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Grevesmühlen Musiktheater verzaubert das Publikum
Mecklenburg Grevesmühlen Musiktheater verzaubert das Publikum
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00:00 25.08.2014
Kern des Musiktheaters war das biblische Hohelied der Liebe, gelesen von Schauspieler Alexander Bandilla.
Dönkendorf

Wege, wie den auf dem Kulturgut in Dönkendorf, nehmen Konzertbesucher wahrscheinlich nur selten. Die Gäste des Musiktheaters im Park gehen vom Eingang am Gutshaus, vorbei an einem der Nebengebäude, dann führt ein Hohlweg aus Büschen und Bäumen entlang am Teich des Parks, der zu dem 1850 erbauten Gutshaus gehört. Nach dem natürlichen Tunnel öffnet sich eine Wiese und erst hinter weiteren Büschen werden die eigentliche Bühne auf einer weiteren Wiese und der Zuschauerraum unter dem Dach einer Art Scheune sichtbar. Alle Plätze auf Stühlen und Bänken dort sind belegt, die Chöre aus Dönkendorf und Wismar mit Christoph D. Minke am Klavier stehen bereit, als erst junge Frauen in weißen Gewändern langsam aus dem Zwielicht der Bäume hervortreten und schließlich als Statuen auf Sockeln fast erstarren. Dann betritt auch Hausherrin Monika von Westernhagen die grüne Bühne und schreitet zum Publikum, dass sie mit einer kurzen Einführung ins Stück begrüßt.

Zum ersten Mal hat sie das Musiktheater ohne ihren im Januar verstorbenen Ehemann Thilo von Westernhagen inszeniert und damit ebenso viel Erfolg gehabt. Es ging um die Liebe. Darauf wurden die Zuschauer schon auf dem Weg zu ihren Plätzen eingestimmt. Auf fast durchsichtigen Tüchern standen Worte wie „schmecken, sehen, hören, fühlen, lieben“. Der Berliner Schauspieler Alexander Bandilla verkörperte einen Touristen. „Er wandelt durch ein Museum, als er ein altes Buch findet — die Bibel. Darin beginnt er zu lesen und entdeckt das Hohelied der Liebe“, erklärte Monika von Westernhagen zu Beginn.

Während Bandilla beginnt, aus dem biblischen Text zu zitieren, ertönt erst leise dann vehementer das Saxophon von Warnfried Altmann, der dann über die Wiese am lesenden Schauspieler vorbei unter das Dach zum Chor geht, wo Monika von Westernhagen ihr erstes Solostück anstimmt — „O sleep! Why dost thou leave me?“ aus Händels Oratorium Semele. Es entsteht ein Wechsel aus den Zitaten des Hohelieds, dem Sologesang der Mezzosopranistin, Schauspiel und Tanz. Halb verborgen sind die Tänzer Anja Kursave und Xavier Carranza hinter einer Art Bilderrahmen, von wo aus sie immer wieder die Wiese queren, die als Bühne dient.

Dann sind es die Schauspieler Barbara Vlachow und Gregor von Holdt, die die Facetten der Liebe beleuchten. Mal frisch verliebt, zupft Barbara Vlachow Blüten von einem Strauß und zählt „er liebt mich, er liebt mich nicht“ an ihnen ab. Fast will sie sich entkleiden und sich Gregor von Holdt hingeben, bis sie ihn fragt, wie er zur Religion stehe. Dann wieder ist sie alleine auf der Bühne, spricht sehnsuchtsvoll vom Geliebten Johnny, der sie offenbar verlassen hat. Sie fragt verzweifelt, was sie falsch gemacht habe und verabschiedet sich mit „Ich liebe dich, leb wohl“.

Im warmen Licht der untergehenden Sonne erntete das Ensemble aus Sängern, Musikern, Tänzern und Schauspielern großen Applaus des Publikums. „Ich fand es sehr schön. Die Mischung aus Tanz, Rezitation und Gesang ist sehr gelungen. Es ist faszinierend, wie so ein kleiner Winkel dann so viele Menschen anzieht“, sagte Uta Mach aus Wismar nach der Vorstellung. „Der verwunschene Park, die fantasievolle Choreographie und das Zusammenspiel haben mich beeindruckt. Die Liebe ist doch das Thema, das uns alle beschäftigt“, sagte Christiane Vogt-Müller aus Dassow. „Ich fand es beeindruckend und sehr gelungen. Die Auswahl der Lieder war sehr schön“, sagte auch Günter Zöllner aus Dassow.

Für die begeisterten Zuschauer war die anschließende Improvisation der Künstler in der farbig beleuchteten Allee schließlich das i-Tüpfelchen des Abends. Immer wieder hörte man sie begeistert klatschen oder fröhlich lachen, wenn ein teil dieser Improvisationen abgeschlossen war.



Malte Behnk

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