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Neue Stadtchronik erscheint im Juni

Grevesmühlen Neue Stadtchronik erscheint im Juni

Eckart Redersborg gibt zum Grevesmühlener Stadtfest seinen dritten Band der Stadtchronik heraus. Es beschreibt die Jahre von 1945 bis 1989. Unter anderem sind viele Veranstaltungen auf der Freilichtbühne am Tannenberg dokumentiert.

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Eckart Redersborg mit seinen bisher erschienenen Chroniken (hinten) und einem weiteren Buch über Straßen und Plätze in Grevesmühlen.

Grevesmühlen. Die Operetten „Der Vogelhändler“ sowie „Zirkus Aimeé“, die Opern „Die verkaufte Braut“ und „Der Waffenschmied“. Nein, das ist kein Auszug aus den aktuellen Programmheften der Theater Schwerin, Rostock oder Wismar. Das ist ein Rückblick auf die Jahre 1955, 1956 und 1957 in Grevesmühlen. Auf der Freilichtbühne am Tannenberg fanden derartige Veranstaltungen statt. Sogar ein chinesisches Artistenensemble aus Shanghai, der Fernsehmoderator und Schlagertexter Wolfgang Brandenstein und die „Melodie Sisters“ machten Abstecher zur 1955 erbauten Open Air-Fläche und begeisterten Zuschauer aus Grevesmühlen und Umgebung.

OZ-Bild

Eckart Redersborg gibt zum Grevesmühlener Stadtfest seinen dritten Band der Stadtchronik heraus. Es beschreibt die Jahre von 1945 bis 1989. Unter anderem sind viele Veranstaltungen auf der Freilichtbühne am Tannenberg dokumentiert.

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Die neun Ränge sind heute unter Erde vergraben, die Freilichtbühne nach der Wende zugeschüttet worden. Ortschronist Eckart Redersborg hat es geschafft, die zahlreichen Feste und Veranstaltungen am Tannenberg wieder lebendig werden zu lassen – zumindest in den Köpfen derer, die sie selbst miterlebt haben und die die neue Chronik der Stadt Grevesmühlen lesen werden. Erscheinen soll sie zum Stadtfest im Juni. Beschrieben werden die Jahre 1945 bis 1989.

Es ist der dritte Band, den der 79-Jährige ehemalige Lehrer aus Grevesmühlen herausgibt. Sein erster Band ist ein Reprintdruck der Chronik von Friedrich Belg aus dem Jahr 1936, der die Jahre von 1230 bis 1918 beinhaltet und 1993 erschien. Zwei Jahre später erschien sein zweiter Band – Grevesmühlen vom 9. November 1918 bis zum 3. Mai 1945. Momentan liest Eckart Redersborg sein neues, niedergeschriebenes Werk Korrektur. Immer wieder verändert er hier ein Wort und dort einen ganzen Absatz. Akribisch arbeitet er sich so durch alle bisher geschriebenen Seiten. 500 sollen es am Ende sein. „Zu jedem Jahr gibt es etwa zehn Seiten“, verrät er – alles zusammengetragen aus dem Archiv der OZ, dem Stadtarchiv, dem Landesarchiv und eigenen Aufzeichnungen und Erinnerungen. So erzählt er auch über die Weihnachtsmärkte in der Stadt. Der erste, so seine Recherchen, fand wohl im Jahr 1948 statt. Der erste Tannenbaum mit elektrischen Kerzen stand 1953 auf dem Marktplatz, ein Jahr später war ein Weihnachtsmann auf Stippvisite in Grevesmühlen. „Ich war selbst erstaunt, was in der Stadt alles auf die Beine gestellt wurde“, resümiert Eckart Redersborg.

In seiner Chronik niedergeschrieben sind auch die fadenscheinigen Verhaftungen mehrerer Abiturienten aus Grevesmühlen. Einige von ihnen waren Klassenkameraden seiner Schwester, erinnert sich Eckart Redersborg. Der Vorwurf damals: Besitz von Waffen. Da sie die verrosteten und nicht mehr brauchbaren Fundstücke aus dem Zweiten Weltkrieg nirgends meldeten, wurde ihnen der Prozess in Rostock gemacht. Drei bis zehn Jahre Zuchthaus lauteten die Urteile. „Nach ihrer Entlassung sind die meisten in den Westen gegangen“, weiß Redersborg aus den Erzählungen seiner Schwester.

Vermerkt sind auch die Sportwettkämpfe in Grevesmühlen. Bis zu 518 Sprinter, Weit- und Hochspringer sowie Speerwerfer traten bei Cap Arcona-Sportfesten an. „Die BSG ,Einheit’, die Stadt Grevesmühlen und der Landkreis Grevesmühlen waren stets gute Gastgeber“, so der Ortschronist.

Sie wollen auch wissen, wer mit dem Kurt-Bürger-, Geschwister-Scholl-, Wilhelm-Pieck- und Fritz-Reuter-Preis ausgezeichnet wurde, wie sich das Steinmetzgewerbe und die Gastwirtschaft entwickelte, wann und warum die Schulen am Tannenberg, am Ploggensee und die Kurt-Bürger-Schule gebaut wurden, wie sich die St.-Nikolai-Kirche baulich veränderte und das Amt Grevesmühlen gründete? Dann lohnt sich ein Blick in die Chronik. Bestellt werden kann sie für 30 Euro beim Heimatverein, im Stadtmuseum, im Fotogeschäft Pleines sowie in den Buchhandlungen Schnürl & Müller und Peplau oder direkt bei Eckart Redersborg. Nach Erscheinen im Juni kostet das neue Werk im Buchhandel 37,50 Euro. Insgesamt 500 Exemplare sollen beim NWM-Verlag in Grevesmühlen gedruckt werden. Erhältlich ist die neue Chronik übrigens in der Farbe Rot. Und das nicht ohne Grund. Der erste Band, die Reprintversion von Friedrich Belg, erschien in Blau, der zweite in Gelb. Mit dem roten Band hätte der Käufer die Mecklenburger Farben im Bücherregal stehen.

Hilfe für den Autor

Im April soll die Chronik in den Druck gehen, damit sie zum Stadtfest im Juni erscheinen kann. Einige Angaben fehlen Eckart Redersborg noch und er hofft auf Hilfe aus der Bevölkerung. So benötigt er noch die Namen der Kurt-Bürger-Preisträger aus den Jahren 1985 bis 1988 sowie die Wilhelm-Pieck-Preisträger aus den Jahren 1980 und 1981, 1983, 1985 und 1987. Außerdem ist er auf der Suche nach einem originalen Briefkopf der Konditorei „Früh auf“. Wer kann helfen?

Kontakt Eckart Redersborg:

☎ 0 38 81/29 61

Jana Franke

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