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Literaturklub preist Nobelpreisträger

Grevesmühlen Literaturklub preist Nobelpreisträger

In Grevesmühlen startet eine neue Veranstaltungsreihe. Im Mittelpunkt steht heute Hermann Hesse.

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Stadtbibliothekarin Sabine Josellis in der Leselounge mit der Dauerausstellung zu den Literatur-Nobelpreisträgern.

Quelle: Cornelia Roxin

Grevesmühlen. In Grevesmühlen gibt es einen Literaturklub. Eher unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat sich der Bibliotheksbeirat dieses Instrument geschaffen. Seine Gründung erfolgte zeitgleich mit der Eröffnung der von ihm initiierten Dauerausstellung zur Darstellung der Literatur-Nobelpreisträger im Vorjahr in der Stadtbücherei. Die Literaten vorzustellen, ist die vornehmliche Aufgabe des Klubs.

Großflächige Banner ziehen sich in der Exposition an den Raumseiten von der Decke bis in Bodennähe. Darauf zu lesen ist in komprimierter Machart Wissenswertes zu den zehn deutschen Literatur-Nobelpreisträgern. Am verbleibenden Platz unterhalb der Zimmerdecke finden sich an kreuz und quer gespannten Leinen auf bunten Papierseiten Auszüge aus den Werken der in Stockholm Geehrten wieder. Wie Wäschestücke wurden sie mit kleinen Holzklammern befestigt. Das, was früher in der Bibliothek der Lesesaal war, nennt sich nun Leselounge. Dort findet heute mit der Hesselesung auch die erste Veranstaltung einer Reihe statt, mit der künftig Literatur-Nobelpreisträger vorgestellt werden. Nicht ohne Stolz erzählt Sabine Josellis, dass es bisher gelungen ist, bis auf fünf von allen über 100 Literatur-Preisträgern im Raum Werke zur Ausleihe zu platzieren.

Die Sachgebietsleiterin Kultur, die zugleich die Bibliothek leitet, hat noch einen Joker im Ärmel. Aus dem Nachlass einer Schönbergerin, die Bücher der Literatur-Nobelpreisträger gesammelt hat, ist der Bücherei ein weiterer Fundus zur Verfügung gestellt worden. „Wir haben die Bücher noch nicht gesichtet, vielleicht sind ja noch Werke der uns fehlenden Schriftsteller dabei“, sagt sie hoffend.

Denn allein 1200 Euro kostete die Anschaffung der jetzt vorhandenen Literatur im insgesamt 8000 Euro teuren Projekt. Nicht mit einer Zahl lässt sich dabei der Beschaffungsaufwand festhalten.

„Alle möglichen Quellen wurden genutzt und große Hilfe gab es auch von einer Buchhandlung. Als Geldgeber fungierte neben der Stadt auch der Landkreis und der Verband Norddeutscher Autoren. Kein Geld hingegen wird für Honorare ausgegeben. Die Akteure, die sich für den Literaturklub engagieren und die Literaten vorstellen, erledigen das auf ehrenamtlicher Basis. Das ist für Sabine Josellis „Bildung von Grevesmühlenern für Grevesmühlener“. Der Bibliotheksbeirat habe mit dem Klub eine Art Kanal dafür geschaffen.

„Man glaubt nicht, welche Arbeit in der Ausstellung steckt“, sagt Sabine Josellis sich in der Lounge umschauend, für die ein Möbelkaufhaus sogar Sessel sponserte. Josellis erzählt anerkennend vom Wirken der Ausstellungsgestalter bis hin zur Korrekturleserin. Wegen der Bilderrechte und der veröffentlichten Texte mussten sogar zuständige Stellen in Stockholm kontaktiert werden oder die Büros der Schriftsteller sowie die Nachfahren der verstorbenen Literaten. Nicht alles habe sich kompliziert gestaltet und auch Anerkennung gab es für das Projekt, so zum Beispiel vom Grass-Büro und von einer Delegation aus Lettland. Die Ausstellungsbesucher wollten die Idee mit nach Riga nehmen und möglicherweise auch in Europas Kulturhauptstadt 2014 umsetzen.

Der Literaturklub setzt für die nächsten Veranstaltungen zu den Nobelpreisträgern auf weitere Mitstreiter, die sich gern in der Bibliothek melden können. Sabine Josellis erinnert außerdem an das „Kunstmix“ genannte Treffen, das schon im Vorfeld der Klubgründung der Pädagoge Ralf Bendiks in seiner Eigenschaft als Hobbymaler und der Musiker Roland Zech von „Reuters Fritzen“ unter dem Motto: „

Literatur, Malerei und Musik“ gestalteten. Auch diese Reihe soll fortgesetzt werden.

Hesse-Lesung: heute 18.30 Uhr in der Leselounge der Bibliothek.

Nobelpreisträger im bunten Grevesmühlen
Zehn deutsche Literatur-Nobelpreisträger hat es bisher gegeben:

Heinrich Böll (1917- 1985),
Rudolf Eucken (1846 - 1926),
Günter Grass (geb. 1927),
Gerhard Hauptmann (1862 - 1946),
Hermann Hesse (1877 - 1962),
Paul Heyse (1830 -1914),
Thomas Mann (1875 -1955),
Theodor Mommsen (1817 - 1903),
Herta Müller (geb. 1953),
Nelly Sachs (1891 - 1970).



Hermann Hesse ist die erste Veranstaltung des Literaturklubs beim Bibliotheksbeirat gewidmet. Sporadisch sollen weitere stattfinden. Heute geht es um 18.30 Uhr in der Leselounge der Stadtbibliothek los. Das Leben und Wirken des 1946 mit dem Nobelpreis Geehrten wird von interessierten Lesern gestaltet und organisiert. Bis auf Peter Neumann gehören sie alle zur ehemaligen Lehrerschaft Grevesmühlens. Dies sind: Peter Keller, Vorsitzender des Bibliotheksbeirates, Waltraut und Peter Loeck sowie Ingrid und Hans-Joachim Schönfeldt.



Die Dauerausstellung unterstützt auch das Aktionsbündnis „Grevesmühlen ist bunt“. Sabine Josellis versteht die Schau zudem als Öffnung für alle Kulturen und für das weltoffene Gedankengut der hoch dotierten Nobelpreisträger.

 



Cornelia Roxin

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