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Stehende Ovationen und 1500 Zuschauer

Wismar Stehende Ovationen und 1500 Zuschauer

Jugendliche begeistern mit ihrer Inszenierung des Musicals „Hairspray“

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Mit Musik, Tanz und Kostümen entführen die Wismarer Jugendlichen in das Baltimore von 1962 mit Rassentrennung und Vorurteilen.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. „Hut ab!“, „Unglaublich, was ihr da auf die Beine gestellt habt!“, „Was für eine tolle Show!“, „Ich bin begeistert!“ Mit Lobeshymnen und überschwänglichen Kommentaren überhäuften die Theaterzuschauer die Jugendlichen auf der Bühne.

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Jugendliche begeistern mit ihrer Inszenierung des Musicals „Hairspray“

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In dieser Woche feierte die Wismarer Version des Musicals „Hairspray“ Premiere. Zu den insgesamt vier Vorstellungen – zwei vormittags, zwei abends – kamen über 1500 Gäste. Und die flippten aus. Es gab tosenden Applaus und Begeisterungsrufe nach jedem Lied. Und das nicht, weil sich da Jugendliche – vielleicht die eigenen Kinder oder Enkel – auf der Bühne abmühten. Sondern weil da Jugendliche etwas sehr Gutes auf die Wismarer Bühne gebracht hatten. Etwas, das mitreißt. Das selbst die zurückhaltenden Mecklenburger von den Theaterstühlen reißt.

„Man sieht einfach, dass die Jugendlichen auf der Bühne begeistert dabei sind. Unglaublich, was sie mit so wenig Geld auf die Beine gestellt haben. Von dieser Energie könnte sich manch ein Erwachsener eine Scheibe abschneiden“, lobte Petra Steffan. Und das Thema, so die Wismarer Gleichstellungsbeauftragte, sei immer wieder und gerade in Wismar aktuell. „Soooo schön“, kommentierten Cindy und Katrin Wölke. Tochter und Mutter waren zusammen zum Musicalabend gekommen. „Anh Khoa war mein Hortkind“, erzählte Katrin Wölke lachend. Mittlerweile ist Anh Khoa Tran 15 Jahre alt und Schüler des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in Wismar. Und er hat das geschafft, wovon manch ein Lehrer und erwachsener Projektleiter träumt. Er hat gut 100 Jugendliche um sich gescharrt, die monatelang unter seiner Federführung geprobt haben.

„Es ist so ein schönes Gefühl, so viel Liebe und Glück“, beschreibt er nach dem minutenlangen Applaus und den stehenden Ovationen das Gefühl. Der Applaus galt allen. Den Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne in Anzügen und Petticoats. Dem Chor und der Big Band aus der Wismarer Musikschule unter der Leitung von Jana Rohloff hinter der Bühne. Durch die beweglichen Bühnenelemente hindurch konnten die Zuschauer einen Blick auf die Musiker erhaschen. Und die rockten, heizten den Akteuren auf der Bühne richtig ein.

Wunderbar die Besetzungen der Hauptrollen und das überspitzte, klischeebedienende Spiel. Die übergewichtige Tracy Tumbled wurde von Anna Konertz gespielt. Sie hatte auch die Tanzgruppe geleitet und die Choreografien nach Blythe Stephens eingeübt.

Mit einer bühnenreifen Musicalstimme und viel Charme erntete die Abiturientin tosenden Beifall. Fast noch mehr Szenenapplaus bekam ihre Bühnenmutter, gespielt von Lucie-Ann Ruhm. Mit norddeutscher Mundart und frechen Sprüchen sorgte sie für so manchen Lacher.

„Ich finde es schwachsinnig, dass wir nicht alle zusammen tanzen können“ – die immer noch aktuellen Botschaften des Stücks stellen die Jugendlichen klar heraus und transportieren sie in die Gegenwart. Dicke, die nicht ins Fernsehen kommen, weiße Inhaftierte, die anders behandelt werden als die Schwarzen. Die Eltern, die sich über die Hottentotten-Musik ihrer Kinder beschweren und über Frisuren, die aussehen wie „dreimal rückwärts durch die Hecke gezogen“.

Das Geld, das die Jugendgruppe erspielt hat, wird gespendet. Die ersten 2000 Euro gehen nach Gambia. „Dort können 100 Jugendliche von dem Geld ein Jahr lang Nahrung und Schulbildung erhalten“, erklärt Anh Khoa Tran. Eine schöne Geschichte: 100 Wismarer Jugendliche erspielen Geld für 100 Mädchen und Jungen in Afrika. Auch ein Waisenhaus in Vietnam soll unterstützt werden. Ob das Stück in Wismar oder in anderen Städten weiter aufgeführt wird, steht noch nicht fest. „Das würden wir machen“, verspricht Anh Khoa und denkt schon ans nächste Musical. Er will solche Inszenierungen in der Hansestadt Wismar regelmäßig auf die Bühne bringen.

Nicole Hollatz

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