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Fast alles in Farbe: Studenten als Filmemacher

Wismar Fast alles in Farbe: Studenten als Filmemacher

Rund 40 Produktionen entstanden seit 1972 im ehemaligen Studio an der Wismarer Hochschule

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Dreharbeiten vor dem Wismarer Rathaus zum Farbfilm „Neues Kleid für die Altstadt“ im April 1988. Regie führte Klaus-Peter Heim (hi. Mitte), hier mit Roland Ollhoff, Holger Broschi und Sören Steinführer (v. li.).

Quelle: Foto: Privat

Wismar. Vor 45 Jahren, im Herbst 1972, wurde das Filmstudio der Hochschule Wismar gegründet. Sein Leiter für mehr als zwei Jahrzehnte war Klaus-Peter Heim. Rund vierzig Filme – Dokumentar- und Kurzspielfilme – sind in dieser Zeit entstanden. Fast alle in Farbe. Einer der bekanntesten ist der Dokfilm „750 Jahre Wismar“ (1979). Der Spielfilm „Der kleine Clown“

 

OZ-Bild

Klaus-Peter Heim mit Abbildungen von Filmvorführgeräten, die er gern dem Phantechnikum zur Verfügung stellen möchte.

Quelle: Foto: Haike Werfel

(1985/86) erhielt eine Silbermedaille beim internationalen Festival des nicht professionellen Films im argentinischen Mar del Plata, 1986. Regie führte der damals 22-jährige Andreas Dresen, heute Kultregisseur. Kameramann war Klaus-Peter Heim.

„Im zweiten Stock des Studentenwohnheims in der Friedrich-Wolf-Straße nutzte das Filmstudio eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Es gab zwei alte 16-Millimeter-Filmkameras vom Typ Pentaflex AK16, einen Schneidetisch und einen Projektor“, erinnert sich Heim. Der damalige Hochschullehrer unterrichtete an der Fakultät für Betriebswirtschaft Mathematik – insbesondere Statistik für Ökonomen. Seine Leidenschaft war seit frühester Kindheit das Filmen.

Deshalb hatte er zunächst unter anderem Kinomechaniker gelernt, dann Naturwissenschaften (Mathematik) studiert, Abendkurse für Regie und Kamera an der Theaterhochschule in Leipzig besucht, ein Fernstudium in Babelsberg und ein Praktikum im Defa-Studio für Spielfilme absolviert.

„Etwa zwölf bis 15 Leute, Studenten und Hochschulmitarbeiter, waren im Filmstudio tätig – für Ton, Schnitt, Kamera, Regie, Drehbuch. Jeder Film war Teamarbeit“, erzählt der heute 78-Jährige. Er habe am liebsten Spielfilme gedreht, sagt er, und sich gefreut, wenn er den Laiendarstellern, den Studenten, etwas vorsprechen konnte.

Aber die Hochschule habe es lieber gesehen, wenn das Filmstudio Dokumentationen drehte. So entstanden zum Beispiel „Bevor es Beifall gibt“ (1975), ein Film über das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, ein Werbefilm über die Hochschule (1980), „Das Haus der guten Geister“ (1980) über das damalige MTW-Klubhaus und „Wo wir leben, ist es schön“ (1985), ein fast einstündiger Film über die 825-Jahr-Feier in Schwerin.

Auch Aufträge von Klubs übernahm das Filmstudio der Wismarer Hochschule. Es habe mit seinen Produktionen viel Geld für die Bildungsstätte verdient, sagt Heim. Zu DDR-Zeiten gab es 300 solcher Studios.

„Wir haben beim Drehen viel improvisiert“, erzählt der passionierte Filmemacher, „mussten meist Nahaufnahmen oder halbnahe machen, weil wir nicht so viele Scheinwerfer hatten, um den ganzen Raum auszuleuchten.“ Zudem war das Filmmaterial von Orwo nicht so lichtempfindlich.

Der erste Spielfilm „Kinderaugen“ entstand 1961 noch in Schwarz-Weiß. Im letzten Spielfilm „Vor Augen geführt“, 1987 gedreht, werden zwei Studenten gegenübergestellt – ein Streber und einer, der faul ist. Dieser Streifen gewann 1988 beim letzten Filmfestival im damaligen Bezirk Rostock den Hauptpreis. 1988 entstand auch der Spielfilm „Technologie der Bauwirtschaft“, in dem Baustudenten agieren.

„Sie zeigen unter anderem, wie damals Dachpappe gestohlen wurde“, erzählt Heim und lacht.

Zu den letzten Arbeiten gehört „Neues Kleid für die Altstadt“ in Wismar. Das Filmstudio begann den Dokumentarfilm 1988, ein Jahr vor der politischen Wende, zu drehen. Er blieb unvollendet, berichtet Klaus-Peter Heim. Auch ein Projekt über den Seehafen hat das Filmstudio nicht mehr umgesetzt. 1992 hörte es auf, zu existieren.

Die Filme habe er gerettet, sagt Heim, und dem Landesfilmarchiv übergeben. Jetzt ist er auf der Suche nach Abspielgeräten, die Filmvorführer in den DDR-Kinos genutzt haben, wie die Bildtonmaschine D21, ein Hochleistungsprojektor für 35-mm-Filme, und der Universalprojektor „Pyrcon UP700“ aus Dresden für 35- und 70-mm-Filme. Klaus-Peter Heim möchte sie dem Phantechnikum anbieten.

Haike Werfel

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