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Grevesmühlen Lea Lüwers Traum von der Rinderzucht
Mecklenburg Grevesmühlen Lea Lüwers Traum von der Rinderzucht
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00:05 28.10.2017
Vor vier Wochen kaufte Lea Lüwer ihre erste Kuh, die zur Zucht zugelassen ist. Quelle: Foto: Steffen Oldörp
Schönberg

Sie ist jung, blond und hat ein eher außergewöhnliches Hobby. Während andere Mädchen in ihrem Alter zur Disko gehen oder sich für andere Jungs hübsch machen, interessiert sich Lea Lüwer vor allem für Tiere. Genau genommen für Kühe.

„Es ist sicher schon etwas Besonderes, dass ein Mädchen so etwas macht“, sagt die 18-Jährige: „Aber meine Freunde akzeptieren das und freuen sich mit mir.“ Besonders hell leuchten die Augen von Lea, wenn ein Kalb zur Welt kommt. „Dadurch habe ich das Interesse an Kühen gewonnen“, erzählt sie.

Zu ihrem 17. Geburtstag ging ein Traum für Lea Lüwer in Erfüllung. Von ihren Eltern und ihrem Nachbarn Eckhard Jörke (57) hat sie ihr erstes eigenes Rind geschenkt bekommen. Vor vier Wochen ist es in ihrem Stall noch enger geworden – denn Lea hat sich ihre erste Kuh mit Papieren gekauft. Eine sogenannte Fleckkuh, die ins Herdbuch eingetragen ist und damit zur Zucht zugelassen ist. Das Tier ist tragend, bekommt im Januar Nachwuchs. Ihr langfristiges Ziel als eingetragenes Mitglied des Rinderzuchtverbandes des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Ich möchte irgendwann einmal meinen eigenen gekörten Bullen bei einer Auktion vorführen.“ Lea Lüwer hat nicht nur in ihrer Freizeit mit Tieren zu tun, sondern auch beruflich. Sie ist tiermedizinische Fachangestellte bei einem Veterinär in Schönberg. Zu verdanken hat sie ihr Interesse für Vierbeiner Eckhard Jörke. Der Nachbar ist so etwas wie ein Ziehvater von Lea Lüwer. Seit vielen Jahren hilft sie ihm bei der Tierzucht.

„Als Lea sechs Jahre alt war, kam sie immer häufiger zu mir und interessierte sich zunächst für Pferde.“ Sogar zu Turnieren ist sie mit ihm gefahren. „Als sie im Alter von zwölf Jahren dann das erste Mal die Geburt eines Kalbes miterlebte und gesehen hat, wie das Kalb bei der Kuh säuft, ist der Funke aber übergesprungen“, erzählt der 57-Jährige. Seitdem hilft sie dem Schönberger beim Füttern der Kühe, beim Ausmisten der Ställe, beim Striegeln der Tiere und fährt mit zu Schönheitswettbewerben für die Vierbeiner.

Pro Woche verbringt Lea Lüwer im Schnitt zehn Stunden mit ihren eigenen und den Rindern von Eckhard Jörke. Vor Ausstellungen sogar noch mehr Zeit. Dann übt sie mit den Tieren, am Strick zu gehen und macht die Rinder hübsch. Für solche Tier-Modenschauen nimmt die Schönbergerin sogar mehrere Tage im Jahr Urlaub. „Weil es mir einfach riesig viel Spaß macht“, strahlt eine der jüngsten Rinderzüchterinnen Nordwestmecklenburgs. Angst vor den bis zu 800 Kilogramm schweren Tieren hat Lea Lüwer nicht. „Sie hat bislang alle meine gekörten Bullen bei der Bullenauktion in Karow vorgeführt“, erzählt Jörke. Erst kürzlich war die 18-Jährige bei der Mela in Mühlengeez, der größten Landwirtschaftausstellung Mecklenburg-Vorpommerns. Dort hat sie Jörkes Kuh Heidi vorgeführt. Das Ergebnis: Platz drei und ein Auftritt im NDR-Nordmagazin.

„Die Aufregung war sehr groß. Vor allem, als ich spontan etwas in die Kamera sagen sollte“, sagt Lea Lüwer. Doch den besonderen Auftritt im Fernsehen hat die symphatische Blondine genauso mit Bravour gemeistert wie bislang so vieles in ihrem eher außergewöhnliches Hobby – der Rinderzucht.

Steffen Oldörp

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