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Grevesmühlen Lettische Delegation besucht nachhaltiges Grevesmühlen
Mecklenburg Grevesmühlen Lettische Delegation besucht nachhaltiges Grevesmühlen
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00:05 13.12.2017
Uwe Dramm (3. v. r.), Prokurist bei den Stadtwerken Grevesmühlen, erklärt den Gästen aus Lettland die Abläufe in der Biogasanlage.
Grevesmühlen

Baltischer Besuch in Grevesmühlen: Eine elfköpfige Delegation aus Lettland hat sich in der Stadt über Konzepte im Bereich der erneuerbaren Energien informiert. Dafür besuchten die Gäste die Biogasanlage im Degtower Weg sowie das Klärwerk und die Garnelenfarm im Gewerbegebiet Nordwest. Bei Vorträgen und Führungen lernten die Letten die Abläufe in den Anlagen kennen und erfuhren, wie in Grevesmühlen nachhaltig Energie produziert wird.

Biogasanlage besichtigt / Energieministerium hat Empfang organisiert

„Grevesmühlen gilt mit seinen Konzepten als Musterbeispiel“, sagte Gabriele Hoffmann. Sie leitet das „Bea-App-Projekt“, an dem sich elf Partner aus acht Ländern der Ostseeregion beteiligen, um den Wandel hin zur kohlenstoffarmen Energieerzeugung zu unterstützen. Initiiert worden ist das Projekt 2016 von der Abteilung Landesentwicklung des Energieministeriums Mecklenburg-Vorpommerns. Das Ministerium hatte die Delegation aus Lettland, bestehend aus Bürgermeistern, Regionalplanern und Vertretern der dortigen Stadtwerke, im Rahmen des Projektes in die Landeshauptstadt geladen und legte ihr auch den Besuch in Grevesmühlen nahe. „Denn hier haben wir mit dem Verein ,Stadt ohne Watt’ eine Besonderheit, die wir vorstellen wollen“, so Hoffmann.

Die Besucher aus dem Baltikum waren angetan. Der lettische Projektmanager Raitis Madzulis hat bei den Führungen durch die Anlagen Prozesse gesehen, die in Zukunft auch in seiner Heimat Anwendung finden könnte. Vor allem die Grevesmühlener Biogasanlage, die aus Mais und Rindergülle Strom und Wärme erzeugt, hat bei dem 49-Jährigen Eindruck hinterlassen. „Die Arbeit mit Biogas ist für uns interessant, weil sie vor allem in ländlichen Regionen eine gute Option ist“, sagt Madzulis mit Blick auf die Struktur seines Landes. Er versteht die Reise nach Mecklenburg als einen sinnvollen und wichtigen Austausch. Denn in Lettland ist geplant, in den nächsten Jahren neue Energiekonzepte auf den Weg zu bringen. Und diese sollen besser mit der Regionalplanung verknüpft werden. Um sich Impulse zu holen, war die Delegation bereits in Finnland, Schweden, Dänemark und Polen zu Besuch.

Doch der gute Wille allein reicht nicht, das weiß Madzulis. Er nimmt die Politik in die Pflicht. „Der Prozess, auf Nachhaltigkeit zu bauen, wird erst in Gang gesetzt, wenn es Förderungen vom Staat und der Europäischen Union (EU) gibt“, betont er. Mit dem „Bea-App-Projekt“ ist ein erster Schritt gemacht. Es wurde bisher mit rund zwei Millionen Euro Fördermitteln in allen elf Teilnehmer-Ländern ausgestattet – auch von der EU.

Dass Grevesmühlen den Projektpartnern als Musterbeispiel dient, ist für Uwe Dramm, Prokurist bei den Stadtwerken, eine hohe Anerkennung. Erst vor vier Wochen sei eine vietnamesische Delegation vor Ort gewesen. „Das zeigt, dass wir in der Stadt beim Thema erneuerbare Energien schon sehr fortschrittlich arbeiten.“

Dramm führte die baltischen Gäste über die 2008 in Betrieb genommene Biogasanlage. Danach verschafften sich die Letten noch einen Einblick in das vom Zweckverband betriebene Klärwerk und die benachbarte Garnelenfarm. Hier gilt die Wärmeversorgung der Shrimps-Produktionsstätte durch überschüssig erzeugte Energie des Klärwerks als beispielhaft. Dahin wollen die Letten noch kommen.

„Effizienz ist wichtig“, sagte Raitis Madzulis.

Daniel Heidmann

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