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Wenn Ausflügler an die Grenze gehen

Dassow / Lübeck Wenn Ausflügler an die Grenze gehen

In Dassow starten Natur- und Kulturwanderungen auf dem Grünem Band / Die Nachfrage ist groß

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Die Wanderungen vom Priwall nach Dassow sind ein voller Erfolg.Hans Espenschied, Vorsitzender Heimat- und Tourismusverein Dassow

Dassow / Lübeck. 1400 Kilometer lang ist das Grüne Band an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. In diesem Jahr werden zahlreiche Wanderer die ersten zwölf Kilometer zurücklegen, den Großteil auf dem früheren Todesstreifen. „Die Wanderungen vom Priwall nach Dassow sind ein voller Erfolg“, sagt Hans Espenschied, Vorsitzender des Heimat- und Tourismusvereins Dassow, der die Natur- und Kulturwanderungen erstmals im vorigen Jahr zusammen mit dem Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer organisiert hat. Die ausgedehnten Spaziergänge unter fachkundiger Führung waren 2016 rasch ausgebucht. Deshalb bieten die beiden Vereine in diesem Jahr weitere Wanderungen und neue Varianten an.

OZ-Bild

In Dassow starten Natur- und Kulturwanderungen auf dem Grünem Band / Die Nachfrage ist groß

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An einem warmen Sommertag 2016 war es Ulrike Westphal vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, die die Wanderer führte. An anderen macht das die Hauptinitiatorin der Aktion, Angela Radtke vom Heimat- und Tourismusverein Dassow. Treffpunkt ist ein Gedenkstein an der früheren Grenze auf dem Priwall. „Wir machen es, damit das Thema ,innerdeutsche Grenze' präsent bleibt und auch die nachfolgende Generation davon weiß“, erklärt Ulrike Westphal vor Ort. Sie nutzt den Spaziergang auch, um den Wanderern die Natur nahezubringen. An der Pötenitzer Wiek sagt sie: „Wir sehen hier ganz besondere Vogelarten, die in dieser Gegend auch brüten.“ Ulrike Westphal berichtet davon, dass der Priwall 1939 militärisches Sperrgebiet war, ein Flughafen existierte und, wie sie erzählt, „auf der gegenüberliegenden Seite das Luftzeugamt See.“ Dann berichtet sie von Fluchtversuchen, die es hier zu Zeiten der DDR gegeben hat. Bereits 1952 seien Menschen aus grenznahen Dörfern in andere Regionen der Republik zwangsausgesiedelt worden. Nach wenigen Kilometern erreichen die Wanderer einen Grenzturm. Er steht in einem Wald, der hier seit 1989 gewachsen ist. Der Heimat- und Tourismusverein Dassow hat den Antrag gestellt, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Hans Espenschied sagt: „Es wäre auch sinnvoll, dort eine Schautafel auszustellen.“ Am Turm berichtet Angela Radtke: „Zur DDR-Zeit war hier alles kahl wegen der Sicht- und Schussfreiheit.“ Dann gehen die Wanderer weiter. Viele erzählen von ihren Erfahrungen mit der innerdeutschen Grenze. Unweit des Dassower Sees zeigt Ulrike Westphal echtes Johanniskraut, Beifuß und Hasenklee, die am Wegesrand wachsen. Eine Rast legt die Gruppe auf dem Fußboden eines alten Bauernhauses in Volkstorf ein. Viel mehr als das Fundament, die Bodenplatte und ein paar Fliesen ist von dem Anwesen unweit der Grenze nicht geblieben. Die meisten Häuser in Volkstorf wurden zur DDR-Zeit leer gezogen, verfielen oder wurden abgerissen. Wiederaufgebaut werden können sie nicht. Bundesdeutsches Baurecht lässt das nicht zu.

Während der Rast trägt die Autorin Christine Vogt-Müller eine Fluchtgeschichte aus dem Buch „Über die Ostsee in die Freizeit“ vor. Sie erzählt von einem jungen Mann, dem 1962 mit Hilfe von Schlutuper Fischern die Flucht über den Dassower See gelang.

Weiter geht die Wanderung durch einen Wald nach Benckendorf, dann nach Johannstorf, am dortigen Herrenhaus vorbei, schließlich auf einem Trampelpfad bis nach Dassow. In der Altenteilerkate des Heimat- und Tourismusvereins trinken die Wanderer Kaffee. Sie sagen, es sei ein toller, vielseitiger Tag mit vielen Informationen gewesen. Berichte von Zeitzeugen hätten die Historie anschaulich und nachvollziehbar gemacht. „Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept so gut ankommt“, sagt Ulrike Westphal.

Für dieses Jahr planen der Heimat- und Tourismusverein Dassow und der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer sechs Natur- und Kulturwanderungen, darunter einen Termin mit vorwiegend vogelkundlichen Aspekten am Sonnabend der kommenden Woche (18. Februar) und eine Wanderung in umgekehrter Richtung, also von Dassow zum Priwall mit anschließendem Kaffeetrinken im dortigen Naturfreundehaus.

Vereine aus Dassow und Lübeck bieten sechs Termine an

Am 18. Februar bieten der Heimat- und Tourismusverein Dassow und der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer die erste geführte Tour an der innerdeutschen Grenze zwischen dem Priwall und Dassow in diesem Jahr an. Es ist eine Winterwanderung mit dem Schwerpunkt „Vogelbeobachtung“.

Am 22. April folgt eine Wanderung mit dem Thema „Die Natur erwacht.“

Am 13. Mai verläuft die Wanderung erstmals in umgekehrter Richtung, also von Dassow zum Priwall.

Am 10. Juni und 26. August folgen Wanderungen in der gewohnten Richtung.

Am 14. Oktober laden die beiden Vereine letztmalig in diesem Jahr ein.

Alle Wanderungen beginnen um 9 Uhr, die Rückfahrten zum Startpunkt gegen 16 Uhr. Für Busfahrt, Kaffee und Kuchen sind 20 Euro zu zahlen.

Anmeldung:

☎ 038826/974012, E-Mail info@dassow-tourismus.de

Jürgen Lenz

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