hat jetzt erstmal Hausarrest“, sagt Salzwedel. „Niki“ scheint das auch recht zu sein: Nach der ganzen Aufregung liegt sie zusammengerollt in ihrem warmen Körbchen.

Saskia Hassink

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