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63366 Zuschauer in der Saison: Capt’n Flint sagt Danke

Grevesmühlen 63366 Zuschauer in der Saison: Capt’n Flint sagt Danke

Die elfte Saison des Piraten Open Air in Grevesmühlen ging mit einem Besucherrekord zu Ende / Die Planungen für die Spielzeit 2017 laufen bereits

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Capt’n Flint musste während der Vorstellung von der Bühne – sein Auto stand im Weg.

Quelle: Fotos: Maik Freitag/michael Prochnow/hans-Joachim Zeigert

Grevesmühlen. Diese Kaperfahrt war ein voller Erfolg: Mehr als 63000 Zuschauer haben in diesem Sommer das Piraten Open Air in Grevesmühlen besucht. Trotz des anfangs bescheidenen Wetters, insgesamt 28 Regentagen und einer wegen Gewitters und Starkregens abgebrochenen Premiere verfolgten insgesamt 63366 Besucher „Das Geisterschiff“, wie Intendant Peter Venzmer verkündete. Im vergangenen Jahr hatten die Grevesmühlener Piraten die 60000er Marke knapp verfehlt, 59780 Besucher waren 2015 gekommen.

OZ-Bild

Die elfte Saison des Piraten Open Air in Grevesmühlen ging mit einem Besucherrekord zu Ende / Die Planungen für die Spielzeit 2017 laufen bereits

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Damit ist die zwölfte Episode der „Schicksalhaften Begegnungen des Capt’n Flint“ mit einer Steigerung der Besucherzahlen zu 2015 um sechs Prozent, also 3586 Besuchern mehr, Spitzenreiter in der Auslastung des Theaters. Dabei waren die Voraussetzungen denkbar ungünstig: „Die Regentage waren anstrengend“, so Peter Venzmer. „Die Besucher haben das Wetter ja noch mit Humor genommen, aber die Schauspieler hatten fast Schwimmhäute nach dem ganzen Regen.“ Dass dennoch deutlich mehr Besucher nach Grevesmühlen kamen, ist laut Peter Venzmer das Ergebnis des größeren Einzugsgebiets. „Aus dem östlichen Bereich von Schleswig-Holstein und Hamburg kommen immer mehr Leute, auch in Richtung Osten bis nach Rügen kennt man uns. Wir haben das Marketing gezielt ausgerichtet, unsere Medienpartner haben auch mitgeholfen.“ Eine genaue Analyse der Besucherströme soll in den nächsten Wochen Aufschluss über die Hintergründe geben.

Nach der Saison ist vor der Saison: Bereits seit August gibt es die Tickets für die Spielzeit 2017. „Exekution in Cartagena“ lautet der Titel der neuen Episode, die im kommenden Sommer zu sehen sein wird. Die Besonderheit zu früheren Jahren: Zum jetzigen Zeitpunkt stehen 80 Prozent des Ensembles bereits fest. Bühnenbild und Grobstory sind ebenfalls konstruktionsmäßig und auf dem Papier fertig.

Und welche Stars kämpfen 2017 an der Seite von Capt’n Flint? „Das kann ich noch nicht verraten“, sagt Peter Venzmer. Nur so viel: „Es lohnt sich, wieder nach Grevesmühlen zu kommen.“

Die Deniére war der krönende Abschluss der Erfolgssaison 2016 am Sonnabend. Mit viel Klamauk und Humor verabschiedete sich das Ensemble von den Besuchern. Wäre Tanja Schumann alias „Crispy Chicken“

bei einer der 62 Vorstellungen des diesjährigen Grevesmühlener Piraten Open Air ausgefallen, hätte Kamel „Jury“ vom Kamelhof Sternberger Burg die Schauspielerin mühelos ersetzen können. Diesen Eindruck gewannen am Sonnabendabend jedenfalls die vielen Zuschauer im fast ausverkauften Freilufttheater. Während die Stimme vom Band kam, mimte das Wüstenschiff die Rolle der Schauspielerin.

Kaum auf den Stühlen Platz genommen, konnten sich die vielen Gäste vor Lachen kaum halten, als sich die Schauspieler selbst aufs Korn nahmen und viele witzige Elemente in die Vorstellung einbauten.

Ob ein Capt’n Flint (Benjamin Kernen), der Müllereimer durchwühlte und zudem noch aufgrund seines im Weg stehenden Autos die Vorstellung verlassen musste, eine Polonaise zu Gottlieb Wendehals, ein Flashmob oder durchs Programm laufende Statisten-Hühner – den Gästen gefiel der Abschluss der Saison. Der wurde anschließend mit einem großen Feuerwerk beendet.

Und so hat es 2005 angefangen . . .

2004 brodelte die Gerüchteküche in Grevesmühlen. Ein Theater wolle sich in der Stadt ansiedeln, hieß es anfangs hinter vorgehaltener Hand. Schließlich wurde das Thema in der Stadtvertretung publik, denn die Suche nach einem geeigneten Standort für das Piraten-Spektakel sorgte für heftige Debatten.

Nordöstlich des Ploggensees oder doch am Kiebitzmoor? Viele Plätze wurden diskutiert, am Ende fiel die Wahl auf die Wiese zwischen Ploggensee und B 105. Im Frühjahr 2005 stand die Bühne. Die Proben hatten kaum begonnen, da gingen einige Anwohner auf die Barrikaden. Es sei viel zu laut, das Feuerwerk zu heftig und der Standort gänzlich ungeeignet. Intendant Peter Venzmer hatte alle Hände voll zu tun, um die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. Bis zu 500 Zuschauer kamen pro Vorstellung. 21000 waren es in der ersten Saison. Doch die Proteste blieben, das Theater zog um.

Nach zwei Jahren zogen die Piraten an ihre neue Spielstätte, den südlichen Stadtrand. Seitdem hat sich die Zuschauerzahl verdreifacht.

Maik Freitag und Michael Prochnow

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