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Grevesmühlen Klütz macht Bauhof wieder auf
Mecklenburg Grevesmühlen Klütz macht Bauhof wieder auf
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00:02 01.12.2017
Klütz

Die Stadt Klütz will am 1. Juni 2018 wieder einen Bauhof eröffnen. Der für die Stadt und die Gemeinde Damshagen zuständige Amtsbauhof war erst am 1. April 2016 geschlossen worden, im November des Jahres wurden die übrig gebliebenen Werkzeuge versteigert. Eine Firma wurde beauftragt, die Aufgaben des Bauhofes zu übernehmen. Inzwischen hat es aber offenbar so viele Beschwerden über die Arbeit der von der Kommune engagierten Firma gegeben, dass die Stadt wieder eigene Mitarbeiter einstellen will, die sich um das Stadtbild und die Ortsteile kümmern. Der Vertrag mit dem Unternehmen soll nach dem 31. Mai nicht verlängert werden.

„„Wir haben uns in Grevesmühlen angesehen, was dort für Fahrzeuge und Maschinen benutzt werden und wie dort die Arbeitsabläufe beim Bauhof sind.“Guntram Jung, Bürgermeister von Klütz

Drei Stellen, für einen Bauhofleiter und zwei Mitarbeiter, sind jetzt ausgeschrieben worden. Der Vorarbeiter soll bereits Mitte April die Arbeit aufnehmen, die weiteren Arbeiter am 1. Mai.

Bereits beim Grundsatzbeschluss für die Wiedereinrichtung des Bauhofes im September hatte Bürgermeister Guntram Jung (CDU) gesagt: „Eine Firma ist leider nicht so flexibel einsetzbar wie kommunale Mitarbeiter.“ Immer wieder gab es Beschwerden von Anwohnern über nicht gereinigte Straßen, zugewachsene Wege, nicht gemähte Grünflächen und vieles mehr.

Bereits im Übergang hatte es Probleme gegeben: Die Ausschreibung der Arbeiten in Klütz und Damshagen zum 1. April war fehlerhaft und musste zum 1. Juni wiederholt werden. Bis die beauftragte Firma dann ihre Aufgaben beginnen konnte, war schon viel Arbeit liegen geblieben.

Etwa ein Jahr lang hat sich bisher eine Arbeitsgruppe der Stadt Klütz damit beschäftigt, wie der Bauhof wieder eröffnet werden kann. Dazu hatte Guntram Jung mit Stadtvertreter Hartwig Holst auch den Bauhof der Stadt Grevesmühlen besucht. „Wir haben uns angesehen, was dort für Fahrzeuge und Maschinen benutzt werden, wie die Arbeitsabläufe sind und wie die Abrechnungen laufen“, sagte Jung bei der jüngsten Stadtvertretersitzung in Klütz.

Nicht nur Personal wird ab dem nächsten Jahr für den Stadtbauhof benötigt, auch die Technik muss komplett neu angeschafft werden. Fahrzeuge, Werkzeuge und Maschinen, über die Jahre veraltet, waren ein Hauptgrund, den Amtsbauhof im vergangenen Jahr zu schließen. Reparaturen oder Neuanschaffungen seien zu teuer, war damals das Argument der Stadt Klütz und der Gemeinde Damshagen. Die Arbeitsgruppe für den Bauhof schlägt vor, zunächst zwei Fahrzeuge für den Transport der Mitarbeiter, Geräte und Schnittgut anzuschaffen. Eines davon sollte eine Ladepritsche, beide eine Anhängerkupplung haben. Außerdem müssten Motorsensen und ein Aufsitzrasenmäher gekauft werden. Für die Grundausstattung mit Werkzeug sollten mindestens 4500 Euro eingeplant werden.

Für die drei ausgeschriebenen Stellen muss die Stadt Klütz mit mindestens 90000 Euro jährlichen Personalkosten rechnen. Mit dem Wiederaufbau als Stadtbauhof kämen auf Klütz aber nicht nur die Personalkosten für die Mitarbeiter und Anschaffungskosten für Maschinen zu. Es wird außerdem in Erwägung gezogen, eine Halle auf dem ehemaligen Bauhofgelände an der Lübecker Straße zu kaufen. Sie gehört dem Landwirtschaftsbetrieb Klützer Winkel. Die bisher vom Amt genutzte Baracke auf dem Gelände gehört zwar der Stadt, reicht aber für die Zwecke eines Bauhofs mit Lagerung von Maschinen und Fahrzeugen nicht aus.

Zum Vergleich: Für den Amtsbauhof, den Damshagen und Klütz gemeinsam genutzt hatten, hatten beide Kommunen insgesamt 200000 Euro pro Jahr zu zahlen.

Schließung und Auflösung dauerten fast ein Jahr

2016 im Januar wurde bekannt, dass Klütz und Damshagen den Amtsbauhof nicht weiter finanzieren möchten. Rund 200000 Euro pro Jahr hatten beide Kommunen

insgesamt zu zahlen.

Zum 31. März hatten die Mitarbeiter ihre

Kündigungen erhalten. Nach Ausschreibungsfehlern wurde erst ab dem 1. Juni eine

Firma beauftragt.

Im November 2016

wurden alle restlichen Werkzeuge des Amtsbauhofs versteigert.

Erlös: 3600 Euro.

Malte Behnk

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