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Selmsdorf will DDR-Grenzturm sichern

Teschow Selmsdorf will DDR-Grenzturm sichern

Baudenkmal soll repariert und erhalten werden / Kommunalpolitiker diskutieren über seine Zukunft

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Auf der Beobachtungskanzel des BT 9 bei Teschow wachsen Büsche. Der Grenzturm steht unter Denkmalschutz.

Teschow. Die Fahrt zu einem der letzten Grenzwachtürme in Nordwestmecklenburg führt über eine Wiese, ein Feld und unbefestigte Wege. Der abseitigen Lage am östlichen Rand der Halbinsel Teschow ist es zu wohl zu verdanken, dass dort ein BT 9 der DDR-Grenztruppen erhalten geblieben ist. Er gehört seit 2009 der Gemeinde Selmsdorf und ist augenscheinlich frei von Vandalismusschäden. Die Kommune wird ihn jetzt besser sichern als bisher. Darauf haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Soziales und Sport bei einer Besichtigung geeinigt.

OZ-Bild

Baudenkmal soll repariert und erhalten werden / Kommunalpolitiker diskutieren über seine Zukunft

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Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) sagt: „Wichtig ist, dass wir den Turm erst einmal gegen die Möglichkeit sichern, dass etwas runterstürzen kann.“ Außerdem sollten das teilweise offene Dach geschlossen und Büsche, die auf der Beobachtungskanzel wachsen, entfernt werden.

Bereits runtergestürzt ist eine Platte, die sich von der Kanzel gelöst hat. Der Beobachtungsturm vom Typ BT 9 besteht aus vorgefertigten Betonteilen. Zu betreten war er durch eine Stahltür, die vom Dassower See aus nicht einsehbar war. Sie ist heute zugemauert. Im Inneren führen Metallleitern über mehrere Zwischenebenen nach oben. In der Kanzel war Platz für vier bis fünf Soldaten. Aufs Dach war ein Suchscheinwerfer montiert. An seiner Stelle klafft jetzt ein Loch. Das soll geschlossen werden.

Die Ausschussvorsitzende Gabriela Streckert (SPD-Fraktion) sagt: „Der Turm steht nur so rum, man könnte auch etwas damit machen.“ Claudia Hendreich (SPD-Fraktion) kann sich Führungen vorstellen – eventuell in Zusammenarbeit mit dem Grenzhus in Schlagsdorf oder der Grenzdokumentationsstätte in Lübeck-Schlutup. In jedem Fall müsste die künftige Verwendung mit den Behörden abgesprochen werden, die für den Schutz von Baudenkmalen und Natur zuständig sind. Entsprechende Gespräch sollen nun nach dem Willen der Selmsdorfer Kommunalpolitiker geführt werden.

Ein weiterer Grenzturm ist unweit von Pötenitz in einem Wäldchen erhalten geblieben, das dort seit dem Fall der Mauer wächst. In der früheren Führungsstelle hat der Bundesforstbetrieb Trave im Jahr 2011 Nistmöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen. Eine ehemalige Führungsstelle unweit von Zarnewenz gehört seit 2009 einem Hamburger. Er genießt auf dem Gelände Natur und Landschaft.

Flüchtling von Turm bei Teschow aus beschossen

In der Nacht zum 19. Juni 1963 überwindet der aus Sachsen stammende Rainer Schulz die DDR-Grenzsperranlagen am Ostufer Ufer der Halbinsel Teschow. Der 21-Jährige schwimmt über den Dassower See zur unbewohnten Insel Buchhorst. Dort sehen ihn am Morgen DDR-Grenzsoldaten, die auf einem Beobachtungsturm am Rand der Halbinsel Dienst schieben. Sie beschießen den Flüchtling, obwohl der See und die Insel zur BRD gehören. Daraufhin schwimmt Rainer Schulz weiter bis zu einem großen Stein. Schließlich entdecken ihn die Lübecker Fischermeister Johann Karl Willwater und Hans Arps, die mit ihren Kuttern auf dem See unterwegs sind. Arps nimmt den Flüchtling an Bord. Wenig später erreicht ein Boot der Wasserschutzpolizei Travemünde den Dassower See. Bewaffnete Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes übernehmen Schulz. Erst jetzt ist er in Sicherheit. jl

Jürgen Lenz

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