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Historische Entdeckungsreise: Denkmäler öffnen ihre Türen

Historische Entdeckungsreise: Denkmäler öffnen ihre Türen

In Nordwestmecklenburg können am Sonntag anlässlich des bundesweiten Tag der offenen Denkmals viele Gebäude besichtigt werden

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Wie der „Bürgerbahnhof“ in Grevesmühlen mal aussehen soll und wie weit die Bauarbeiten am Gebäude sind, das ist am Sonntag zu erfahren.

Grevesmühlen/Klütz „Erinnerungen sind sanfte Wellen, die uns tragen durch die Galerie Vergangenheit.“ Ein passenderes Zitat könnte es für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag kaum geben. Damit die sanften Wellen auch über das individuelle Dasein hinaus tragen, werden Denkmäler gepflegt und erhalten – für die Nachwelt eben. Auch wenn sie mitunter einem anderen Zweck zugeführt werden. Ein Beispiel ist der Bürgerbahnhof in Grevesmühlen. Einst mit Fahrkartenschalter und Abfertigungshalle sowie Wohnungen im Obergeschoss und zuletzt auch mit Restaurant ausgestattet, könnte man es ab Frühjahr fast als Mehrgenerationenhaus bezeichnen. Im Untergeschoss werden nach wie vor Fahrkarten verkauft und ein Brötchen, Kaffee oder eine Bockwurst für die Reise gibt es auch, im Obergeschoss zieht dann die Jugend ein. Im mehr als 150 Jahre alten Gebäude wird ein Jugendzentrum eröffnet, außerdem gibt es Räumlichkeiten für die Musikschule Fröhlich und für das Deutsche Rote Kreuz. Für den Veranstaltungssaal im Erdgeschoss gibt es schon mehrere Ideen, die Jung und Alt gleichermaßen anziehen sollen. Wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind, davon können sich Interessierte selbst überzeugen; ebenso über das zukünftige Projekt. Die Baustelle ist am Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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In Nordwestmecklenburg können am Sonntag anlässlich des bundesweiten Tag der offenen Denkmals viele Gebäude besichtigt werden

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Denkmäler zu erhalten ist zwar eine wichtige Aufgabe, der sich einige annehmen, es klingt für viele aber ernst und nach viel Verantwortung. Gerade deshalb nähert sich Schloss Bothmer diesem Thema mal eher unkonventionell. „Bei lockeren Rundgängen durch das Museum und Kurzwanderungen durch den Park erfahren Kinder und Erwachsene mehr über das Schloss und werden ganz nebenbei für dessen Erhaltung sensibilisiert“, heißt es in der Ankündigung. Die Gäste erfahren mehr über die deutschlandweit einmalige Festonallee und den Ehrenhof zum Park sowie über den Bauherrn und seine Motive, ausgerechnet im Klützer Winkel eine barocke Anlage dieser Größe zu bauen. Auch an die Kinder ist gedacht. Bei einer Rallye gibt es viele spannende Rätsel zu lösen. Unter den Teilnehmern werden Preise verlost.

Einen Besuch wert ist auch die 1902 bis 1904 erbaute Galerie-Holländermühle in Klütz, die bis 1954 durch Windkraft betrieben und sechs Jahre später durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) übernommen wurde. Ab 1985 wurde sie nach einer Komplettrestaurierung zu einem Restaurant umgebaut. Nach jahrelangem Leerstand ist dort auch heute wieder ein Restaurant beheimatet. Besucher bekommen am Sonntag eine Führung und können einen Blick in die Chronik werfen.

In Klütz gibt es eine weitere Möglichkeit, Denkmäler zu bewundern: der Speicher, in dem das Literaturhaus „Uwe Johnson“ beheimatet ist (Im Thurow 14). Geöffnet ist er von 10 bis 18 Uhr – ebenso die Kirche in etwa 200 Metern Entfernung. Hier engagiert sich der Klützer Kirchbauverein für die Erhaltung des Gebäudes.

Nach einer aufwendigen Sanierung ist auch die Kirche in Friedrichshagen wieder zu einem Schmuckstück geworden. Das Gotteshaus, das in diesem Jahr übrigens sein 600-jähriges Jubiläum feiert, ist am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, um 11 und um 14 Uhr bietet der Förderverein Führungen an. Besonders stolz ist dieser übrigens auf die Winzer-Orgel, die Ende vergangenen Jahres restauriert wurde. Für dieses Projekt setzten sich die Vereinsmitglieder jahrelang ein. Denn 98 Jahre war der Klang des Instruments eher schlecht als recht.

Der Erste Weltkrieg hatte Spuren hinterlassen. Die Kirche war geplündert und die sogenannten Prospektpfeifen, also die sichtbaren, sind zu Munition eingeschmolzen worden.

Eine aufwendige „Schönheitskur“ hat auch das Volkskundemuseum im Koch’schen Haus in Schönberg (Am Markt 1) hinter sich. Am Sonntag kann es nach jahrelangem Leerstand und anschließenden Sanierungs- und Umbauarbeiten erstmals wieder von jedermann betreten werden. Während eines Vortrags um 11 Uhr erfahren die Besucher vieles zur Geschichte des Hauses, von 12 bis 17 Uhr zeigt eine Restauratorin, wie sie Möbel instand setzt. Eine öffentliche Führung beginnt um 14 Uhr. Offiziell eröffnen soll das Anwesen im Jahr 2017.

Ob Bürgerbahnhof, Schloss, Kirchen oder Museum – sie alle erzählen Geschichte, die eben sanfte Wellen schlagen, die uns tragen durch die Galerie Vergangenheit.

• Weitere Informationen im Internet: www.tag-des-offenen-denkmals.de

Kurzer Überblick

Auch in anderen Regionen öffnen sich am Sonntag Türen von Denkmälern. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) eröffnet die Aktion um 10 Uhr im Mühlenkomplex Bad Kleinen . Zu Gast ist das 1.

Deutsche Schrottorchester des Kunst- und Kulturvereins Pegasus, das zur Eröffnung auf ausgedienten Metallfässern spielen wird. Jede Stunde gibt es Führungen auf dem Gelände. In Wismar sind gleich mehrere Denkmäler zu besichtigen: die älteste erhaltene Büdnerei in Hoben, das Bürgerhaus (Spiegelberg 45), der Kemladen des ehemaligen Lizenthauses der schwedischen Krone (Großschmiedestraße 9), der Kemladen (Altwismarstraße 23) als das älteste Vorderhaus aus der Renaissance, der mittelalterliche Keller (Dankwartstraße 7), der Ringlokschuppen (Poeler Straße 3), das Stadthaus (Am Markt 11), das Wassertor (Spiegelberg 68) und das Welt-Erbe-Haus (Lübsche Straße 23). Auf der Insel Poel können Interessierte die Inselkirche mit seiner ehemaligen Festungsanlage und Schlosswallanlage bestaunen. Die Windmühle und das Dorfmuseum in Stove haben ebenso geöffnet wie das Kloster in Rehna . Führungen, Musik und Kleinkunst gibt es auf Schloss Wiligrad . Dort gibt es nicht nur mehrere Führungen. Rund um das Schloss sind auch Musiker und Kleinkünstler unterwegs. The Marching Saints, die mobile Jazzband aus Rostock, sorgt für gute Laune. Spannende Unterhaltung versprechen die Artistokraten aus Berlin, die Tanz und Akrobatik mit Live-Musik und Gesang verknüpfen.

Jana Franke

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