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Grevesmühlen Kurdirektorin kämpft um die NDR-Partys
Mecklenburg Grevesmühlen Kurdirektorin kämpft um die NDR-Partys
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00:00 20.04.2013
Während des Bühnenaufbaus für die Partys von NDR 2 und N-Joy in Boltenhagen müsste die Strandpromenade einige Tage bis zum Restaurant „Zur Düne“ gesperrt werden. Quelle: Sylvia Kartheuser
Boltenhagen

Kurdirektorin Claudia Hörl hat einen schweren Stand. Die vom Radiosender NDR2 und seiner Tochter N-Joy für Boltenhagen geplanten Mega-Partys am Strand spalten die Meinungen im Ostseebad. Während die Mehrzahl der Einwohner, so scheint es, für Stars@NDR2-live und N-Joy the Beach ist, gibt es auch etliche, die sie ablehnen. Sie befürchten, die Großveranstaltungen würden für Boltenhagen nur Ärger bringen. Ihr Schreckensszenario: Randale, verärgerte Urlauber, zerstörte oder beschädigte Strandkörbe und jede Menge Müll.

Claudia Hörl versuchte, bei der zur Arbeitssitzung umdeklarierten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, die Ängste zu zerstreuen: „Der NDR macht solche Veranstaltungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon über Jahre und hat Erfahrungen damit.“ Und auch Boltenhagens amtierender Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) erklärte: „Der NDR wird schon ein eigenes Interesse daran haben, dass die Veranstaltungen störungsfrei ablaufen.“ Dennoch, so schränkte er ein, fehle ein Veranstaltungs- und ein Sicherheitskonzept. Christian Schmiedeberg hofft, dass am Montag, 22. April, viele Zweifel ausgeräumt werden können. „Dann treffen wir uns mit dem NDR.“

Auch die Kurdirektorin ist zuversichtlich. „Am 3. April haben wir vom NDR die ersten Unterlagen bekommen“, sagte sie. Seitdem führe man Gespräche mit der Polizei, dem Amt Klützer Winkel, der Feuerwehr, dem Zweckverband Grevesmühlen und dem Deutschen Roten Kreuz. Und die Signale seien durchweg positiv.

Kreisgeschäftsführer Ekkehard Giewald hatte der OZ bereits erklärt, dass das DRK mit im Boot sei und das Konzept für die Rettungskräfte am Montag vorlegen werde. Guntram Jung vom Zweckverband Grevesmühlen bestätigte am Donnerstag, dass auch aus Sicht des Wasserver- und Abwasserentsorgers den beiden Partys nichts im Weg stünde.

Moralische Unterstützung für die Veranstaltungen bekam die Kurdirektorin unter anderem von Kerstin Claus, die in Grevesmühlen vier Jahre als Kulturkoordinatorin arbeitete. „Die Werbung für den Ort durch solche Veranstaltungen ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, betonte die Boltenhagenerin. Der NDR bringe Künstler mit, die sich das Ostseebad nie würde leisten können. Und Günther Ammon befürchtete:

„Wenn wir diese Veranstaltung nicht wuppen, brauchen wir uns die nächsten zehn Jahre um keine andere zu bemühen.“ Der NDR — oder ein anderer Sender — würde sich für Boltenhagen kaum noch interessieren.

Chance nicht verspielen
Boltenhagen hätte mit den NDR-Veranstaltungen im Juli die Chance, weit über die Landesgrenzen hinaus positive Werbung für sich zu machen. Doch was passiert? Statt zu jubeln, dass Top-Künstler ins Ostseebad kommen, die man sich nie hätte leisten können, melden sich Bedenkenträger zu Wort und stellen beide Veranstaltungen infrage. Natürlich braucht es ein Sicherheitskonzept, natürlich muss geklärt werden, wo die Besucher ihre Fahrzeuge abstellen können, und natürlich sind tausend Kleinigkeiten zu bedenken. Aber der NDR macht derartige Mega-Partys nicht zum ersten Mal und hat Erfahrung.

Ein bisschen mehr Vertrauen in den Veranstaltungspartner der Kurverwaltung wäre schon wünschenswert! Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Sicher ist aber, wenn Boltenhagen und das Amt Klützer Winkel als Genehmigungsbehörde Stars@NDR2 und N-Joy the Beach absagen, wird das Ostseebad in der Öffentlichkeit vollends lächerlich. Und auch das weit über die Landesgrenzen hinaus. . .

Sylvia Kartheuser

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