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Grevesmühlen Mannigfaltigem Rock salopp gelauscht
Mecklenburg Grevesmühlen Mannigfaltigem Rock salopp gelauscht
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03:37 02.09.2013
Premiere in Dassow: Die Band „Revendaria“ ist noch neu auf den Bühnen. Sänger Mel und seine Combo spielen sogenannten „Power-Metal“. Quelle: Fotos: Dana Dolata
Dassow

Das Areal des ehemaligen Freibades in Dassow war am Freitag und Sonnabend zeitweise mager mit Rock-Fans besetzt. Aber diejenigen, die da waren, schienen ganz entschieden gute Laune zu haben. Sie waren gekommen, um das erste „Baltic Hell“-Festival zu genießen — dem Wetter am Sonnabendnachmittag, das mit allerlei Wolkenbrüchen aufwartete, zum Trotz. Der düster verhangene Himmel lockerte sich am frühen Abend jedoch wieder auf: Die Sonne zeigte sich einige Stunden lang.

„Ich finde es sogar vorteilhaft, dass so sehr wenige Leute da sind“, sagte der Lübecker Markus Pätsch (53). Da könne man sich in aller Entspannung erfreuen. Gekommen sei er wegen der Musik, die höre er gerne. Genau wie Ingmar Gentschau (24) aus Gadebusch, der sagte: „Das, was hier gerade läuft, das höre ich am liebsten“. Zusammen mit Michael Sühr, der ebenfalls 24 Jahre alt ist und aus Gadebusch kommt, ist Gentschau zum Festival angereist. Sühr trug eine Lederjacke, die an allen Flecken mit „Iron Maiden“-Flicken behaftet war. „Meine Lieblingsband“, machte Michael Sühr klar.

Gekommen war er, „um Spaß zu haben und nette Menschen kennenzulernen“. Bepflastert mit seinen Lieblingsbands war auch Hubert Körner (50) aus Warendorf in Nordrhein-Westfalen. Er hat den „Baltic Hell“-Veranstalter Christian Jäger einmal kennengelernt und immer Kontakt gehalten mit ihm. Als dieser dann freiwillige Helfer suchte fürs Festival, war er dabei. Körners Lieblingsbands sind neben „Deep Purple“ auch „Uriah Heep“, „Slade“ und „Status Quo“. „Ich bin Metal-Freak seit 1973“, erzählte Körner.

Am Donnerstag begann das Festival mit dem Auftreten des Sensenmannes, der vom Dassower See über halb Dassow bis hin nach „Bad Höllenheim“ spazierte, dem Schauplatz des „Baltic Hell“-Festivals.

Freitag und Sonnabend spielten Bands und gestern klang das Festival, bei dem gecampt werden konnte, aus. Etwa 300 Besucher waren laut Angaben des Veranstalters am Freitag da, gegen 20 Uhr am Sonnabend tummelten sich etwa 150 Rock-Fans in „Bad Höllenheim“.

Es spielten neben Newcomerbands auch so einige, die schon jahrelang auf den Bühnen stehen, wie beispielsweise „Dungeon Rocks“ aus Lübeck. Auch „Pride‘n‘Rock“, eine Band aus Wismar, besteht aus erfahrenen Musikern. Die Jungs von „Revendaria“ hingegen sind ganz neu im Geschäft. Sie spielen gerne bei Nachwuchswettbewerben und standen am Sonnabendnachmittag beim „Baltic Hell“ auf der Bühne.

2012 traten sie zum allerersten Mal auf — in Dassow. Aus Henstedt-Ulzburg kommen sie, werden als hoffnungsvolle Talente gehandelt.

„Bei der Auswahl der Bands habe ich großen Wert darauf gelegt, ein breites musikalisches Spektrum abzudecken“, sagte Veranstalter Christian Jäger (47). Ob er mit Stimmung, Resonanz, ja Allem zufrieden ist? „Ja, das bin ich“, sagte er. „Die gute Musik ist es, die ein solches Festival ausmacht“, sagte er und ergänzte: „Die gute Musik, das Kennenlernen von Menschen und schlicht die Unterhaltung.

„Ich finde die Auswahl der Bands ziemlich gut“, sagte Betty Hoffmann (33) aus Bad Doberan. Sie kam am Sonnabend und schlief im Auto. „Schade ist, dass das Festival so wenig besucht ist“, sagte sie.

Musikalisch deckte „Baltic Hell“ beinahe alles ab, was die Rockmusik hergibt. „Am Freitag war der Punkrock sehr präsent“, verdeutlichte Christian Jäger — und der Sonnabend war sehr angehaucht vom Heavy Metal.

Wechselvolle Geschichte
1905 verlegen Arbeiter Gleise auf dem heutigen Festgelände in Dassow. Sie sind Teil einer neuen Bahnverbindung nach Schönberg. Zwischenstationen:

Prieschendorf und Groß Bünsdorf.

1951 stellt die Bahn den Betrieb ein. Der Hintergrund: Die DDR hat an der Grenze zur BRD ein Sperrgebiet eingerichtet, in dem auch Dassow liegt. Die grenznahe Badestelle am See wird abgerissen.

1978 eröffnet die Stadt auf dem ehemaligen Bahngelände ein Freibad. Der Bau wird größtenteils aus Lottoeinnahmen des Staates finanziert.

2002 lässt die Stadt das Freibad abreißen. Begründung: zu hohe Kosten für die Sanierung. jl

Dana Dolata

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