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Liebe, Fotografien und Schutzengel

Grevesmühlen/Börzow Liebe, Fotografien und Schutzengel

Zum Internationalen Frauentag – Starke Frauen in Nordwestmecklenburg: Jessica Borchardt verliebte sich vor zehn Jahren in einen Mann aus der Region. In ihrer Freizeit steht sie als Model für Fotoaufnahmen vor der Kamera.

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Hat erst im Jahr 2015 ihr erstes Fotoshooting absolviert: Jessica Borchardt (31) aus Börzow. Inzwischen wird sie oft von Fotografen angefragt.

Quelle: Rico Mcmxc Photography

Grevesmühlen/Börzow. Ziemlich klar, warum Fotografen aus Nordwestmecklenburg und weit darüber hinaus, daran interessiert sind, Jessica Borchardt vor die Linse zu kriegen. Die 31-Jährige ist gertenschlank, semmelblond, kleidet sich gern modisch und figurbetont und hat klare, blaugraue Augen.

DCX-Bild

Zum Internationalen Frauentag – Starke Frauen in Nordwestmecklenburg: Jessica Borchardt verliebte sich vor zehn Jahren in einen Mann aus der Region. In ihrer Freizeit steht sie als Model für Fotoaufnahmen vor der Kamera.

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Angefangen hat alles im Sommer 2015. Damals bewarb sich Jessica für den Farbenspielkalender der Fotografin Nancy Koth von Gutschmidt Photography aus Diedrichshagen und stand zum ersten Mal für dieses Projekt vor der Kamera.

„Das Ganze ist nur ein Hobby“, erzählt Jessica. „In der Fotografenszene heißt das TFP-Time for Picture (Zeit für Bilder).“ Bedeutet, Jesscia stellt ihre Zeit und sich selbst zur Verfügung und erhält als Gegenleistung Abzüge von den Fotos. Die schönsten teilt sie auf ihrer Facebook-Seite.

Inzwischen erhält sie viele Anfragen von Fotografen - und alle bespricht sie mit ihrem Mann Michael. Er stammt aus Grevesmühlen. Gemeinsam mit den beiden Töchtern lebt das Paar derzeit noch in Börzow, wird demnächst aber nach Upahl ziehen.

Die gebürtige Nordfriesin und der Nordwestmecklenburger haben sich vor zehn Jahren auf einem Online-Dating-Portal kennengelernt. „Als ich ihn zum ersten Mal aus dem Auto steigen sah“, sagt Jessica, „da wusste ich, das ist der Mann, den ich heiraten werde.“

An Michael liebt sie seine offene und liebevolle Art. „Er ist der beste Mann und Vater, den man sich nur vorstellen kann“, ist sie sich sicher. „Und er hat kein Problem damit, dass ich Fotos von mir machen lasse - auch nicht mit den etwas freizügigeren Aufnahmen - im Gegenteil, er ist stolz darauf.“

Unseriöse Fotoangebote, sagte die gelernte kaufmännische Angestellte, die halbtags im Home-Office arbeitet - für dieselbe Firma wie ihr Mann übrigens - gibt es immer wieder. Doch die sind leicht zu durchschauen.

„Wenn es keine ordentliche Webseite gibt, keine seriösen Referenzen, die ein Fotograf vorweisen kann, wenn behauptet wird, man befände sich gerade in Gründung und sehr viel Geld für Nacktaufnahmen bietet, dann ist schon klar, worum es geht“, sagt sie.

Und auch bei Fotografen, die sie und ihr Mann als seriös einschätzen, sichert sich das Paar immer genauestens ab. „Ich gehe zu keinem Fototermin an seltsame Orte. Michael weiß jederzeit, wo und mit wem ich bin.“

So wie es aussieht, erfüllt Jessica Borchardt geradezu das Ideal einer modernen Frau. Sie ist Ehepartnerin, Mutter, berufstätig und in ihrer Freizeit mit einem anspruchsvollen Hobby beschäftigt.

Sie freut sich, als sie das hört und beantwortet die Frage, ob sie glaubt, dass „Ostmänner“ toleranter als „Westmänner“ sind, charmant: „Man kann das nicht absolut behaupten, aber tendenziell ist das vielleicht so. Aufgrund der nicht ganz so traditionellen Erziehung der Männer hier.“

Inzwischen fühlt sich die Nordfriesin ganz zuhause in Nordwestmecklenburg. Was vielleicht auch daran liegt, dass ihre Eltern schon lange nicht mehr leben. Jessica war noch ein Kind als Vater und Mutter starben. Aufgewachsen ist sie bei ihrem älteren Bruder.  „Ich zeige meinen Kindern immer den hellsten Stern am Himmel“, erzählt sie, „und sage: Dort sind Oma und Opa. Sie passen auf uns auf.“

Dass das funktioniert, könnte man annehmen. Im vergangenen Jahr im September hatte Jessica einen Unfall auf der Autobahn, der schlimm hätte ausgehen können - was nicht so war.

Scheint, als bliebe nicht viel zu wünschen übrig: Liebe, Fotografien und Schutzengel ... Hat Jessica denn noch Träume? „Da steht noch einiges an“, ist sie sich sicher.

Demnächst wird sie im Grevesmühlener Sportverein Blau-Weiß einen Kurs in „Jumping Fitness“ geben. Sport ist der jungen Frau, die nach der Geburt ihrer Kinder ziemlich viel abgenommen hat, wichtig. Genau wie ihrem Mann, der in seiner Freizeit Handball spielt.

Und wenigstens einmal möchte Jessica auch als Modemodel über den Laufsteg laufen. Am liebsten bei der „Fashion Week“ in Berlin. Sie wird in diesem Jahr an einem Casting teilnehmen. „Und wenn´s nicht klappt“, sagt sie gelassen, „dann soll es eben nicht sein.“

OZ

Von Meinke, Annett

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Ziemlich klar, warum Fotografen daran interessiert sind, Jessica Borchardt vor die Linse zu bekommen.

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