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Land unter: Campingplatz „Liebeslaube“ überschwemmt

Hohenkirchen Land unter: Campingplatz „Liebeslaube“ überschwemmt

Das Areal an der Wohlenberger Wiek wird von einer Regenwasserwelle überflutet / Inventar vieler Dauercamper zerstört / Bürgermeister kritisiert Entwässerungssystem

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Alles unter Wasser: Der Campingplatz „Liebeslaube“ ist am Dienstag durch das Unwetter überschwemmt worden.

Quelle: Philipp Müller

Hohenkirchen. Das Unwetter, das am Dienstag über Nordwestmecklenburg gezogen ist, hat auf dem Campingplatz „Liebeslaube“ für schwere Überschwemmungen gesorgt. „So schlimm habe ich es in meinen sechs Jahren hier noch nicht erlebt“, sagt Matthias Fiedler, Geschäftsführer des betroffenen Geländes an der Wohlenberger Wiek. Auf dem Areal habe es in der Vergangenheit immer wieder kleine Überschwemmungen gegeben. „Dass die Rezeption vollgelaufen ist, hatten wir zuvor aber noch nie“, so Fiedler. Die Aufräumarbeiten dauern an.

OZ-Bild

Das Areal an der Wohlenberger Wiek wird von einer Regenwasserwelle überflutet / Inventar vieler Dauercamper zerstört / Bürgermeister kritisiert Entwässerungssystem

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Zum Verhängnis wurde dem Campingplatz seine Lage. Er befindet sich in einer Senke und ist zum Teil von der Ostsee, zum Teil von abschüssigen Nutzflächen umgeben. Nachdem der Starkregen am Nachmittag eingesetzt hatte, strömte das Wasser zunehmend die Hänge hinunter. „Irgendwann kam eine Welle, die sich wahrscheinlich vom Feld durchgebrochen hat“, erzählt Fiedler. Der frisch bearbeitete Boden konnte die Wassermassen vermutlich nicht mehr halten.

Besonders der Bereich, in dem viele Dauercamper ihre Unterkünfte stehen haben, wurde von der Wasserflut in Mitleidenschaft gezogen. „Es kam wie verrückt von den Feldern herunter – fast wie ein Sturzbach“, schildert Rosemarie Finck die Ereignisse. Die Dauercamperin ist seit 25 Jahren auf dem Platz zu Gast, doch auch sie habe einen solch schweren Fall noch nicht erlebt. Sie kämpfte sich während der Überflutung zur Rezeption vor, um die Feuerwehr rufen zu lassen. „Dabei stand mir das Wasser bis zum Hintern“, erzählt die Schwerinerin.

Bei ihr und ihrem Mann Manfred lief die braune Brühe in den Vorbau und den Wohnwagen. „Fußboden und Schränke sind versaut. Ich musste mein Geschirr aus den Schränken retten“, sagt Rosemarie Finck, die mit ihren Nerven am Ende sei. Das Ehepaar würde wie viele andere Dauercamper mit dem Gedanken spielen, abzureisen. „80 Prozent des Inventars ist hinüber. Das trocknet in acht Wochen nicht. Der Sommer ist versaut“, ärgert sich Frank Schrul, der Nachbar der Finckes.

Die Feuerwehren aus Hohenkirchen und Zierow waren ab etwa 17 Uhr für sechs Stunden im Einsatz. Sie pumpten das Wasser in die Ostsee ab. Der Uferbereich ist durch die Maßnahme noch immer braun gefärbt. „Wir werden noch zwei Tage lang den Schlamm wegschippen müssen. Danach muss alles trocknen“, meint Matthias Fiedler. Der Betrieb sei jedoch nicht gefährdet, obwohl auch die Rezeption unter Wasser gestanden hat. „Es ist ein wenig Technik und Papierkram abgesoffen. Aber das ist nicht wild“, so der Platzchef. Er hofft, dass durch die Überflutung die große Abreisewelle ausbleibt.

Auch Hohenkirchens Bürgermeister Jan van Leeuwen machte sich gestern ein Bild von der Lage. Er habe von 35 Millimetern Niederschlag pro Stunde gehört. „Das ist schon eine Katastrophe für die Leute“, sagte er. Solche Naturereignisse seien nicht zu verhindern. Doch er übte auch Kritik am Entwässerungssystem. „Es ist bekannt, dass das Gelände eine leichte Kessellage hat. Das so etwas eines Tages passiert, war absehbar. Schon vor Jahren ist es versäumt worden, ein vernünftiges Entwässerungssytem vorzubereiten.“ Er kündigte an: „Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen.“

Daniel Heidmann

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