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Kuriose Geschichten bei Talk im Turm in St. Nikolai

Grevesmühlen Kuriose Geschichten bei Talk im Turm in St. Nikolai

Am 17. August um 19 Uhr präsentiert der ehemalige Lehrer Horst Lederer Skurriles und Spannendes aus der Chronik der Kirchgemeinde

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Gemütliche Atmosphäre unterm Kirchendach: das macht die Veranstaltungen bei Talk im Turm aus.

Grevesmühlen. Wer es liebt, kleinen und zum Teil auch ziemlich skurrilen Geschichten zuzuhören, sollte sich den nächsten Talk im Turm in der Grevesmühlener St. Nikolai Kirche am 17. August um 19 Uhr im Kalender rot anstreichen. Es wird um die Chronik der Kirchgemeinde gehen.

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Am 17. August um 19 Uhr präsentiert der ehemalige Lehrer Horst Lederer Skurriles und Spannendes aus der Chronik der Kirchgemeinde

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Talk im Turm

Die für diese Saison letzte Veranstaltung der Reihe im Kirchturm der St. Nikolai Kirche in Grevesmühlen wird am 14. September um 19 Uhr stattfinden.

Dr. Wolfgang Wesenberg aus Berlin hält einen Vortrag zu dem Thema „Wozu Luther feiern?“

Die Veranstaltung steht in Bezug zum Reformationsjubiläum im kommenden Jahr.

Nichts weniger als einen „Gang durch die Jahrhunderte“ will Horst Lederer mit seinen Zuhörern unternehmen. 1998 wurde der ehemalige Deutschlehrer vom damaligen Pastor der Kirchgemeinde St. Nikolai, Wolfgang Heinrich, gebeten, ihn bei der Aufarbeitung der Chronik zu unterstützen. „Sie war in den DDR-Jahren ein wenig lückenhaft geraten und sollte wieder auf Vordermann gebracht werden“, berichtet Horst Lederer von seinen ersten Schritten als Kirchgemeinden-Chronist.

„Ich bewegte mich dabei“, so Lederer weiter, „in verschiedene Richtungen. Einmal hielt ich die laufenden Ereignisse in der Kirchgemeinde fest – Jubiläen, besondere Ereignisse und Veranstaltungen – zum anderen begann ich mich in der Zeit zurück zu arbeiten.“

Gerade, was die ältere Vergangenheit angeht, förderte der Geschichts- und Geschichtenforscher erstaunlich unterhaltsame Anekdoten zutage. Erste Erwähnungen der Kirchgemeinde Grevesmühlen finden sich im Jahr 1230 im Zehntenregister von Ratzeburg. Ein Chronist dieser Zeit hat zum Beispiel von einem Angriff der Gadebuscher im Jahr 1292 berichtet. Der Mann hat ausgesprochen präzise in der Sprache seiner Zeit beschrieben, wie dieser Morgen in Grevesmühlen begann. Was auf der Morgenmesse passierte, als klar wurde, dass die Stadt angegriffen wird. Und wie selbst der Priester letztlich zum Schwert griff, um auf der Stadtmauer zu kämpfen.

Wenn Horst Lederer erzählt, wird die Vergangenheit plötzlich höchst lebendig. Man kann die Protagonisten seiner Geschichten förmlich vor sich sehen. Wie zum Beispiel den Kirchenmann, der im Jahr 1463 mit einem Wagen voller Geld und Gold – Erträge aus dem Ablasshandel – aus Schweden kam, um über Wismar und Grevesmühlen nach Lübeck zu fahren, wo die Sündenablass-Schätze in diesem Fall landen sollten. Der Kirchenmann schlief während der Fahrt auf der Kutsche ein. Vielleicht weil es zu warm war, vielleicht hatte er auch ein Schlückchen Wein zu viel getrunken. Oder es war einfach nur das Ruckeln der Kutsche, dass ihn auf seiner langen, anstrengenden Reise müde machte. Er verlor jedenfalls ein Beutelchen mit um die 4000 Gulden – und bemerkte es erst, als er Lübeck längst erreicht hatte.

Die Frau eines Schmieds aus Grevesmühlen fand das Geld. Dass sie und ihr Mann es niemandem verrieten, ist klar. Doch den Nachbarn blieb nicht verborgen, dass es dem Schmied und seinen Lieben auf einmal deutlich besser ging. Und wie das so ist mit neidischen Nachbarn: Als bekannt wurde, dass ein Kirchenmann nach verlorenem Geld in der Gegend suchen ließ, verpfiffen sie den Schmied beim Amtmann.

Was ganz genau an Kuriosem passierte und wie die Geschichte ausging, wird an dieser Stelle nicht verraten. Horst Lederer wird davon berichten. Ebenso von dem Kloster, dass es einmal in Grevesmühlen gab. Und von einem mehr als seltsamen Organisten, der sich weigerte, einen Knopf an seiner Orgel zu drücken – der ein Windgebläse auslösen sollte. Er fürchtete sich, von einem elektrischen Schlag getroffen zu werden. Auch diese Geschichte ist weitaus unterhaltsamer als hier berichtet – und hat ein fast tragisches Ende. Wer auf Kriminalgeschichten steht, auch für den ist etwas mit dabei. Eine solche hat sich im 20. Jahrhundert in der Kirchgemeinde zugetragen.

Annett Meinke

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