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Landkreis kämpft um Erhalt von neun Berufsfeldern

Wismar Landkreis kämpft um Erhalt von neun Berufsfeldern

In neun Berufsbereichen will das Berufsschulzentrum Nord mit Standorten in Wismar und Zierow weiterhin Jugendliche ausbilden. Das sieht die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Nordwestmecklenburg für den Zeitraum 2013/14 bis zum Schuljahr 2017/18 vor.

Wismar. Er hat sich damit einem Beteiligungsverfahren des Bildungsministeriums mit den Berufsschulen in Westmecklenburg (Schwerin, Ludwigslust und Parchim) zu stellen. „Wir wollen mit einer Maximalforderung ins Verfahren gehen“, kündigte Klaus-Jürgen Ramisch vom Fachdienst Bildung und Kultur im Bildungsausschuss des Kreistages an.

Im Bereich Ernährung und Hauswirtschaft gibt es laut Holger Stein, Leiter des Berufsschulzentrums Nord, mit Schwerin einen Konkurrenten um das Berufsfeld Gastronomie. „Es wurde dort zwar aufgelöst, aber inzwischen hat sich eine private Schule gegründet“, berichtete er. In Wismar werden Fachleute im Gastgewerbe, Hotel- und Restaurantfachleute, Köche und Beiköche sowie Helfer im Gastgewerbe ausgebildet. Zudem sollen in Zierow weiterhin Hauswirtschaftshelfer beschult werden. Hier ist ferner die Ausbildung zum Land- und Pferdewirt, zum Landwirtschaftshelfer sowie zum Gärtner und Gartenbauhelfer angesiedelt.

Streit mit der Schweriner Berufsschule könnte es laut Stein ebenfalls um die Friseurausbildung geben. NWM will sie weiterführen wie auch die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Kranken- und Altenpfleger sowie zum Ergotherapeuten.

Ein „Zankapfel“ in Westmecklenburg ist auch die Fahrzeugtechnik. „Sie soll in Schwerin aufgelöst werden“, informierte Holger Stein, „sodass der Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker zukünftig nur noch in Nordwestmecklenburg und in Ludwigslust gelehrt wird.“

Im Berufsfeld Holztechnik ist die Ausbildung weiterhin in NWM und in Ludwigslust geplant, wobei sie Ludwigslust für sich allein beansprucht. Seit dem 1. September 2012 werden neben Tischlern, Holzmechanikern und Holzfachwerkern auch Holzbearbeitungsmechaniker am Standort Wismar ausgebildet. Die Lehrlinge fuhren zuvor nach Eberswalde in Brandenburg. Als einzige Berufsschule in MV bietet Nordwestmecklenburg die Ausbildung zum Biologie- und Chemielaboranten an. Die einzige Landesfachklasse gibt es hier ebenfalls für Maschinen- und Anlagenführer in der Spezialisierung Metall- und Kunststofftechnik, in der Textiltechnik sowie der Druckweiter- und Papierverarbeitung. Einziger Standort in Westmecklenburg ist das Berufsschulzentrum Nord auch für Jugendliche, die den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie den des Konstruktionsmechanikers erlernen wollen. Ferner werden hier Metallbauer ausgebildet.

Im Berufsbereich Wirtschaft und Verwaltung lernen Automobil- und Einzelhandelskaufleute sowie Verkäufer, Büro- und Bürokommunikationskaufleute. Nicht zuletzt soll die Berufsvorbereitung weiterhin Bestandteil des Bildungsangebots im Landkreis bleiben.

Mit ihrer Berufsschulentwicklungsplanung berücksichtigt die Kreisverwaltung so weit wie möglich die Interessen der regionalen Wirtschaft, beachtet das Prinzip des wohnortnahen Unterrichts der Berufsschüler und strebt die weitestgehende Beschulung ähnlicher Berufe an einem Standort an. Das Berufsschulzentrum Nord bildet zurzeit 1700 Schüler aus. Es hat von den äußeren Bedingungen her die Kriterien des Konzeptes für ein Regionales Berufliches Bildungszentrum (RBB) erfüllt, zu dem es werden soll. Aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen will das Bildungsministerium aus den derzeit 32 Beruflichen Schulen im Land 13 RBB schaffen. Jedes soll mindestens 1000 Berufsschüler ausbilden. Der Bildungsausschuss des Kreises hat der Schulentwicklungplanung zugestimmt.

Bildungsgänge
Nach der Kreisreform ist der Landkreis Nordwestmecklenburg alleiniger Träger des Berufsschulzentrums Nord.


Es bietet neben neun Berufsbereichen verschiedene Bildungsgänge innerhalb der Berufsausbildung an: das Fachgymnasium, die Fachoberschule, die Berufsfachschule, die Höhere Berufsfachschule und das Berufsvorbereitungsjahr.

1000 Berufsschüler ist die vom Bildungsministerium vorgegebene Mindestanzahl.

• Mehr unter:
www.bsz-nord.de

Haike Werfel

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