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Lebenskunst: Weniger statt mehr

Schattin Lebenskunst: Weniger statt mehr

Der Künstler Dietrich Klein löst sein Lager auf und verkauft fast alle Werke, die sich seit 1985 angesammelt haben

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Der Künstler Dietrich Klein 2010 bei der Arbeit im Atelier in Schattin. Das Haus hat er mittlerweile verkauft.

Schattin. Der Satz hört sich an wie das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrungen. „Es geht im Leben nicht um das Anhäufen von Geld und Dingen“, sagt Dietrich Klein, der gestern seinen 63. Geburtstag feierte. Als Produzent und Besitzer von Kunst geht der Schattiner jetzt einen ungewöhnlichen Weg: „Ich löse mein Lager auf und verkaufe fast alles, was sich in über 25 Jahren angesammelt hat.“ Warum? „Es ist mir wichtiger, dass die Arbeiten gesehen werden und ihren Platz finden als die Menge an Geld, die sie einbringen könnten.“

OZ-Bild

Der Künstler Dietrich Klein löst sein Lager auf und verkauft fast alle Werke, die sich seit 1985 angesammelt haben

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Es geht im Leben nicht um das Anhäufen von Geld und Dingen.“Dietrich Klein (63), Künstler in Schattin

An vielen Kunstwerken, die Dietrich Klein nun für wenig Geld unsers Volk bringt, hängen Erinnerungen. Fällt es ihm da nicht schwer, die Arbeiten wegzugeben? „Überhaupt nicht“, antwortet der Künstler.

„Es ist eine richtige Freude.“ Er erklärt: „Wenn das Bild für mich fertig ist, dann ist es für mich nicht mehr wichtig. Dann ist das nächste Bild wichtig.“

Das Licht der Welt erblickte Dietrich Klein 1953 in Höhr-Grenzhausen, einem Ort im Westerwaldkreis. Sein Leben als Künstler begann 1985 mit einem Studium der Bildnerei. 1990 zog er als freischaffender Künstler nach Schattin, bekam ein Jahr später ein Stipendium im mecklenburgischen Künstlerhaus „Schloss Plüschow“, reiste 1999 und 2001 zu Studienzwecken nach Chile, trat dem Bund Bildender Künstler Mecklenburg-Vorpommern bei, arbeitete als Kunstdozent in Rostock und Lübeck, rief 2002 zusammen mit dem Bildhauer Claus Görtz das Schattiner Kunstfest ins Leben. Weihnachten 2013 schrieb er in einem Gedicht: „Nach 60 Lebensjahren scheint ein roter Faden erkennbar. Leben in Einfachheit, mit dem Herzen sehen, Freude erfahren im Entdecken und Erleben der eigenen Fähigkeiten.

Meinen Eigen-Sinn finden. Je mehr ich mich von der Welt der Dinge entferne, Ballast loswerde, mich leichter mache, umso größer Zufriedenheit, Gelassenheit, Heimkehr.“ Das Älterwerden erlebe er als Befreiung. „Der Druck ist raus. Muss nichts mehr erreichen. Kann geschehen lassen und annehmen.“ Dietrich Klein hat sein Haus in Schattin verkauft. Er wohnt jetzt in unmittelbarer Nähe in einem Bauwagen. „Ich bin in einer starken Reduktionsphase insgesamt“, sagt er. Kunst sei Leben und Leben Kunst. Beziehungen seien wichtig und Lebenskunst sicher das Höchste. Der Kunstmarkt könne ihm gestohlen bleiben. In den Ursprüngen habe Kunst nie etwas mit Geld zu tun. Seine Arbeiten gebe er für einen gewissen Wertausgleich ab, „damit ich mein einfaches Leben weiterführen kann.“ Bei der Aktion „Kunst- und Musikfreude“ in Schattin verkaufte er im Frühjahr Bilder für über 3500 Euro. Er sagt, Kunst solle nicht im Dunklen stehen. „Sie will gesehen werden.“ Es sei traurig, wenn Bilder von Picasso und Van Gogh in Tresoren verschwinden. „Das haben Van Gogh und Picasso nicht gewollt“, sagt Dietrich Klein. Noch habe er viele Bilder abzugeben, die gesehen werden wollen.

Kontakt: 0152/27161289

Jürgen Lenz

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