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Neuer Nutzungsvertrag für Schloss Plüschow

Plüschow Neuer Nutzungsvertrag für Schloss Plüschow

Beschlossene Sache: Das Mecklenburgische Künstlerhaus muss künftig mehr Geld für den Betrieb des Hauses aufbringen

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Der gegenwärtige Zustand von Schloss Plüschow ist zum großen Teil dem Künstlerhaus und seinen Aktivitäten zu verdanken .

Quelle: Annett Meinke

Plüschow. Nach monatelangen Verhandlungen gibt es nun ein erstes Ergebnis: Die Plüschower Gemeindevertreter haben einen neuen Vertrag für die Nutzung des Plüschower Künstlerhauses auf den Weg gebracht. Denn das Gebäude gehört der Gemeinde, genutzt wird es seit vielen Jahren von Künstlern, vertreten vom Förderkreis, der auch als Mieter agiert.

OZ-Bild

Beschlossene Sache: Das Mecklenburgische Künstlerhaus muss künftig mehr Geld für den Betrieb des Hauses aufbringen

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Anfang des Jahres (OZ berichtete) war von der Gemeinde der seit 2003 geltende Nutzungsvertrag zum Ende dieses Jahres gekündigt worden. Hintergrund ist der Sparkurs der Gemeinde, die das Schloss bisher den Künstlern für einen eher symbolischen Preis überließ.

Im alten Vertrag war nämlich festgelegt worden, dass der Förderkreis für alle laufenden Unterhaltungskosten zuständig ist. Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten oblagen, wie allgemein üblich, dem Besitzer der Immobilie – der Gemeinde. Ab dem kommenden Jahr soll das Künstlerhaus nun ein Nutzungsentgelt – eine Art Miete – an die Gemeinde zahlen. Diese Summe will Plüschow für die Instandsetzung, beziehungsweise Instandhaltung des Schlosses einsetzen.

Zur konkreten Höhe der Miete – es soll sich um einen mittleren vierstelligen Betrag handeln – wollte sich Bauamtsleiter Lars Prahler im Auftrag der Grevesmühlener Amtsverwaltung nicht äußeren: „Wir können an diesem Punkt noch keine Details aus dem Vertrag bekanntgeben, da es sich um einen privatrechtlichen Vertrag zwischen der Gemeinde Plüschow und dem Künstlerhaus handelt.“ So viel aber könne er sagen, so Prahler weiter: „Der Vertrag soll für zehn Jahre gelten und damit dem Förderkreis Planungssicherheit bieten.“

Der Förderkreis hatte im Verlauf der vergangenen Monate eigene Vorschläge zur Gestaltung des neuen Vertrages eingebracht. Einer sah unter anderem vor, dass, wenn durch den Förderkreis zukünftig ein Nutzungsentgelt bezahlt werden soll, zumindest aber die Gemeinde denselben Betrag in einen Topf einzahlt. Aus diesem Topf hätten dann künftig alle Instandhaltungsmaßnahmen gemeinsam bezahlt werden können.

Diesem Vorschlag, so zumindest ist nun klar, wurde durch die Gemeinde nicht entsprochen. Bürgermeister Christian Baumann (WG Plüschow): „Wir hätten gern die für den Förderkreis bessere Lösung mitgetragen. Wir haben aber nicht die finanziellen Mittel für derartige freiwillige Leistungen.“ Doch auch für das Mecklenburgische Künstlerhaus sind zusätzliche Fixkosten nicht ganz so einfach zu verkraften. Das Künstlerhaus finanziert sich zum großen Teil aus Fördergeldern, die jährlich neu beantragt werden müssen. Hinzu kommen Einnahmen aus der Vermietung der Ateliers an Künstler.

Die Unruhe um die Neugestaltung des Nutzungsvertrages für das Schloss in Plüschow ist längst bis zur Landrätin Kerstin Weiss (SPD) durchgedrungen: „Das Künstlerhaus ist zweifellos einer der kulturellen Leuchttürme im Landkreis Nordwestmecklenburg. Deshalb unterstützt der Landkreis es auch mit einer jährlichen Förderung.“ Doch einen größeren Spielraum hinsichtlich der Unterstützung des Künstler kann die Landrätin derzeit nicht sehen. Auf Anfrage der OZ, ob es nicht sinnvoll sei, der Gemeinde Plüschow das für sie in der Unterhaltung einfach zu teure Schloss abzukaufen – und damit gleichzeitig auch den Förderkreis zu entlasten – teilte die Landrätin mit: „Das Schloss als Gebäude in die Trägerschaft des Landkreises zu überführen, halte ich vor dem Hintergrund, dass der Landkreis sich zum großen Teil aus der Kreisumlage finanziert – und wir noch weitere kulturelle Einrichtungen haben, die ähnliche Probleme haben dürften, also dann ebenfalls auf den Landkreis zukommen könnten – für unwahrscheinlich.“ Es gäbe jedoch, so Kerstin Weiss weiter, bereits Gespräche zwischen Landkreis, Gemeinde und Künstlerhaus, um eventuell bei der Gründung einer Stiftung behilflich zu sein.

Udo Rathke (Vorstand Förderkreis) vermeldete zu den aktuellen Entwicklungen: „Ich kann leider noch gar nichts Konkretes zu all dem sagen. Denn bis zum jetzigen Zeitpunkt liegt dem Förderkreis weder der konkrete Beschluss der Gemeinde im Wortlaut noch der neue Nutzungsvertrag zur Unterschrift vor.“

Lesung im Künstlerhaus

Im Rahmen der aktuellen Kunstausstellung in Schloss Plüschow „Absage – Ansage: Systemunabhängige künstlerische Positionen in den letzten Jahren der DDR“ findet am Sonnabend, 13.

August, um 17 Uhr eine Lesung mit Uwe Kolbe statt. Kolbe liest aus seinem Essay „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ (2016).

Kolbes Frage: „Hätte es ohne Brecht die DDR überhaupt so lange gegeben?“ ist ernst gemeint. Das Buch ist keine Biographie, auch kein Forschungsbeitrag, sondern eine Streitschrift, die ein neues Licht auf Brechts letzte Jahre und sein Nachleben wirft. Zudem betrachtet Kolbe die ideologischen Kämpfe des 20. Jahrhunderts und wirft die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Kritik auf.

Eintritt: 6 Euro

Annett Meinke

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