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Grenzenlos gut: Dörfer zeigen Kunst

Dechow Grenzenlos gut: Dörfer zeigen Kunst

Sechs Orte in Nordwestmecklenburg nehmen an der Ausstellungsreihe teil. 48 Künstler zeigen ihr Können.

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Aussteller im Utechter Dorfgemeinschaftshaus von links: Carita Syed Ali, Thomas Biller, Kuratorin Claudia Ellmann-Lorenz, Johannes Ellmann und Dagmar Marienhoff, die mit Kindern gearbeitet hat.

Dechow. Aufgeregt? Nö, nicht wirklich. Auch wenn in den letzten Tagen emsiges Treiben in den Veranstaltungsorten der sechs Gemeinden herrschte, die am Sonnabend ihre Türen für Dörfer zeigen Kunst öffneten: Die teilnehmenden Künstler zeigten sich gut vorbereitet und viel mehr freudig-engagiert. Ob Thomas Plum aus Schönberg im Lauenburgischen, der sich viel Zeit ließ mit der Entscheidung, was er denn ausstellen würde, ob Walter Green, für den lange feststand, welche seiner beeindruckenden Skulpturen er in der Demerner Kirche zeigen wollte, ob die Künstler in Thandorf oder Utecht, die gemeinsam den Aufbau ihrer Arbeiten vornahmen und sich dabei prächtig amüsierten: Die Vorfreude auf die vier Ausstellungswochenenden war überall zu spüren. Freitag war nun die zentrale Eröffnungsfeier, aber sofort sind die Ausstellungen an allen 22 Orten der Aktion „Dörfer zeigen Kunst“ zeitgleich sonnabends und sonntags von 13 bis 18 Uhr in Nordwestmecklenburg und im Kreis Herzogtum Lauenburg zu sehen.

OZ-Bild

Sechs Orte in Nordwestmecklenburg nehmen an der Ausstellungsreihe teil. 48 Künstler zeigen ihr Können.

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In Dechow sind Arbeiten des Fotoclubs „Lichtwerk“ zu sehen. Die Arbeiten stehen unter dem Motto „Grenzlichter“. Als Einzelkünstler sind Susanne Plath (Gemälde), Thomas Plum (Malerei), Sabine Römer (Skulpturen, Keramik und Malerei), Marianne Schäfer (Skulpturen) und Ursula Sterley-Aniszewski (Gemälde) dabei. Wer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden möchte: Der Hofladen ist sonnabends und sonntags geöffnet. Für Besucher der Ausstellung gibt es um 15 Uhr eine kostenlose Führung.

Auch in Kneese ist eine Auswahl des Fotoclubs Lichtwerk zu sehen. Dort stellen weiterhin die beiden Malerinnen Christel Brause und Ramona Stein aus. Ebenfalls mit Malerei, dazu aber auch mit Monotypien ist Elga Voss dabei. Der Handarbeitsclub zeigt – allerdings nur am 27. und 28. August – eine Bandbreite seiner Kunst mit Strick- und Häkelarbeiten.

„Bitte berühren“ ist das Motto, unter dem Walter Green aus Klein Rünz seine „Skulpturen zum Befassen“ in Demern zeigt. Das meint der Künstler ernst, denn das Anfassen sei ideal für das Holz. Was für ein Glück für den Betrachter: Greens Arbeiten sind nicht nur optisch ein Genuss. Das Holz mit seinen Strukturen und unterschiedlich bearbeiteten Oberflächen ist auch haptisch ein Erlebnis. In der Kirche sind von ihm die Arbeiten „Bote“, „Königin der Nacht“ und „Des Lebens Fülle“ zu sehen. Auch der in Schaddingsdorf lebende Künstler Detlef Moraht ist in Demern vertreten: Er zeigt eine Auswahl seiner Werke. Der gebürtige Hamburger und studierte Maler ist Dozent an der Werkkunstschule Lübeck. Abgerundet wird die Ausstellung durch „Begegnung“, Fotos des Fördervereins der Petrikirche.

Das Museum Grenzhus in Schlagsdorf beteiligt sich mit der Plakatausstellung „WeiterDenken – 27 Jahre nach der friedlichen Revolution“ an „Dörfer zeigen Kunst“. Das besondere an dieser Exposition ist, dass das Grenzhus erstmals seinen Garten zur Ausstellungsfläche gemacht hat. Die Plakate sind zu den Öffnungszeiten des Museums zugänglich – in Abweichung von den anderen Ausstellungen also auch unter der Woche. Initiiert ist die Ausstellung von dem Mustiner Künstler-Ehepaar Sabine und Christian Egelhaaf.

Gleich an zwei Orten können die Besucher in Thandorf Kunst genießen. Kein Wunder: In dem Ort, der sich Kunst auf die Flagge geschrieben hat, stellen bei dieser 13. Dörfer-zeigen-Kunst-Aktion sehr viele Künstler aus. Mit dabei sind Olivia Althaus-Apmann, Susanne Köttgen, Dr. Ute Licht, Kerstin Lorenz und Hanne Wilberg. Sie zeigen Malerei, Collagen, Raumobjekte, Skulpturen, Weidenflechtkunst und Fotografie. Als Gastaussteller beteiligen sich außerdem Nando Kallweit mit Skulpturen sowie Gundula Menking, Anne Auerbach und Petra Löfflad. Ganz schön viel? Stimmt! Und dann sind auch noch Arbeiten der Thandorfer Kinder zu bestaunen.

Sechster im Bunde der Veranstaltungsorte im Mecklenburgischen ist Utecht. Auch dort haben sich viele Künstler zusammengefunden und bieten eine große Bandbreite an Sehenswertem. Carita Syed Ali hat der Dorfkirche Schlagsdorf in Versen ein Denkmal gesetzt – spontan ergänzt durch Fotografie von Thomas Biller. Der wiederum gibt mit einer Auswahl großformatiger Arbeiten einen Einblick in sein Schaffen. Und er hat einen Kurzfilm erstellt. Sieben Minuten geht es um „15.09 Uhr“. Angucken und anhören dieses sehr persönlichen Streifens lohnt sich – und schafft mit Kopfhörern auf den Ohren – einen kleinen Raum der Stille inmitten des Ausstellungstreibens. Michael Knapp zeigt in Utecht unter dem Titel „Realität und Illusion“ Airbrush und Acrylbilder. Der Künstler selbst kann wegen eines Krankenhausaufenthaltes nicht anwesend sein. Lisa Kunkat setzt ihre Ölmalerei unter dem Titel „Norddeutsche Landschaften and more/Moor“ in Szene. Armin Blohm, genannt Junghardt, hat Metallskulpturen aufgebaut. Neues aus der Drechselwerkstatt von Johannes Ellmann rundet die Ausstellung ab: „Rund um die Hanse gedrechselt“ zeigt Spielzeug, Dosen und Schalen.

Dorothea Baumm

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