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Grevesmühlen Mecklenburger hat das Alphorn im Blut
Mecklenburg Grevesmühlen Mecklenburger hat das Alphorn im Blut
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17:13 30.10.2018
Die mecklenburgischen Alphornbläser von Meckalp (Wolfgang Fellechner aus Mühlen Eichsen, rechts) sind auch beim diesjährigen Kreiserntedankfest in Gadebusch aufgetreten. Quelle: Meckalp
Mühlen Eichsen

Mecklenburger und Alphörner, das würde man erst einmal nicht unbedingt in einem Atemzug erwähnen. Doch tatsächlich erfreut sich das Alphorn, das traditionell vor allen Dingen in Österreich und der Schweiz gern geblasen wird, auch in Mecklenburg inzwischen einiger Beliebtheit. Dass das Alphorn zu dem Mühlen Eichsener Wolfgang Fellechner (69) fand, – oder er vielleicht auch zu ihm, ist indessen nicht verwunderlich. Weist doch der Familienname des Mecklenburgers „Fellechner“ schon auf einen eher südlichen Ursprung hin.

„Meine Vorfahren kamen vermutlich im 17. Jahrhundert aus Österreich“, erzählt der berentete Maschinenbauingenieur, – der einstmals in Wismar studierte, in der DDR eine Weile im Plastmaschinenwerk Schwerin arbeitete und sich nach der Wende im Außendienst unter anderem um Anlagen von Firmen, unter anderem von Palmberg in Schönberg und Arla in Upahl kümmerte.

Fellechner hat Ahnenforschung betrieben und war auch schon im Salzburgischen, wo es noch heute den Felehnen-Hof gibt, von dem seine protestantischen Ahnen abstammen sollen. Um 1632 herum haben sie vermutlich, gemeinsam mit circa 2500 protestantischen Familien das katholische Österreich verlassen. Durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest, die damals ein Massensterben verursachte, lagen in Deutschland viele landwirtschaftliche Höfe auch im Norden brach. Eine Chance für die österreichischen Protestanten, hier Fuß zu fassen. Und nun hat einer ihrer Nachfahren das Alphorn für sich entdeckt. „Wahrscheinlich liegt es mir wirklich einfach irgendwie im Blut“, sagt Fellechner.

Sein Wunsch, ein Alphorn zu spielen, entstand im Jahr 2012 während des Besuchs der Grünen Woche in Berlin. Zunächst nahm Fellechner Kontakt mit einem Alphornbauer aus Witzin (Sternberger Seenlandschaft) auf. Dort spielte er auch zum ersten Mal auf einem Alphorn. Die Töne kamen so klar heraus, dass man ihn verwundert fragte, ob er denn zuvor schon Trompete oder Jagdhorn gespielt hätte. Hatte er aber nicht. Es klappte einfach so, auf Anhieb. „Ich habe als junger Mann mal ein bisschen auf der Gitarre herumgeklimpert, auch mal in eine Mundharmonika geblasen“, sagt er. „Doch das war es schon.“

Allerdings, sagt er dann, hat er auch ein gutes Gehör. Und so fiel es ihm leicht, das auf die Tonart F-Dur gestimmte Alphorn, das 3,68 Meter breit ist, „weil das genau die Länge ist, die die Frequenz von F-Dur erzeugt“, wie er sagt, zu spielen. Es gibt auch Alphörner die kürzer sind, so um die 4 Meter lang. Die sind dann auf Ges-Dur gestimmt, weiß Fellechner. Circa 11 Töne gute, klare Töne, sagt der Mühlen Eichsener, kann man auf dem Alphorn der Länge, die er spielt, erzeugen. Ein paar Zwischentöne gibt es noch, und natürlich kann man auch einige schräge Töne produzieren. Doch darum geht es ihm nicht, er wollte von Anfang an mit dem Alphorn musizieren. Schnell fand er Mitstreiter, die sich für das überdimensionale Holzinstrument mit seinen beeindruckenden Tönen ebenfalls interessierten. Oft waren es Freizeitmusiker, die bereits andere Instrumente spielten, Jagdhörner, Trompete oder Posaune.

Im Jahr 2014 gründete Wolfgang Fellechner gemeinsam mit ihnen die Gruppe „Meckalp“. Geprobt wird einmal pro Woche. Die Lieder, die die Meckalp-Bläser spielen, stammen überwiegend von Komponisten aus Österreich und der Schweiz. Inzwischen tritt die Gruppe regelmäßig auf, mindestens einmal pro Monat. Auch auf dem diesjährigen Kreiserntefest in Gadebusch bliesen sie kräftig ins Alphorn. Auf dem Klützer Weihnachtsmarkt werden die Meckalp-Bläser in diesem Jahr, am 9. Dezember, um 17 Uhr auch wieder auftreten.

Kontakt und Termine

Wer die Meckalp-Bläser für eine Veranstaltung buchen möchte, kann sie im Internet unter: https://www.meckalp.de finden. Oder meldet sich direkt unter Wolfgang Fellechner: 03 88 71 / 22 149.

Kommende Termine, zu denen die Meckalps erlebt werden können:

9. Dezember, 12 Uhr in Zarrentin: Weihnachtsmarkt in der Kirche

9. Dezember, 17 Uhr Klütz: Weihnachtsmarkt in der Kirche

Und wie läuft das eigentlich mit dem Proben? Reden Wolfgang Fellechners Nachbarn überhaupt noch mit ihm? Er lacht. „Naja, das geht schon in meinem Haus, auch wenn das dann die Nachbarn schon mitbekommen. Aber zum gemeinsamen Üben mit den anderen treffen wir uns in Dalberg, im Sportlerheim.“, erzählt er. Der dortige Bürgermeister reagierte sehr offen auf die Anfrage von Wolfgang Fellechner. Das mit dem Transport der Alphörner – nicht nur zum Proben, auch zu den Auftritten, ist auch kein Problem, verrät er. „Man kann so ein Alphorn meistens in drei Teile zerlegen, in das sogenannte Mundrohr, das Mittelrohr und das Becherrohr. Die lassen sich dann ganz gut transportieren.“

Ganz billig ist ein Alphorn übrigens nicht. Die richtig guten aus der Schweiz, wo das Alphorn Nationalinstrument ist, können schon mal so um die 4000 Euro kosten. Sein Alphorn, sagt Fellechner, hat um die 1500 Euro gekostet. Er hat es in Appenzell im Schwarzwald bei einem dort ansässigen Instrumentenbauer gekauft. Fellechners Frau Monika spielt kein Alphorn, aber sie begleitet ihn gern, wenn er und die anderen Meckalps auftreten. Auch sein Sohn und seine Tochter sind bisher nicht in seine Alphorn-Fußstapfen getreten –, aber, wer weiß. Schließlich lebt der Sohn inzwischen auch im Schwarzwald. Im kommenden Jahr plant Wolfgang Fellechner zum Internationalen Alphorntreffen am Feldberg im Schwarzwald zu fahren. Das findet dort am 1. September statt.

Es gab sogar schon Überlegungen in der Mecklenburger Alphornbläsergemeinschaft, verrät er, vielleicht auch einmal ein Internationales Alphorntreffen in Mecklenburg-Vorpommern abzuhalten. Das wäre sicherlich eine gelungene Kuriosität. Doch das, meint Fellechner, bedarf großer und langwieriger Vorbereitungen. „Wer weiß, vielleicht irgendwann einmal.“

Die Meckalp-Bläser spielen nicht nur auf Volksfesten und Märkten, man kann sie auch privat buchen. Wer Kontakt aufnehmen will mit ihnen, kann das ganz einfach über ihre Webseite tun. Auch die Termine der Meckalp-Bläser sind dort aufgeführt. (siehe auch Infokasten)

Annett Meinke

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