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Grevesmühlen Lütt Kaffeebrenner unter Volldampf
Mecklenburg Grevesmühlen Lütt Kaffeebrenner unter Volldampf
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00:00 14.10.2017
Die Schmalspurbahn „Lütt Kaffeebrenner“ in Klütz ist auch im vierten Betriebsjahr ein Besuchermagnet. Die Saison endet am 31. Oktober. Quelle: Foto: Malte Behnk

Die Schmalspurbahn „Lütt Kaffeebrenner“ fährt weiterhin auf Erfolgskurs. Mit bis gestern 27987 Passagieren wird sich die Zahl der Fahrgäste zum Vorjahr noch einmal leicht gesteigert haben. Ein Erfolg, den selbst die Betreiber der Stiftung Deutsche Kleinbahnen vor der Eröffnung im Juni 2014 nicht erwartet hatten. Mit 10000 Fahrgästen würde sich der Betrieb lohnen, hieß es damals.

„Die Saison ist sehr gut gelaufen“, freut sich Eva Eckert, die am Klützer Bahnhof die Gäste betreut und den Betrieb organisiert. „Fürs nächste Jahr melden sich noch mehr Reisegruppen an“, sagt sie und hält auch 30000 Fahrgäste pro Jahr inzwischen für möglich. Viele würden die Fahrt im „Lütt Kaffeebrenner“ mit einem Besuch in Schloss Bothmer, im Literaturhaus oder einer Fahrt nach Boltenhagen verbinden.

Dass sich die Betreiber der Kleinbahn schon im vergangenen Jahr entschieden haben, im Juli und August ihren Fahrplan auch auf das Wochenende auszuweiten, habe sich bewährt, so Eckert. „Wir merken zwar, dass am Sonnabend Bettenwechsel in den Urlaubsquartieren ist und dadurch weniger Gäste kommen. Aber an Sonntagen war es oft voll“, sagt sie.

Im vierten Betriebsjahr zählt der „Lütt Kaffeebrenner“ auch schon etliche Stammkunden. „Von Klein bis Groß gibt es Fahrgäste, die immer wieder kommen“, sagt Eva Eckert. „Sie sind aus der direkten Umgebung oder auch aus Wismar und fahren vielleicht vier- oder fünfmal im Jahr.“

Auf dem bisherigen Erfolg will sich Ludger Guttwein von der Stiftung Deutsche Kleinbahnen aber nicht ausruhen. Er plant bereits einen Ausbau der Strecke. Bislang fährt der Kaffeebrenner von Klütz bis nach Reppenhagen. Einen Stopp gibt es bei Stellshagen, wo Fahrgäste häufig aussteigen, um im Biohotel des Gutshauses zu essen. Etwa sechs Kilometer lang ist die Strecke, die der Zug mit etwa 20 Stundenkilometern befährt. Voraussichtlich schon im nächsten Jahr soll das Gleis um etwa drei Kilometer bis nach Dorf Gutow verlängert werden. Dann wird zum einen die Fahrt länger andauern, zum anderen haben Fahrgäste dann ein neues Ausflugsziel. „In Dorf Gutow gibt es ja die Galerie von Reinhard Conny Konzack, mit dem wir Kontakt aufnehmen wollen“, sagt Eva Eckert. Einen genauen Termin für die Gleisbauarbeiten und die Eröffnung der Streckenerweiterung kann sie aber noch nicht nennen. Es gibt auch Überlegungen, mit Ausflugszielen zu kooperieren, die etwas weiter abgelegen vom Gleis der Schmalspurbahn sind. Zum Beispiel mit Leihfahrrädern an der Station in Reppenhagen oder Gutow könnten Fahrgäste bis ins Steinzeitdorf in Kussow fahren. Doch solche Ideen sind noch nicht komplett umsetzbar, würden aber für eine weitere Vernetzung der Kleinbahn sorgen. Auch im Bahnhofsgebäude, das die Stiftung Deutsche Kleinbahnen zur Eröffnung liebevoll sanieren ließ, könnte sich zur nächsten Saison etwas verändern. Die dortige Gaststätte wurde in diesem Jahr geschlossen und nun wird überlegt, wie die zusätzlich verfügbaren Räume genutzt werden könnten.

Bevor diese Saison endet, gibt es heute noch einmal ein besonderes Angebot: Zur dritten Klützer Kulturnacht fährt der „Lütt Kaffeebrenner“ um 16 Uhr. „Es kommt eine Gruppe von Eisenbahnfreunden aus Schwerin, die in historischen Uniformen ganz viel über die Geschichte der Eisenbahn erzählen – auch während der Fahrt“, kündigt Eva Eckert an. Bereits zur ersten Fahrt 2014 waren die Enthusiasten nach Klütz gekommen. Ab 15 Uhr wird auf dem Bahnhof in Klütz Betrieb sein. Dann gibt es Grillwurst und die Eisenbahnfreunde zeigen unter anderem, wie alte Geräte – etwa Karbid-Lampen – funktionieren.

Bis einschließlich zum 31. Oktober fährt der „Lütt Kaffeebrenner“ montags bis freitags jeweils um 11, 12 und 14 Uhr in Klütz ab.

Eisenbahngeschichte seit 1905

Bereits 1905 wurde die „Großherzoglich-Mecklenburgische Friedrich-Franz Eisenbahn“ eröffnet.

Im Mai 1995 befuhr die Deutsche Bahn AG das Gleis nach Grevesmühlen zum letzten Mal.

Im Juni 1997 nahm die Klützer Ostsee-Eisenbahn GmbH den Betrieb auf, der 2004 eingestellt wurde.

2006 wurden die Schienen mit einer Spurweite von 1435 Millimetern abgebaut.

2012 wurde das neue Gleis mit einer Spurbreite von 600 Millimetern für die Schmalspurbahn verlegt.

Am 20. Juni 2014 begann dann die neue Ära des „Lütt Kaffeebrenner“.

Malte Behnk

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