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Musikschulen: Gespräche über Fusion wieder aufgenommen

Grevesmühlen/Wismar Musikschulen: Gespräche über Fusion wieder aufgenommen

Ob die Einrichtungen in Grevesmühlen und Wismar zusammengeschlossen werden, soll noch in diesem Jahr entschieden werden / Landkreis steht dem aufgeschlossen gegenüber

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Die Musikschule „Carl Orff“ hat unter anderem im Grevesmühlener Gymnasium „Am Tannenberg“ Unterrichtsräume.

Quelle: Kilian Huschke

Grevesmühlen/Wismar. Gegenstand war das Thema Fusion der Musikschulen in Grevesmühlen und Wismar bereits vor einem Jahr im Kreistag – wenn auch erst einmal nur als Prüfantrag der Grünen-Fraktion. Zudem gibt es seit mehr als einem Jahr den Auftrag der Wismarer Bürgerschaft an die Stadtverwaltung, mit dem Landkreis über eine mögliche Fusion zu verhandeln. Jetzt wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Dabei scheint der Standort der Wismarer Musikschule am Turnplatz Diskussionsgegenstand zu sein. Hier steht eine mögliche Schließung des Gebäudes im Raum.

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Ob die Einrichtungen in Grevesmühlen und Wismar zusammengeschlossen werden, soll noch in diesem Jahr entschieden werden / Landkreis steht dem aufgeschlossen gegenüber

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Solch ein Schicksal steht der Kreismusikschule „Carl Orff“ mit Hauptsitz in Grevesmühlen nicht bevor. Schulleiter Hartwig Kessler sind die Überlegungen einer Fusion mit der Wismarer Musikschule bekannt. „Abgeklopft werden sollen eine Fusion oder Synergien“, berichtet er auf Nachfrage. Wie er zu einer möglichen Zusammenlegung steht, möchte er als Mitarbeiter des Kreises nicht öffentlich äußern. „Ich habe dazu eine Meinung. Egal wie ich dazu stehe, diese Angelegenheit wird politisch entschieden. Ich habe keinen Einfluss darauf“, betont er. Gleichzeitig mahnt er zur Zurückhaltung:

„Man hört jetzt viel Spekulatives. Ich weiß nicht, wie der Weg geht. Wir sollten den Ball flach halten und abwarten.“

Kessler verweist bei der Diskussion auf Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD), deren Grundtenor es sei, das Musikschulangebot im gesamten Landkreis aufrechtzuerhalten. „Und unsere Aufgabe als Kreismusikschule ist es, ein flächendeckendes Angebot vorzuhalten“, so Kessler. Dem kommt die Grevesmühlener Einrichtung aktuell für 998 Schüler aus dem gesamten Landkreis nach. Dazu stehen 29 Außenstellen in Nordwestmecklenburg zur Verfügung. „Wir geben insgesamt 667 Unterrichtsstunden pro Woche. Und die Tendenz der Schülerzahlen ist steigend“, betont Kessler.

Große Sorgen dagegen in Wismar. „Wenn das Gebäude in Wismar aufgegeben wird, geht die Attraktivität der Musikschule völlig verloren“, mahnt Michael Grunewald, ehemaliger Schulleiter, der seit fünf Jahren im Ruhestand ist, aber noch als als Gitarrenlehrer auf Honorarbasis unterrichtet. Er erinnert an den Umzug im Herbst 2006 aus der Neustadt an den Turnplatz. Damit wurden ideale Arbeits- und Lernbedingungen geschaffen. Es stehen große Unterrichtsräume und eine Aula für den Tanzunterricht und für Konzerte zur Verfügung. Sein Herz blute, sagt Grunewald, wenn dies alles aufgegeben werden sollte.

Als Alternative zum Schulgebäude soll es Überlegungen geben, den Unterricht in der Claus-Jesup-Schule, der Großen Stadtschule, dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und der Kreisvolkshochschule durchzuführen. „Wo sollen dort die Instrumente gelagert werden?“, sieht der langjährige Schulleiter ein weiteres Problem. Landesweit gebe es die Tendenz, eigene Musikschulgebäude zu schaffen. Die Hansestadt Stralsund hat ihres gerade aufwendig saniert, in Greifswald sei die Musikschule trotz des Verlustes der Kreisfreiheit weiterhin in städtischer Trägerschaft. „Ich habe großes Unbehagen, wenn ich an eine Fusion denke“, sagt Michael Grunewald.

„Die Gespräche zu einer möglichen Fusion der Musikschulen laufen derzeit auf Arbeitsebene“, bestätigt Wismars Stadtsprecher Marco Trunk. Das heißt, zunächst loten die Schulleitungen aus, ob und wie eine Zusammenlegung erfolgen könnte. Laut Grunewald wurde darüber Stillschweigen vereinbart. „Ein abgestimmtes Konzept liegt noch nicht vor. Wenn es ein Verhandlungsergebnis gibt, werden wir es prüfen, und nur wenn es tragfähig ist, werden wir es der Bürgerschaft vorlegen“, teilt Trunk mit.

Eine Fusion könnte frühestens 2018 erfolgen, heißt es von Wismars Senator Michael Berkhahn (CDU). Der Landkreis stehe einer solchen aufgeschlossen gegenüber, erklärt Karla Krüger, 2. Stellvertreterin der Landrätin und zuständige Fachbereichsleiterin, auf Nachfrage. Die derzeitigen Gespräche hätten eine enge Zusammenarbeit der beiden Musikschulen zum Ziel. „Im Frühherbst erwarten wir, in Abhängigkeit von den gemeinsam erarbeiteten Fakten zu einem Ergebnis zu kommen. Nach Vorliegen vergleichbarer Zahlen und einer abgestimmten Datenbasis werden Verfahrens- und Zeitabläufe betrachtet und weitergehende Gespräche über eine Kooperation und/oder Fusion geführt“, sagte Karla Krüger. Nach ihrer Auskunft soll „im Interesse eines zügigen Verfahrens noch im laufenden Jahr ein Ergebnis erzielt werden.“

Daniel Heidmann und Haike Werfel

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