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Kritik aus Kita-Verein: Es ist viel Unruhe gestiftet worden

Kritik aus Kita-Verein: Es ist viel Unruhe gestiftet worden

Vorstandsmitglied des Schönberger Vereins „Haus des Kindes“ bemängelt, Interessenbekundungsverfahren habe Ängste bei Eltern und Erziehern ausgelöst

Schönberg. Seit mehr als zehn Jahren wird in Schönberg der Bau einer neuen Kita diskutiert. Von ehemals vier Interessenten als möglicher Bauherr ist mit dem Verein „Haus des Kindes“

nur noch ein Träger übrig geblieben. Ob die Kita in der Lübecker Straße aber tatsächlich gebaut wird, ist offen, sagen Kati Eggert (38, Geschäftsführerin) und Nadine Dommel (39, Vorstandsmitglied) vom Vorstand des Vereins.

Wie teuer darf die neue Kita werden, damit der Verein „Haus des Kindes“ den Neubau stemmen kann?

Nadine Dommel: Der Eigenanteil darf maximal bei 1,5 Millionen Euro liegen. Das setzt voraus, dass die vom Verein bereits beantragten Fördermittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro mindestens zu 64 Prozent genehmigt und an uns ausgezahlt werden. Die derzeit kalkulierte Bausumme liegt bei rund 3,1 Millionen Euro. Die dürfen wir auf keinen Fall überschreiten. Die Mehrkosten müsste sonst die Stadt tragen.

Inwiefern hätte der Neubau Auswirkungen auf die Elternbeiträge?

Dommel: Bei einer Finanzierungssumme durch den Verein in Höhe von 1,5 Millionen Euro würde sich derzeit eine Erhöhung der Elternbeiträge um rund 20 Euro pro Monat ergeben. Wenn die 2,5 Millionen Euro zu 100 Prozent gefördert werden, bleiben die Betreuungskosten nach heutigen Kalkulationen konstant.

Was würde das für den Bau der Kita bedeuten, wenn es keine Fördermittel gibt?

Dommel: Dann können und werden wir diese Kita definitiv nicht bauen. Wir haben eine hohe Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern, den Eltern und vor allen den Kindern. Die Elternbeiträge für die Kitaplätze müssen für die Eltern bezahlbar bleiben. Was nützt uns eine schöne neue Kita, wenn sich die Plätze niemand leisten kann.

Wie optimistisch sind Sie im Verein, dass die Kita tatsächlich gebaut wird?

Dommel: Das kann ich nicht beantworten. Optimismus ist das falsche Wort. Wir haben bereits Fördermittel beim Landesförderinstitut in Schwerin beantragt. Allerdings muss durch das Jugendamt des Landkreises auch noch der Investitionsantrag geprüft und genehmigt werden. Damit das geschieht, ist der Beschluss der Stadt notwendig, welcher Träger als Bauherr auftritt. Das durch die Stadt eingeleitete Interessenbekundungsverfahren hatte zur Folge, dass es zu weiteren Zeitverzögerungen gekommen ist. Das könnte Auswirkungen auf die Fördermittelvergabe haben. Aus unserer Sicht wäre das alles vermeidbar gewesen.

Wie meinen Sie das?

Dommel: Da zum heutigen Zeitpunkt noch immer nicht klar ist, wer Bauherr des Kita-Neubaus wird, hätte die Stadt bereits seit Juni 2016 einen Fördermittelantrag stellen und sich damit alle Türen offen halten können. Die Chance, überhaupt Fördermittel zu bekommen, sollte für so ein Projekt genutzt werden. Wir haben aber gehört, dass das bislang noch nicht erfolgt ist.

Hört sich nach Frust auf die Stadt an?

Dommel: Was heißt Frust? Wir merken, dass die Kommunikation und der Umgang miteinander nicht so ist, wie wir uns das vorstellen. Denn klar ist, dass nicht wir in der Verantwortung stehen, eine Kita zu bauen, sondern die Kommune und der örtliche Träger der Jugendhilfe gesetzlich verpflichtet sind, Betreuungsplätze zu schaffen. Kein anderer Träger ist bereit, diese von der Stadt und dem Verein „Haus des Kindes“ geplante Kita zu bauen, weil es einfach zu teuer ist.

Schönbergs Stadtvertreter wollen nun am 29. September endgültig darüber entscheiden, wer der Bauherr der dringend benötigten Kindertagesstätte werden darf. Es gibt das Gerücht, dass die Entscheidung viel zu spät kommt?

Dommel: Aus unserer Sicht war das Einleiten des Interessenbekundungsverfahrens unnötig, da das geplante Objekt von Beginn an auf uns als Träger zugeschnitten war. Damit ist viel Unruhe gestiftet worden. Das hat Ängste bei Eltern und bei den Erziehern unseres Vereins ausgelöst. Unsere Mitarbeiter befürchten den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Wir dürfen mit dem Projekt Kita-Neubau auch zwei Dinge nicht vermischen. Das wichtigste Ziel für uns als Träger ist, eine neue Kita für den Regenbogen zu schaffen. Ein anderes Ziel ist, weitere Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Kati Eggert: Sollte uns das nicht gelingen, werden wir alles Erdenkliche dafür tun, für unsere Mitarbeiter und die uns anvertrauten Kindern eine Alternative zur Unterbringung zu schaffen.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es für den Verein „Haus des Kindes“?

Eggert: Dann müssen wir uns Alternativen suchen. Ob das dann ein Neubau sein wird oder die Übernahme beziehungsweise Sanierung eines Bestandsgebäudes, können wir zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen.

Suchen Sie nur in Schönberg nach einem Gebäude oder auch in anderen Orten?

Eggert: Das wissen wir noch nicht. Aber egal wie. Durch die gute Zusammenarbeit mit unserem Jugendamt sind wir sicher, dass es eine gute Lösung für alle Beteiligten geben wird.

Interview: Steffen Oldörp

OZ

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