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Maritimes Schutzgebiet in gutem Zustand

Wismar Maritimes Schutzgebiet in gutem Zustand

Maßnahmen für die „Erweiterung Wismarbucht“ sind überschaubar

Wismar. Ein Schutzgebiet auf hoher See: Bis zum Sommer soll der Managementplan für die „Erweiterung Wismarbucht“ stehen. Das Areal – zwei Flächen in der Größe von insgesamt 3500 Hektar – wurde vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) nun mit einem günstigen Erhaltungszustand bewertet. „Wir sind bisher aber noch beim Grundlagenteil, also noch am Anfang“, erklärte Bernhard Fiedler von der Abteilung Naturschutz. Das letzte Wort hat das Landwirtschaftsministerium. Am Montagabend stellten die am maritimen Schutzprojekt Beteiligten die bisherigen Ergebnisse rund 80 Interessierten in der Wismarer Hochschule vor. Der aktuelle Stand: Die Gesamtbewertung des Riffs wie auch der Arten ist gut. „Der Handlungsdruck ist also gering“, sagte Dr. Volker Thiele vom Institut für Ökologische Forschung und Planung Biota. Deshalb werde es auch zu keinen Zwangsmaßnahmen kommen, sondern zu freiwilligen Auflagen.

Bewertet wurden von den Experten die Rifffläche sowie die Artenvielfalt. 25 Kilometer Strecke wurden per Videokamera abgefahren, zwölf Stunden Filmmaterial im Anschluss gesichtet. „Dazu haben wir noch Proben von Wasserwirbellosen und Algen entnommen“, berichtet Thiele. Mehr als 2700 Hektar Rifffläche befinden sich in dem schützenswerten Areal. Die Struktur des Lebensraums, also des Riffs, sei hervorragend, auch die sogenannte Arteninventur wurde mit gut bewertet. „In den Riffs leben unter anderem Krabben, Miesmuscheln, Seegras, Rotalgen und auch Seesterne“, zählte der Experte auf. Weniger optimal sei jedoch die Wasserqualität. Proben ergaben, dass die Stickstoff- und Phosphorwerte zu hoch seien. Ein Problem, was bereits auf Landesebene angegangen wird.

Die Überprüfung der Artenvielfalt – in diesem Fall Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale – zeigt, dass der Bestand ebenfalls gut ist. „Der Schweinswal steht unter einem Schutzbedürfnis. Das heißt, die Nahrungsgrundlage in dem Gebiet muss gesichert werden.“ Konkret bedeutet das: Es dürfe keine Zunahme an Fischerei oder Schiffsverkehr geben. „Das kann auf dem bisherigen Level bleiben“, sagt Thiele. Schleppnetzfischerei sei in einem Schutzgebiet generell nicht erlaubt. Außerdem sollen Schallereignisse, wie Sprengung oder Rammungen vermieden werden. „Dafür gibt es heutzutage sehr viele Möglichkeiten, um das umzusetzen“, versichert der Experte. Für die Kegelrobben und Seehunde gebe es keine speziellen Maßnahmen. Thiele weiß jedoch: „Besonders bei den Kegelrobben zeigt sich eine Tendenz, dass sich deren Lebensraum weiter nach Süden ausbreitet. Deshalb haben wir sie aufgenommen.“

Der derzeitige Grundlagenteil wird nun durch das Ministerium geprüft. Im Frühjahr werden die Grundlagen und Maßnahmen dann veröffentlicht. Anregungen können dann noch eingearbeitet werden, bevor der finale Plan dem Ministerium vorgelegt wird. Hinweise seien immer gern gesehen, heißt es vom Stalu.

Vanessa Kopp

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